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Angenieux Optimo Anamorphic
Kamera · Equipment

Angenieux Optimo Anamorphic

Murnau AI illustration
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Anamorphe Zoom-Objektive von Angenieux, die das 2.39:1 Cinemascope-Format mit charakteristischer ovaler Bokeh erzeugen.

Technische Details

Die Optimo Anamorphic-Objektive wiegen zwischen 3,8kg (30-72mm) und 4,2kg (56-152mm) bei einer Länge von 318mm bzw. 338mm. Der Frontdurchmesser beträgt einheitlich 134mm mit M92x1 Filtergewinde. Das Auflagemass entspricht PL-Mount-Standard (52mm), während die Close Focus Distance bei 0,8m (30-72mm) bzw. 1,2m (56-152mm) liegt. Die charakteristischen ovalen Blendenflecken (Bokeh) entstehen durch die anamorphotische Kompression, horizontale Lens Flares zeigen das typische bläuliche Streulicht. Das optische Design basiert auf 20-22 Linsenelementen in 14-15 Gruppen mit spezieller Antireflexbeschichtung.

Geschichte & Entwicklung

Angenieux entwickelte die Optimo Anamorphic-Serie zwischen 2008-2010 als Antwort auf die Renaissance des anamorphotischen Formats im Digitalkino. Die 30-72mm Brennweite erschien 2009, gefolgt von der 56-152mm Variante 2010. Im Gegensatz zu den klassischen Panavision-Anamorphoten der 1960er Jahre ermöglichten die Optimos erstmals anamorphotisches Zoomen ohne Bildverzerrungen. 2016 führte Angenieux Firmware-Updates für verbesserte Metadatenübertragung an digitale Kameras ein. Die neueste Generation (seit 2019) bietet optimierte Coatings für 8K-Auflösung.

Praxiseinsatz im Film

Cinematographer Roger Deakins verwendete die Optimo Anamorphics für "Skyfall" (2012), um dynamische Kamerafahrten mit konstantem anamorphotischem Look zu realisieren. Die Serie findet Einsatz in High-End-Produktionen wie "The Dark Knight Rises" (Wally Pfister, 2012) oder "Mad Max: Fury Road" (John Seale, 2015). Der variable Brennweitenbereich eliminiert Objektivwechsel bei Action-Sequenzen, während die konstante T4.0-Blende gleichmäßige Belichtung garantiert. Typische Workflows kombinieren die 30-72mm für Totalen und die 56-152mm für Nah- und Detailaufnahmen.

Vergleich & Alternativen

Im Gegensatz zu Panavision C-Series oder E-Series Anamorphics bieten die Optimos Zoom-Funktionalität ohne mechanische Kompromisse. ARRI Master Anamorphics erreichen höhere Lichtstärken (T1.9), sind jedoch auf Festbrennweiten beschränkt. Cooke Anamorphic/i-Objektive kosten etwa 40% weniger, zeigen aber stärkere Verzeichnung bei extremen Brennweiten. Moderne Alternativen wie Atlas Orion Anamorphics (seit 2018) oder Sigma Cine Anamorphics (seit 2020) adressieren Budget-bewusste Produktionen, erreichen jedoch nicht die optische Präzision der Angenieux-Serie.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich schätze die Optimo Anamorphics für ihre Schärfekonstanz über den gesamten Zoombereich – bei T4.0 bleiben selbst die Bildecken knackig scharf. Das Bokeh hat diese charakteristisch ovale Form ohne nervöse Doppelkonturen, die bei billigeren Anamorphoten auftreten. Der Fokus-Breathing ist minimal, was bei Schärfeverlagerungen entscheidend ist.

Regisseur

Diese Objektive geben mir die emotionale Weite des Cinemascope-Formats mit der praktischen Flexibilität des Zoomens. Ich kann während einer Dialogszene stufenlos von der Zweieinstellung zur Nahaufnahme wechseln, ohne den anamorphotischen Charakter zu verlieren. Die horizontalen Lens Flares verstärken dramatische Lichtmomente perfekt.

Produzent

Ein Optimo Anamorphic Set kostet etwa 320.000€, amortisiert sich aber durch reduzierte Drehzeiten und weniger Objektivwechsel. Die Miete liegt bei 1.200€/Woche pro Objektiv – deutlich günstiger als komplette Panavision-Pakete. Einziger Kostenfaktor: Das Gewicht erfordert stärkere Kamera-Rigs und geübte Assistenten.

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