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Einstellungsnummer
Produktion · Begriffe

Einstellungsnummer

Setup Number
Murnau AI illustration
setup time lineup sheet camera set

Fortlaufende Nummerierung der Kameraeinstellungen — organisiert den Drehplan und die Postproduktion.

Technische Details

Das Standard-Nummerierungssystem folgt einer alphanumerischen Struktur: Szenenummer + Buchstabe für jedes Setup (1A, 1B, 1C). Bei komplexen Mehrfachkamera-Setups werden zusätzliche Bezeichnungen verwendet (1A1, 1A2 für verschiedene Kameras). Digitale Produktionen integrieren die Einstellungsnummer in die Metadaten der Videodateien mit Timecode-Synchronisation. Script Supervisors führen parallel eine detaillierte Setup-Liste mit Objektiv-Brennweite, Blende und Kameraposition. Bei IMAX-Produktionen werden Setup-Nummern zusätzlich mit Frame-Rate-Spezifikationen (24fps/48fps) gekennzeichnet.

Geschichte & Entwicklung

Irving Thalberg führte 1932 bei MGM das systematische Setup-Nummerierungssystem ein, um die Produktionskosten bei "Grand Hotel" zu kontrollieren. Bis 1950 standardisierten alle großen Studios diese Methode. Mit der Einführung von Video Assist 1976 wurden Setup-Nummern erstmals elektronisch erfasst. Digitale Produktionssysteme wie AVID ScriptSync integrierten ab 2003 automatische Setup-Erkennung über Timecode-Daten. Moderne Cloud-basierte Systeme ermöglichen seit 2018 Echtzeit-Synchronisation zwischen Set und Postproduktion.

Praxiseinsatz im Film

Christopher Nolans "Dunkirk" (2017) verwendete ein duales Nummerierungssystem für 65mm-IMAX- und 35mm-Aufnahmen mit separaten Setup-Sequenzen (I-1A, I-1B vs. S-1A, S-1B). Bei Marvel-Produktionen werden Setup-Nummern mit VFX-Plates verknüpft, wodurch über 3.000 Einstellungen pro Film präzise koordiniert werden. Dokumentarfilme nutzen kontinuierliche Setup-Nummerierung über mehrere Drehtage, um bei der Montage chronologische Abläufe zu rekonstruieren. Die Serie "Game of Thrones" entwickelte ein standortbasiertes System (KL-47A für King's Landing, WF-23B für Winterfell).

Vergleich & Alternativen

Setup-Nummern unterscheiden sich von Scene-Nummern durch ihre technische Granularität – eine Szene kann 15-20 verschiedene Setups enthalten. Take-Nummern bezeichnen mehrfache Wiederholungen desselben Setups (47A-Take 3). Moderne Alternativen wie Timecode-basierte Referenzierung ersetzen bei Live-Streaming-Produktionen traditionelle Setup-Nummern. KI-gestützte Systeme analysieren Bildinhalt und generieren automatisch Setup-IDs basierend auf Kameraposition und Bildkomposition.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich verwende Setup-Nummern als präzise Referenz für Lichtsetzung und Kameraposition – wenn Setup 23C eine 85mm-Einstellung mit speziellem Gegenlicht erfordert, kann mein Gaffer diese exakt reproduzieren. Die Nummerierung hilft mir besonders bei komplexen 360-Grad-Drehs, wo ich zwischen verschiedenen Kamera-Setups wechseln muss, ohne die Beleuchtungskontinuität zu verlieren.

Regisseur

Setup-Nummern strukturieren meinen kreativen Workflow, da ich emotionale Bögen gezielt auf spezifische Einstellungen aufbauen kann – Setup 14A für die erste Reaktion, 14D für die finale Auflösung der Szene. Bei Reshoots kann ich über die Setup-Referenz exakt bestimmen, welche narrative Funktion nachgedreht werden muss, ohne das gesamte Szenenmaterial zu durchforsten.

Produzent

Setup-Nummern ermöglichen präzise Kostenkalkulationen, da ich pro Setup durchschnittlich 45 Minuten Setupzeit und 2,3 Takes budgetiere. Bei einer 90-Setup-Szene kalkuliere ich automatisch einen zusätzlichen Drehtag, und über die Setup-Dokumentation kann ich in der Postproduktion exakt nachvollziehen, welche Einstellungen die Budget-Überschreitungen verursacht haben.

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