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Teradek Bolt
Kamera · Equipment

Teradek Bolt

Murnau AI illustration
bolt flow para roll take teradek

Teradek Bolt überträgt unkomprimierte HD/4K-Videosignale drahtlos mit unter 1ms Latenz. Standard für Wireless Video am professionellen Filmset.

Technische Details

Das Bolt-System nutzt Zero-Delay-Technologie mit 256-Bit-AES-Verschlüsselung und arbeitet mit einer Bandbreite von bis zu 6 Gbps. Die Pro-Modelle unterstützen 4K60p-Signale, während Standard-Versionen auf 1080p60 limitiert sind. Das System verwendet proprietäre MIMO-Antennentechnik (Multiple Input Multiple Output) mit automatischer Kanalauswahl zur Interferenzvermeidung. Aktuelle Modellreihen umfassen Bolt 4K LT, Bolt 4K Pro, Bolt XT und den kompakten Bolt 500. Die Geräte wiegen zwischen 200-400 Gramm und verfügen über Sony NP-F-Akkuanschlüsse oder DC-Eingang.

Geschichte & Entwicklung

Teradek führte 2011 das erste Bolt-System ein und revolutionierte damit die drahtlose Videoübertragung am Set. 2014 folgte das Bolt Pro mit erweiterter Reichweite, 2017 das erste 4K-fähige Modell Bolt 4K. Das 2019 eingeführte Bolt 4K LT reduzierte Kosten und Größe erheblich. Die neueste Generation Bolt 6 (2022) integriert erstmals Wi-Fi 6E-Technologie und erweitert die Übertragung auf 6K-Auflösung bei 30fps.

Praxiseinsatz im Film

Bolt-Systeme ermöglichen Kamerafahrten mit Steadicams, Drohnenaufnahmen oder schwer zugänglichen Kamerapositionen ohne Kabelverbindung zum Video Village. Bei "Mad Max: Fury Road" (2015) kamen Bolt-Systeme für die spektakulären Verfolgungsfahrten zum Einsatz, bei "1917" (2019) für die kontinuierlichen Kamerabewegungen. Das System überträgt Live-Feeds an bis zu vier Empfänger gleichzeitig, wodurch Regisseur, Script Supervisor und Produzent parallel das Geschehen verfolgen können. Nachteile umfassen Akkuverbrauch, mögliche Signalstörungen bei Metallkonstruktionen und die Notwendigkeit von Sichtverbindung.

Vergleich & Alternativen

Hauptkonkurrenten sind Paralinx Arrow, Atomos Ninja Cast und Accsoon CineEye-Systeme. Während Paralinx auf robuste Metallgehäuse setzt, punktet Teradek mit der geringsten Latenz. Atomos-Lösungen integrieren Recording-Funktionen, erreichen aber nicht die Bolt-Reichweite. Für Budget-Produktionen eignen sich Accsoon-Geräte mit geringerer Reichweite und höherer Latenz. Bei kritischen Live-Übertragungen oder hochfrequenten Kamerabewegungen bleibt das Bolt-System aufgrund der Zero-Delay-Performance erste Wahl.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Als DoP schätze ich am Bolt die absolute Latenzfreiheit – ich sehe exakt dasselbe Bild wie durch den Sucher, was bei kritischen Fokuszügen oder Komposition entscheidend ist. Die Metallgehäuse dämpfen das Signal stark, deshalb positioniere ich den Transmitter immer mit direkter Sichtlinie zum Video Village. Bei Steadicam-Shots ist das System unverzichtbar, da ich komplexe Bewegungen durchführen kann, während Regie und Skript live mitverfolgen können.

Regisseur

Mit dem Bolt kann ich mich frei am Set bewegen und jeden Take in Echtzeit beurteilen, ohne am Monitor gefesselt zu sein – das verändert komplett meine Arbeitsweise mit den Schauspielern. Bei improvisierten Szenen oder dokumentarischen Ansätzen kann ich spontan reagieren und Anweisungen geben, ohne den Kameramann zu unterbrechen. Die Möglichkeit, vier Empfänger zu nutzen, bedeutet dass auch mein AD und Script gleichzeitig die Kontinuität prüfen können.

Produzent

Ein Bolt-Set kostet zwischen 3.000-8.000 Euro, amortisiert sich aber schnell durch eingesparte Zeit bei Kamerafahrten und weniger Wiederholungen durch bessere Kommunikation am Set. Die Akkus halten nur 2-3 Stunden, daher brauchen wir mindestens sechs NP-F-Batterien pro Drehtag – das summiert sich bei längeren Produktionen. Bei internationalen Koproduktionen muss ich die Frequenzbestimmungen prüfen, da das 5,8-GHz-Band nicht überall freigegeben ist.

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