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RED Dragon
Kamera · Equipment

RED Dragon

Murnau AI illustration
flow para roll take

6K-Sensor von RED mit 19,4 Megapixeln, verbaut in Epic und Scarlet Kameras. Aufnahmen bis 100fps bei 6K, 120fps bei 5K möglich.

Technische Details

Der Dragon-Sensor arbeitet mit nativen ISO-Werten von 320/800 und erreicht Framerates von 6fps bis 100fps bei 6K, bis zu 150fps bei 5K und maximal 300fps bei 2K-Auflösung. Die Farbtiefe beträgt 16-Bit linear, während die Komprimierung des REDCODE zwischen 2:1 und 22:1 variierbar ist. Der Sensor misst 30,7mm x 15,8mm und bietet einen Crop-Faktor von 1,3x gegenüber Super35mm. Verfügbar war der Dragon in den Kameramodellen RED Epic Dragon, Scarlet Dragon und Weapon Dragon mit unterschiedlichen Gehäusevarianten und Anschlussoptionen.

Geschichte & Entwicklung

RED stellte den Dragon-Sensor 2013 als Nachfolger des Mysterium-X vor, zunächst in der Epic Dragon. Die Entwicklung zielte auf höhere Auflösung und verbesserte Low-Light-Performance bei gleichzeitiger Reduzierung des Bildrauschens um bis zu 2 Blendenstufen. 2014 folgte die Integration in das kompaktere Scarlet-Gehäuse, 2015 in die modulare Weapon-Plattform. Die Dragon-Ära endete 2017 mit der Einführung des Helium-8K-Sensors, wobei Dragon-Kameras bis 2019 produziert wurden.

Praxiseinsatz im Film

Filme wie "Guardians of the Galaxy" (2014), "The Martian" (2015) und "Deadpool" (2016) nutzten die Dragon für ihre Hauptfotografie. Der typische Workflow umfasst die Aufnahme in 6K REDCODE, Debayering in REDs Rocket-X-Karten oder Software, anschließend Farbkorrektur in DaVinci Resolve oder Avid. Die 6K-Aufnahme ermöglicht flexibles Reframing in der Post und 4K-Deliverables mit Oversampling-Qualität. Nachteile sind die großen Datenmengen (bis zu 275 MB/s bei höchsten Qualitätsstufen) und die Abhängigkeit von REDs proprietärem Codec-System.

Vergleich & Alternativen

Gegenüber dem Vorgänger Mysterium-X bietet Dragon doppelte Auflösung und bessere Low-Light-Eigenschaften, bleibt aber hinter dem nachfolgenden Helium-8K zurück. Zeitgenössische Konkurrenz kam von Arri Alexa (2.8K), Sony F65 (8K) und Canon C500 (4K). Moderne Alternativen sind RED Komodo (6K Global Shutter), Arri Alexa Mini LF oder Sony Venice. Dragon eignet sich besonders für Produktionen, die 6K-Auflösung bei moderaten Budgets benötigen und bereits in RED-Workflows etabliert sind.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Als DoP schätze ich am Dragon besonders die 16,5 Blendenstufen Dynamikumfang, die mir erlauben, auch in schwierigen Lichtsituationen Details in Schatten und Highlights zu bewahren. Die 6K-Auflösung gibt mir in der Post enormen Spielraum für Reframing und Stabilisierung, ohne Qualitätsverlust bei 4K-Deliverables. Allerdings muss ich die Datenspeicherung sorgfältig planen – bei REDCODE 3:1 fallen schnell 500GB pro Stunde an.

Regisseur

Der Dragon ermöglicht mir spontane Entscheidungen in der Post, da ich aus dem 6K-Material problemlos verschiedene Bildausschnitte extrahieren kann, ohne neu drehen zu müssen. Die hohe Auflösung unterstützt meine visuelle Erzählung durch saubere digitale Zooms und Schwenks, während der große Dynamikumfang natürliche Lichtstimmungen erhält. Besonders bei Action-Sequenzen nutze ich gerne die Slowmotion-Fähigkeiten bis 300fps in 2K.

Produzent

Eine Dragon-Kamera kostet etwa 15.000-25.000 Euro Tagesmiete inklusive Grundausstattung, dazu kommen erhebliche Speicherkosten von ca. 200-400 Euro täglich für Mag-Module. Die Postproduction wird durch die großen Datenmengen teurer – Transcoding und Storage können 20-30% des DIT-Budgets ausmachen. Dafür spare ich langfristig, da das 6K-Material zukunftssicher ist und spätere Remaster in höheren Auflösungen ohne Qualitätsverlust möglich sind.

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