Produktionsplan auf einer Seite — Drehtage, Szenen, Locations, Besetzung komprimiert. Schnelle Übersicht für Producer und UPM, nicht für detaillierte Planung.
Ein One-Liner-Plan verdichtet die gesamte Produktion auf eine einzige Seite — maximal zwei, wenn's eng wird. Jede Zeile steht für einen Drehtag und fasst zusammen: Szenen-Nummern, Locations, beteiligte Darsteller, Material und manchmal auch Stab-Positionen. Producer und UPM nutzen das Ding täglich, um schnell zu erfassen, wo's langgeht und ob noch Verzögerungen möglich sind.
Die Stärke liegt in der Lesbarkeit auf den ersten Blick. Statt hundert Seiten Produktionsbuch blättern — ein Blick auf die eine Seite sagt dir: Tag 12, drei Szenen im Warehouse, Hauptcast vollständig, zwei Kamerawagen, Abenddrehs. Fertig. Das funktioniert bei kleineren und mittleren Projekten bestens. Ich hab das Format bei TV-Serien und Low-Budget-Filmen immer dabei gehabt, weil Drehleiter und Produktionsleitung damit schneller entscheiden konnten — schieben wir Szene 47 vor, wenn Schauspieler X krank ausfällt? Ist er in den nächsten drei Tagen noch im Plan? Sekunden-Antwort.
Die praktische Anwendung: Columns sind meist standardisiert — Tag / Drehtag-Nummer / Szenen / Locations / Cast / Spezial-Anforderungen / Notes. Manche Teams arbeiten mit Farben: Grün = im Plan, Orange = Risiko, Rot = blockiert. Bei digitalen Versionen (Google Sheets, Excel) lässt sich das live updaten. Zettel im Regiebüro, schneller Überblick beim morgendlichen Stab-Meeting. Das ersetzt nicht die detaillierte Dispo (die bleibt im Produktionsbüro), aber für Spontan-Entscheidungen ist es Gold.
Wo die Grenze liegt: Ein One-Liner-Plan ist zu dünn für komplexe Locations-Koordination, Sicherheits-Requirements oder Stunts. Das brauchst du extra als Detailed Breakdown. Auch für Kalkulation oder Gagen-Abrechnung taugt die Eine-Seite nichts. Aber als Schnell-Referenz im Produktionsprozess — unersetzlich. Besonders bei Drehstart, wenn noch ständig was verschoben wird, ist das Ding deine schnellste Waffe gegen Chaos.
Aktuelles
In der Praxis wird der Begriff One-Liner häufig synonym mit dem Stripboard verwendet — beide bezeichnen eine verdichtete Ableitung des ausführlichen Shooting Schedule, bei der Szenen und Drehreihenfolge auf das Wesentliche reduziert sind. Software wie Movie Magic Scheduling hat sich als Industriestandard zur Erstellung solcher One-Liner etabliert, gerade in der Vorbereitung von Low-Budget- und Debütproduktionen. Casting-Fachleute nutzen den Begriff zudem in Abgrenzung zu DOOD (Day Out of Days) und vollständigem Drehplan, um schnell Besetzungsbedarf pro Drehtag abzulesen.
Verwandte Begriffe
Quiz
1. Was beschreibt „One-Liner-Plan" am besten?
2. Zu welchem Department gehört „One-Liner-Plan"?