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Quarter Apple
Licht · Begriffe

Quarter Apple

Murnau AI illustration
color temperature flow roll take

Kleine hölzerne Keilunterlage, ein Viertel einer Apple Box — dient als flacher Ausgleich unter Stativen oder Equipment.

Technische Details

Quarter Apples werden standardmäßig aus eloxiertem Aluminium mit einer Materialstärke von 2-3 mm gefertigt und wiegen etwa 180-220 Gramm. Die inneren Kanten sind mit schwarzem Samt (Black Velvet) ausgekleidet, um unerwünschte Lichtreflexionen zu eliminieren. Montiert werden sie über standardisierte Gelfilterhalter oder spezielle Barndoor-Adapter an Tungsten- und LED-Leuchten zwischen 150W und 2.5kW. Der Lichtabfall (Light Falloff) beträgt bei optimaler Positionierung 15-20 cm vor der Lichtquelle etwa 2-3 Blendenstufen vom Zentrum zum Rand. Varianten existieren als Double Quarter Apple (10" × 6") und Mini Quarter Apple (2.5" × 1.5").

Geschichte & Entwicklung

Mole-Richardson entwickelte 1987 die ersten Quarter Apples als Ergänzung zu ihren Fresnel-Leuchten der 600er-Serie. Die Inspiration kam von Gaffer Conrad Hall, der für "Tequila Sunrise" (1988) präzisere Lichtführung benötigte als herkömmliche Barndoors lieferten. ARRI übernahm 1994 das Konzept für ihre Compact-Serie und standardisierte die heute gültigen Abmessungen. Mit dem LED-Boom ab 2010 entstanden magnetische Varianten für rahmenlose Panels, während die klassischen Clip-On-Versionen weiterhin dominieren.

Praxiseinsatz im Film

Roger Deakins verwendete Quarter Apples extensiv bei "Blade Runner 2049" (2017) für die präzise Ausleuchtung von Gesichtern in den Neon-Szenen, wo jeder Lichtstrahl definiert bleiben musste. In der Porträtbeleuchtung erzeugen sie das charakteristische "Fenster-Licht" ohne aufwendige Location-Anpassungen. Typischer Workflow: Grundbeleuchtung mit Fresnels, anschließend Quarter Apples für selektive Akzente auf Augen oder Objekte. Nachteile zeigen sich bei bewegten Kameras, da die rechteckige Lichtkontur in Schwenks sichtbar werden kann. Bei LED-Panels über 3000K verstärken sie den Magenta-Shift um etwa 150-200 Kelvin.

Vergleich & Alternativen

Im Gegensatz zu Snoots erzeugen Quarter Apples harte Kanten statt kreisförmiger Spots, während Barndoors nur groben Lichtschnitt ermöglichen. Iris-Blenden bieten zwar variable Öffnungen, aber ohne die charakteristische rechteckige Form. Moderne Alternativen sind digitale Gobos bei LED-Leuchten wie der ARRI SkyPanel oder die Aputure Light Storm-Serie, die beliebige Formen projizieren können. Für Budget-Produktionen ersetzen selbstgebaute "Flags" aus Cinefoil die Funktion, erreichen aber nicht die präzisen Kantenschärfe industriell gefertigter Quarter Apples.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich setze Quarter Apples primär für selektive Gesichtsmodellierung ein, besonders bei Available-Light-Situationen wo ich natürlich wirkende Fensterrahmen simulieren muss. Die rechteckige Kontur gibt mir exakte Kontrolle über Augenlicht und Backlight, ohne dass ich mit Flags arbeiten muss – das spart bei engen Drehplänen kostbare Setup-Zeit.

Regisseur

Quarter Apples helfen mir, subtile emotionale Hierarchien im Bild zu schaffen, indem sie Schauspieler selektiv aus dem Hintergrund herausheben. Die rechteckige Lichtform unterstützt meine Bildkomposition, besonders in Dialogszenen wo ich den Fokus zwischen Charakteren verschieben möchte, ohne die Kamera zu bewegen.

Produzent

Ein Quarter Apple kostet etwa 85-120 Euro und amortisiert sich durch Zeitersparnis beim Setup – statt mehrerer Flags und C-Stands brauche ich nur einen Clip-On-Lichtformer. Bei Außendrehs reduziert das kompakte Format den Transportaufwand erheblich, und die robusten Aluminiumversionen überstehen problemlos mehrere Produktionszyklen ohne Ersatzbeschaffung.

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