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Takumar 85
Kamera · Begriffe

Takumar 85

Murnau AI illustration
flow para roll take

Pentax 85mm f/1.9 Porträtobjektiv mit lichtstärker Optik. Erzeugt natürliche Perspektive mit angenehmer Hintergrundunschärfe.

Technische Details

Das Objektiv verfügt über eine maximale Blendenöffnung von f/1.8 bis f/16 in halben Blendenstufen, gesteuert über einen voreinstellbaren Blendenring mit automatischer Sprungblende. Die optische Konstruktion verwendet hochbrechendes Glas mit spezieller Super-Multi-Coating-Vergütung ab 1971, die frühen Versionen (1964-1971) erhielten eine einfachere Single-Coating-Behandlung. Das Objektiv wiegt 420 Gramm bei einer Länge von 71mm und einem Durchmesser von 67mm. Die charakteristische thoriumhaltige Frontlinse der frühen Versionen (bis 1973) verleiht dem Objektiv seinen unverwechselbaren warmen Rendering-Stil, führt jedoch zu einer leichten Gelbfärbung über die Jahrzehnte.

Geschichte & Entwicklung

Asahi Optical führte das Takumar 85mm 1964 als Teil der professionellen Takumar-Serie ein, parallel zur Einführung des Pentax Spotmatic-Systems. 1971 erfolgte die Umbenennung in "Super-Multi-Coated Takumar" mit verbesserter Vergütung. Ab 1975 wurde die thoriumhaltige Frontlinse durch konventionelles Glas ersetzt, was die optischen Eigenschaften leicht veränderte. Die Produktion endete 1977 mit der Einführung des K-Bajonetts, insgesamt entstanden etwa 180.000 Exemplare in verschiedenen Versionen.

Praxiseinsatz im Film

Das Takumar 85 etablierte sich in den 1970er Jahren als bevorzugtes Porträtobjektiv für 16mm-Produktionen, insbesondere bei Dokumentarfilmen und Independent-Produktionen aufgrund des günstigen Preises bei hoher optischer Qualität. Die offene Blende erzeugt ein markantes Bokeh mit leichter sphärischer Aberration, die Hauttöne werden durch die thoriumhaltige Frontlinse warm und organisch wiedergegeben. Moderne Filmproduktionen wie "Her" (2013) von Spike Jonze verwendeten adaptierte Takumar-Objektive für digitale Kameras, um den charakteristischen Vintage-Look zu erzielen.

Vergleich & Alternativen

Das Takumar 85 unterscheidet sich von zeitgenössischen Alternativen wie dem Canon FD 85mm f/1.8 durch seine weichere Abbildungscharakteristik und den wärmeren Farbton. Moderne Adaptierungen auf Sony E-Mount oder Canon RF-Mount sind über M42-Adapter möglich, jedoch ohne elektronische Kommunikation. Als direkte Nachfolger gelten das Pentax-M 85mm f/2 (1977) und später das Pentax-A 85mm f/2 (1983), die jedoch die charakteristische Optik-Signatur des originalen Takumar nicht vollständig reproduzieren können.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich setze das Takumar 85 bei f/2.8 für Porträts ein, wo ich die leichte sphärische Aberration als natürlichen Weichzeichner nutze – offene Blende liefert zu wenig Schärfentiefe für bewegte Motive. Die thoriumhaltige Frontlinse gibt Hauttönen eine unverwechselbare Wärme, die ich digital nur schwer nachstellen kann, allerdings muss ich die chromatischen Aberrationen in den Randbereichen in der Postproduktion korrigieren.

Regisseur

Das Takumar 85 nutze ich für intime Charaktermomente, weil die weiche Abbildung eine emotionale Nähe schafft, ohne technisch perfekt zu wirken – diese leichte optische "Unperfektion" macht Gesichter menschlicher und zugänglicher. Die warme Farbwiedergabe verstärkt nostalgische oder melancholische Stimmungen, besonders bei Available-Light-Szenen in Innenräumen.

Produzent

Takumar 85-Objektive koste ich auf dem Gebrauchtmarkt zwischen 150-400 Euro je nach Zustand, deutlich günstiger als moderne Cine-Optiken bei vergleichbarer Bildqualität – allerdings entstehen Zusatzkosten für Adapter und eventuelle Überholung der 50 Jahre alten Mechanik. Der manuelle Fokus verlangsamt zwar die Dreharbeiten, spart aber Kosten für Follow-Focus-Systeme.

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