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Pocket Console
Licht · Equipment

Pocket Console

Murnau AI illustration
color temperature flow roll take

Tragbares DMX-Lichtpult für einfache Szenarien — steuert bis zu 12 Scheinwerfer mobil.

Technische Details

Moderne Pocket Consoles arbeiten mit 32-Bit-Prozessoren und verfügen über OLED- oder LCD-Displays mit 480x272 Pixel Auflösung. Die Geräte unterstützen standardmäßig DMX512-Protokoll über XLR-5-Anschlüsse und zunehmend auch drahtlose Übertragung via 2.4 GHz oder LTE. Typische Modelle wie die Leprecon LP-X48 oder ETC Element bieten 48-96 Fader, programmierbare Cue-Listen mit bis zu 999 Szenen und integrierte Akkus mit 8-12 Stunden Laufzeit. Die Betriebstemperatur liegt zwischen -10°C und +50°C.

Geschichte & Entwicklung

1987 brachte Strand Lighting die erste tragbare Lichtsteuerung "Lightboard M" auf den Markt, die noch 8 kg wog. ETC revolutionierte 1995 den Bereich mit der Express-Serie, die erstmals unter 3 kg blieb und batteriebetrieben war. 2003 ermöglichten LED-Displays kleinere Bauformen, während ab 2010 Touchscreen-Interfaces und WLAN-Konnektivität Standard wurden. Aktuelle Generationen integrieren Cloud-Backup und Smartphone-Apps für Remote-Steuerung.

Praxiseinsatz im Film

Bei "Mad Max: Fury Road" (2015) nutzte das Beleuchtungsteam Pocket Consoles für die komplexen Fahrzeugaufnahmen, da stationäre Pulte in den Wüstenlocations unpraktikabel waren. Typische Workflows umfassen die Vorprogrammierung von Grundstimmungen im Studio und deren Übertragung auf Location-Drehs. Die Geräte erlauben spontane Lichtanpassungen während der Aufnahme, ohne dass ein Beleuchter zum Hauptpult zurückkehren muss. Limitierungen zeigen sich bei komplexen Multi-Camera-Setups mit über 100 Leuchten.

Vergleich & Alternativen

Pocket Consoles grenzen sich von Full-Size-Konsolen durch reduzierte Fader-Anzahl und vereinfachte Menüstrukturen ab. Tablet-basierte Lösungen wie die Luminair-App bieten ähnliche Portabilität, jedoch ohne physische Fader-Kontrolle. Bei Großproduktionen ersetzen Moving-Light-Konsolen wie die GrandMA3 die Pocket-Variante, während für Ein-Mann-Teams smartphone-gesteuerte Systeme ausreichen. Die Wahl hängt von der Leuchten-Anzahl, Budget-Rahmen und gewünschter Präzision ab.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich schätze die sofortige Reaktionszeit bei Belichtungsänderungen – während einer schwierigen Steadicam-Fahrt kann mein Gaffer die Lichtstimmung nahtlos anpassen, ohne dass ich die Kamera absetzen muss. Die präzise Dimmkurven-Kontrolle ermöglicht mir fließende Übergänge zwischen praktischen Lichtquellen und Kunstlicht, besonders bei Available-Light-Situationen.

Regisseur

Mit der Pocket Console kann ich während der Probe spontane Lichtstimmungen ausprobieren und dabei direkt neben den Schauspielern stehen – das verändert meine Arbeitsweise fundamental. Ich programmiere verschiedene emotionale Grundstimmungen vorab und rufe sie während des Drehs per Knopfdruck ab, was mir erlaubt, auch in der Postproduktion alternative Stimmungsverläufe zu testen.

Produzent

Eine Pocket Console kostet zwischen 3.000-8.000 Euro, spart aber täglich 2-3 Stunden Setup-Zeit gegenüber großen Lichtpulten – das rechtfertigt die Anschaffung bereits nach 10 Drehtagen. Die Mobilität reduziert Transportkosten erheblich, da wir kein separates Lichtpult-Flight-Case benötigen und weniger Crew für das Equipment-Handling.

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