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Teradek Serv
Kamera · Equipment

Teradek Serv

Murnau AI illustration
flow para roll take teradek

Teradek Serv streamt Live-Video von der Kamera direkt auf mobile Geräte. Regisseur und Script können das Kamerabild auf Tablet oder Smartphone verfolgen.

Technische Details

Das Serv wiegt 95 Gramm und misst 89×54×21 mm bei einem Stromverbrauch von 4,5 Watt über Sony NP-F-Akkus oder DC-Eingang (7-17V). Die Übertragung erfolgt über H.264-Kodierung mit Bitraten zwischen 0,2-20 Mbps, wobei die Reichweite je nach Umgebung 30-100 Meter beträgt. Das Gerät unterstützt bis zu 10 simultane Clients über die proprietäre "Teradek Serv Pro"-App für iOS und Android. Drei Modellvarianten existieren: Serv Micro (HDMI-Input), Serv 4K (UHD-Unterstützung) und Serv Pro (erweiterte Verschlüsselung und Nutzer-Management).

Geschichte & Entwicklung

Teradek führte das erste Serv-Modell 2015 als Antwort auf die wachsende Nachfrage nach kostengünstigen Wireless-Video-Lösungen ein. Der kalifornische Hersteller reagierte damit auf die Dominanz teurer Systeme wie ihrer eigenen Bolt-Serie (ab 3000 Euro). 2018 folgte das Serv Pro mit verbesserter Verschlüsselung, 2020 die 4K-Variante. Die Entwicklung zielte darauf ab, professionelle Wireless-Video-Funktionen für Budget-Produktionen und Corporate-Video zugänglich zu machen.

Praxiseinsatz im Film

Dokumentarfilmer nutzen das Serv für diskrete Regieüberwachung, da Kabel entfallen und Smartphones als unauffällige Monitore fungieren. Bei "The Florida Project" (2017) verwendete Kameramann Alexis Zabe ein Serv-System für spontane Handheld-Aufnahmen mit Kinderdarstellern, wobei Regisseur Sean Baker über ein iPhone die Bildkontrolle behielt. Corporate-Produktionen schätzen die Client-Funktionalität: Bis zu 10 Personen können gleichzeitig das Live-Bild verfolgen. Die begrenzte Reichweite und H.264-Kompression machen das System jedoch ungeeignet für anspruchsvolle Color-Grading-Überwachung.

Vergleich & Alternativen

Gegenüber Teradeks eigenem Bolt-System bietet das Serv deutlich geringere Latenz-Performance (100ms vs. <1ms), kostet aber nur ein Zehntel (300 vs. 3000 Euro). SmallHD Focus Pro oder Hollyland Mars-Systeme konkurrieren direkt, wobei das Serv durch die Multi-Client-Fähigkeit punktet. Für kritische Focus-Pulling bleibt ein dedizierter Funk-Monitor wie der SmallRIG RC 60B überlegen. Das Serv eignet sich primär für Regieüberwachung und Playback-Funktionen, während professionelle Kameraassistenz präzisere Systeme erfordert.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich verwende das Serv hauptsächlich für Regieüberwachung bei Handheld-Arbeiten, wo Kabel stören würden. Die 100-200ms Latenz machen es für präzise Schärfenachführung unbrauchbar, aber für Kadrierung und grundsätzliche Bildkontrolle reicht die Qualität völlig aus. Besonders bei Run-and-Gun-Dokumentationen ist die Mobilität goldwert.

Regisseur

Das Serv befreit mich vom Monitor-Käfig und ermöglicht es, näher bei den Schauspielern zu sein, ohne das Set zu stören. Ich kann spontan die Position wechseln und trotzdem jede Einstellung kontrollieren – gerade bei Kindern oder in intimen Szenen ein enormer Vorteil. Die Aufnahmefunktion der App hilft mir später bei Notizen für den Schnitt.

Produzent

Mit 300 Euro Anschaffungskosten amortisiert sich das Serv bereits nach wenigen Drehtagen gegenüber teureren Alternativen. Die Multi-Client-Funktion reduziert Abstimmungsschleifen, da Auftraggeber direkt am Set das Material beurteilen können. Allerdings plane ich bei größeren Sets weiterhin dedizierte Monitoring-Lösungen ein, da die WiFi-Stabilität in elektromagnetisch belasteten Umgebungen problematisch werden kann.

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