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Tenner
Licht · Begriffe

Tenner

Murnau AI illustration
color temperature flow roll take

Britische Bezeichnung für 10K-Scheinwerfer — Hochleistungsscheinwerfer mit 10.000 Watt für große Sets.

Technische Details

Der Tenner arbeitet mit einer 10.000-Watt-Wolframhalogenlampe (Tungsten) in einem Fresnel-Linsensystem oder als offener Fluter. Die Betriebsspannung liegt bei 120V oder 220V, der Stromverbrauch bei etwa 83 Ampere (120V) respektive 45 Ampere (220V). Der Scheinwerfer verfügt über einen verstellbaren Spot-Flood-Bereich von typischerweise 10° bis 60° Abstrahlwinkel. Das Gehäuse besteht aus hitzebeständigem Aluminium mit Lüftungsschlitzen, das Gesamtgewicht liegt zwischen 25 und 35 Kilogramm. Gängige Modelle sind der Arri T10 oder der Mole-Richardson 10K Senior.

Geschichte & Entwicklung

Tenner kamen in den 1960er Jahren auf, als die Filmindustrie leistungsstärkere Lichtquellen für Großproduktionen benötigte. Mole-Richardson entwickelte 1963 den ersten kommerziellen 10K-Scheinwerfer für Hollywood-Studios. Arri folgte 1971 mit dem T10, der durch sein kompakteres Design europäische Standards setzte. Mit der Einführung von HMI-Lampen in den 1970ern verloren Tenner an Bedeutung, da 6K-HMI-Leuchten bei geringerem Stromverbrauch mehr Licht liefern.

Praxiseinsatz im Film

Tenner dienen als Key Light für Weitwinkelaufnahmen oder zur Grundausleuchtung großer Sets. In "Lawrence von Arabien" (1962) nutzte Freddie Young mehrere 10K-Tungsten-Scheinwerfer für die nächtlichen Wüstenszenen. Stanley Kubrick setzte für "Barry Lyndon" (1975) modifizierte Tenner ein, um die Kerzenlichtästhetik zu verstärken. Der hohe Stromverbrauch erfordert separate Stromkreise und professionelle Elektroinstallation. Die Wärmeentwicklung von etwa 8.500 Watt macht aufwendige Belüftung am Set notwendig.

Vergleich & Alternativen

Moderne LED-Panels wie das Arri SkyPanel S360-C erreichen mit 400 Watt ähnliche Lichtwerte wie ein 2K-Tungsten, ersetzen jedoch nicht die rohe Lichtmenge eines Tenners. HMI-Scheinwerfer wie der Arri M90 (9K HMI) liefern bei 8.000 Watt Tageslichtqualität und übertreffen Tenner in der Effizienz um das Dreifache. Tenner bleiben unersetzlich, wenn warmes Tungstenlicht bei maximaler Intensität gefordert ist, etwa für Period Pieces oder spezielle Stimmungsbilder.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich nutze Tenner als Backlight für Totalen oder wenn ich hartes, warmes Licht über große Distanzen werfen muss – die 3.200K sind perfekt für Skin Tones und matchen mit praktischen Lichtquellen. Die Hitzeentwicklung zwingt mich aber zu längeren Umbaupausen und macht den Einsatz von ND-Filtern oft unvermeidlich.

Regisseur

Der Tenner gibt mir diese klassische Hollywood-Lichtqualität, die digital schwer zu imitieren ist – besonders für dramatische Szenen brauche ich dieses intensive, warme Licht das Gesichter modelliert und Schatten mit Charakter wirft. Die Kontinuität ist allerdings ein Problem, da die Lampen nach 200 Stunden merklich an Farbtemperatur verlieren.

Produzent

Ein Tenner kostet täglich etwa 80 Euro Miete plus 150 Euro Stromkosten bei 12-Stunden-Betrieb – dazu kommen spezialisierte Elektriker und Generatorkapazität. Die Versicherung stuft sie als Brandrisiko ein, was zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen und höhere Prämien bedeutet, aber für bestimmte Looks sind sie unersetzlich.

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