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Optex Anamorphot
Kamera · Technik

Optex Anamorphot

Optex Anamorphic
Murnau AI illustration
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Optex Anamorphot: Vorsatzlinse zur anamorphen Aufzeichnung mit sphärischen Objektiven. Erzeugt charakteristische Lens Flares und 2,35:1-Cinemascope-Format.

Technische Details

Optex Anamorphote arbeiten mit einem System aus Zylinderlinsen, die das einfallende Licht nur in horizontaler Richtung brechen. Die Standardkompression beträgt 2:1, wodurch aus einem 4:3-Seitenverhältnis ein 2,35:1-Cinemascope-Format entsteht. Die Linsen verfügen über Brennweiten zwischen 40mm und 200mm und erreichen Lichtstärken von T2.8 bis T4. Das optische Design basiert auf vier bis sechs Linsenelementen in asymmetrischer Anordnung, wobei die charakteristischen ovalen Bokeh-Kreise und horizontalen Lens-Flares durch die zylindrische Lichtbrechung entstehen.

Geschichte & Entwicklung

Optex führte 1963 seine ersten Anamorphot-Linsen ein, als Antwort auf die Nachfrage nach kostengüntigeren Alternativen zu den französischen Hypergonar-Systemen. Die Münchener Firma entwickelte das System ursprünglich für deutsche Produktionen, die vom Cinemascope-Boom profitieren wollten. 1967 erweiterte Optex die Serie um Tele-Anamorphote bis 200mm Brennweite. Nach der Übernahme durch Panavision 1971 wurde die Produktion eingestellt, die vorhandenen Linsen fanden jedoch bis in die 1980er Jahre Verwendung in europäischen Produktionen.

Praxiseinsatz im Film

Edgar Reitz nutzte Optex Anamorphote für Teile seiner "Heimat"-Trilogie, um die Landschaftsaufnahmen im Hunsrück zu betonen. Die Linsen kamen bevorzugt bei deutschen Kriminalfilmen der 1970er Jahre zum Einsatz, da sie eine kostengünstige Möglichkeit boten, das beliebte Breitwandformat zu realisieren. Der charakteristische Look zeigt sich in weicheren Kontrasten als bei modernen anamorphen Systemen und einem ausgeprägten Breathing-Effekt bei Fokusfahrten. Die horizontalen Flares verstärken sich besonders bei Nachtaufnahmen mit Punktlichtquellen.

Vergleich & Alternativen

Optex Anamorphote unterscheiden sich von Panavision-Systemen durch ihre kompaktere Bauweise und geringere Lichtstärke. Während moderne Anamorphot-Systeme wie Hawk V-Lite oder Cooke Anamorphic schärfere Abbildungsleistungen bieten, erzeugen die Optex-Linsen einen unverwechselbaren Vintage-Look mit charakteristischer Randunschärfe. Als Alternative zu den seltenen Originalen verwenden heutige Produktionen oft Recreationen von Bausch & Lomb oder SLR Magic, die den Optex-Look nachempfinden, dabei aber moderne Vergütungen und bessere Streulichtunterdrückung bieten.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich schätze die Optex Anamorphote für ihren organischen Look mit den weichen horizontalen Flares, muss aber mit der reduzierten Schärfeleistung an den Bildrändern arbeiten. Die Linsen neigen zu starkem Breathing, was ich bei Fokusfahrten einkalkulieren muss, dafür bekomme ich diesen unverwechselbaren 70er-Jahre-Charakter mit den ovalen Bokeh-Kreisen.

Regisseur

Diese Linsen geben mir die Möglichkeit, eine nostalgische Bildsprache zu entwickeln, die perfekt zu Period Pieces oder bewusst retro angelegten Stoffen passt. Der weiche, fast träumerische Look der Optex-Anamorphote unterstützt emotionale Erzählmomente und schafft eine intime Atmosphäre trotz des breiten Formats.

Produzent

Originale Optex-Linsen sind heute Sammlerobjekte und entsprechend teuer in der Miete, bieten aber einen authentischen Vintage-Look, der digital schwer nachzustellen ist. Ich kalkuliere höhere Beleuchtungskosten wegen der geringeren Lichtstärke und mehr Zeit für Fokusfahrten wegen des Breathing-Effekts.

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