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Turtle Base
Licht · Begriffe

Turtle Base

Murnau AI illustration
color temperature flow roll take

Niedriger, runder Standfuß für Leuchten — bleibt bei geringer Bauhöhe stabil und wird oft am Boden verwendet.

Technische Details

Standard-Turtle-Bases verfügen über einen 28mm-Spigot (1⅛ Zoll) oder wahlweise 16mm-Zapfen zur Aufnahme von Baby- oder Junior-Stativen. Das Eigengewicht variiert je nach Modell: Baby Turtle Base 11 kg, Standard 15 kg, Senior 23 kg. Die Gusseisenausführung bietet durch ihre Masse optimale Standfestigkeit, während Stahlvarianten mit Griff leichter zu transportieren sind. Einige Modelle verfügen über abnehmbare Gewichtsringe oder einen integrierten Transportgriff. Der Spigot ist meist abschraubbar und kann durch andere Aufnahmen ersetzt werden.

Geschichte & Entwicklung

Die Turtle Base entwickelte sich in den 1960er Jahren aus der Notwendigkeit heraus, schwere Studioscheinwerfer sicher und niedrig zu positionieren. Hersteller wie Matthews Studio Equipment führten 1968 die ersten standardisierten Modelle ein. In den 1980ern kamen transportfreundlichere Varianten mit abnehmbaren Gewichten hinzu. Moderne Turtle Bases integrieren seit den 2000ern Kabelführungen und rutschfeste Gummipads zum Schutz von Studioböden.

Praxiseinsatz im Film

Bei Studioproduktionen dient die Turtle Base primär zur Bodenbeleuchtung ohne sichtbare Stative im Bildbereich. Typischer Einsatz für Beauty-Light bei Nahaufnahmen oder als Eye-Light-Träger. In "Blade Runner 2049" (2017) positionierte DoP Roger Deakins zahlreiche LED-Panels auf Turtle Bases für die ikonischen Unterbeleuchtungen. Bei Außendrehs stabilisiert sie windanfällige HMI-Leuchten. Der niedrige Schwerpunkt verhindert das Umkippen auch bei seitlichen Kräften bis 150 N. Nachteil: Das hohe Gewicht erschwert schnelle Umbauten und erfordert zwei Personen beim Transport.

Vergleich & Alternativen

Gegenüber herkömmlichen Dreibeinstativen bietet die Turtle Base deutlich mehr Standsicherheit, jedoch bei eingeschränkter Höhenverstellbarkeit. Low Boys ähneln in der Funktion, sind jedoch höher (30-40 cm) und weniger stabil. Sandbags auf normalen Stativen erreichen ähnliche Stabilität, blockieren aber mehr Bodenfläche. Moderne Pancake Bases aus Aluminium wiegen nur 8 kg, bieten aber entsprechend weniger Stabilität. Für LED-Panels unter 5 kg reichen heute leichte Kunststoff-Bodenplatten, während schwere Tungsten- oder HMI-Leuchten weiterhin klassische Gusseisen-Turtle-Bases benötigen.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich verwende Turtle Bases hauptsächlich für niedrig positionierte Fill-Lights oder wenn ich LED-Panels knapp außerhalb des Bildbereichs platzieren muss. Besonders bei Nahaufnahmen schätze ich die Möglichkeit, Augenlicht zu setzen, ohne dass Stativbeine im Weg stehen. Die Stabilität gibt mir die Sicherheit, auch schwerere Leuchten bodennah zu betreiben, ohne Sorge vor Umkippen durch Kabelzug oder Luftbewegung.

Regisseur

Für mich bedeuten Turtle Bases mehr Flexibilität bei der Lichtsetzung in beengten Räumen oder wenn ich bestimmte Stimmungen durch Unterlicht erzeugen will. Sie ermöglichen es, Licht aus ungewöhnlichen Winkeln zu setzen, ohne dass störende Stativbeine die Schauspieler in ihrer Bewegung einschränken. Bei Verfolgungsfahrten kann ich so auch mal schnell eine Leuchte am Boden fixieren, ohne komplette Stativkonstruktionen aufzubauen.

Produzent

Eine Standard-Turtle-Base kostet etwa 200-400 Euro, hält aber Jahrzehnte und reduziert das Risiko teurer Schäden durch umfallende Leuchten erheblich. Der Nachteil liegt im Transport – bei größeren Sets brauche ich zusätzliche Crew-Mitglieder für das Handling und mehr Ladekapazität im Truck. Dafür spare ich Zeit bei Setup und Abbau, da keine Stativbeine justiert werden müssen und die Standsicherheit sofort gegeben ist.

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