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Plus Green
Licht · Equipment

Plus Green

Murnau AI illustration
color temperature flow roll take

Grüne Korrekturfolie für Tungsten-Licht — gleicht Farbtemperatur an Leuchtstoffröhren an.

Technische Details

Plus Green-Filter arbeiten mit einer Lichtdurchlässigkeit von 65-75% und einem Farbtemperatur-Shift von typisch 5600K auf 5200K bei +CC40. Die Folien bestehen aus hitzebeständigem Polycarbonat mit einer maximalen Temperaturresistenz von 150°C. Standardausführungen sind 1/4 Plus Green (+CC15), 1/2 Plus Green (+CC30) und Full Plus Green (+CC60). Die spektrale Transmission zeigt eine Dämpfung im Rot- und Blaubereich bei verstärkter Grün-Durchlässigkeit zwischen 520-570nm.

Geschichte & Entwicklung

Plus Green entwickelte sich in den 1970er Jahren als Antwort auf die ungleichmäßigen Spektraleigenschaften früher HMI-Lampen, die einen ausgeprägten Grünstich aufwiesen. Osram und später LEE Filters standardisierten 1982 die CC-Werte für konsistente Farbkorrektor. Mit dem Aufkommen der digitalen Kinematografie ab 2005 gewann Plus Green neue Bedeutung für das Matchen verschiedener LED-Panels, da diese oft spektrale Lücken im Grünbereich aufweisen.

Praxiseinsatz im Film

Bei "Mad Max: Fury Road" (2015) nutzte DoP John Seale Plus Green-Filter auf HMI-Lampen, um die Wüstenszenen mit praktischen Lichtquellen zu matchen. Typischer Workflow: LED-Panels erhalten 1/4 Plus Green, während Tungsten-Lampen mit 1/2 CTO kombiniert werden, um identische Farbwerte zu erreichen. Der Filter eliminiert den typischen Magenta-Cast billiger LED-Systeme und schafft natürlichere Hauttöne. Nachteil: Der Lichtverlust von 25-35% erfordert stärkere Grundbeleuchtung.

Vergleich & Alternativen

Minus Green wirkt entgegengesetzt und korrigiert übermäßige Grünanteile fluoreszierender Röhren oder alter HMI-Brenner. CTO-Filter verändern nur die Farbtemperatur ohne Grün-Magenta-Shift. Moderne RGB-LED-Panels bieten digitale Farbkorrektur und ersetzen zunehmend physische Filter. Jedoch bleibt Plus Green unverzichtbar beim Mischen verschiedener Lichtquellen, da nachträgliche Farbkorrektur in der Post-Production komplexe Masken erfordert und die Bildqualität mindert.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich verwende Plus Green hauptsächlich beim Mischen von LED-Panels mit Tageslicht, weil die meisten Consumer-LEDs einen fiesen Magenta-Cast haben. Mit 1/4 Plus Green auf den Panels spare ich mir stundenlanges Color-Matching in der Vorbereitung und bekomme sofort natürliche Hauttöne.

Regisseur

Plus Green hilft mir dabei, die sterile Kälte von LED-Licht zu durchbrechen und eine organischere Atmosphäre zu schaffen. Besonders in Innenräumen nutze ich den Filter, um das künstliche Licht natürlicher wirken zu lassen und die emotionale Verbindung der Charaktere zu ihrer Umgebung zu stärken.

Produzent

Plus Green kostet 15-25 Euro pro Bogen, aber spart mir teure Post-Production-Stunden für Farbkorrekturen. Der Lichtverlust bedeutet zwar 30% mehr Stromverbrauch, aber das ist günstiger als ein zusätzlicher Colorist-Tag oder Render-Zeit in der DI-Suite.

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