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Nuke
VFX · Technik

Nuke

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Foundrys Industrie-Standard node-basierte Compositing-Software für Film-VFX.

Überblick

Nuke ist eine node-basierte Digital-Compositing- und Visual-Effects-Software, die in der Postproduktion von Film und Fernsehen eingesetzt wird. Sie dient dazu, computergenerierte Bilder (CGI), gerenderte Elemente und gedrehtes Material (Live-Action) zu einem fertigen Bild zusammenzufügen. Anders als ein klassisches Schichten-(Layer-)System arbeitet Nuke mit einem Node-Graph: Jeder Verarbeitungsschritt ist ein Knoten, die zu einem nicht-destruktiven Bildverarbeitungsbaum verbunden werden.

Entwickelt und vertrieben wird Nuke von der Firma Foundry mit Sitz in London. Ursprünglich entstand die Software ab 1993 bei der VFX-Firma Digital Domain; Foundry übernahm sie 2007 und führt die Entwicklung seither fort. Für ihre technische Bedeutung in der Branche erhielt die Software einen Academy Award for Technical Achievement.

Funktionen und Einsatz

Nuke ist auf High-End-Compositing ausgelegt und wird unter anderem für folgende Aufgaben verwendet:

  • Keying: Freistellen von Greenscreen-/Bluescreen-Aufnahmen
  • Rotoscoping: manuelles Freistellen und Maskieren von Bildbereichen
  • Tracking: Erfassen von Kamera- und Objektbewegungen
  • Deep Compositing: Verarbeitung mehrerer Farb-, Transparenz- und Tiefenwerte pro Pixel
  • Integriertes 3D-System: Platzieren von 2D- und 3D-Elementen sowie Projektionsmapping

Die Software bringt laut Hersteller über 200 Nodes mit und lässt sich über eine Python-API sowie ein C++-SDK automatisieren und erweitern. Unterstützt werden branchenübliche Standards wie OpenEXR, OpenColorIO, ACES und USD; ebenso unterstützt Nuke den OpenFX-Plug-in-Standard – einige der mitgelieferten Nodes wie das Keying-Werkzeug Keylight sind selbst als OpenFX-Plug-ins umgesetzt. Nuke läuft auf Windows, macOS und Linux.

Produktfamilie

Nuke wird in mehreren Varianten angeboten, die sich im Funktionsumfang und Lizenzmodell unterscheiden:

ProduktAusrichtung
Nukenode-basiertes Standard-Compositing
NukeXerweitert um 3D-Tracking, Cleanup- und VR-Werkzeuge
Nuke StudioMulti-Shot-Management mit Schnitt-Timeline und Review
Nuke Indiegünstigere Variante für Einzelanwender
Nuke AssistZusatzlizenz (im Lieferumfang von NukeX/Studio)

Branchenrelevanz

Nuke gilt als ein Branchenstandard für Compositing bei aufwendigen Film- und TV-Produktionen. Zu den bekannten Anwendern zählen große VFX- und Animationsstudios wie Industrial Light & Magic, Weta (heute Wētā FX), Framestore, Sony Pictures Imageworks, DreamWorks Animation und Disney Animation.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich schätze Nukes lineare Farbverarbeitung, da sie meinen Log-Aufnahmen entspricht und Grading-Entscheidungen am Set respektiert. Die 32-Bit-Pipeline bewahrt alle Helligkeitsinformationen aus meinen RED-RAW-Files, sodass extreme Belichtungskorrekturen ohne Banding möglich bleiben. Besonders bei HDR-Produktionen kann ich darauf vertrauen, dass meine ursprüngliche Farbwissenschaft im Compositing erhalten bleibt.

Regisseur

Nuke ermöglicht mir präzise Kontrolle über jeden Bildaspekt in der Postproduktion, ohne die ursprüngliche Vision zu kompromittieren. Durch die nicht-destruktive Node-Struktur kann ich verschiedene narrative Ansätze parallel testen - etwa unterschiedliche Stimmungen durch Farbverschiebungen oder Atmosphäre-Varianten. Die Realtime-Preview bei 2K hilft mir, kreative Entscheidungen direkt zu treffen, statt auf Renderings zu warten.

Produzent

Eine Nuke-Lizenz kostet 4.451$ jährlich, amortisiert sich aber durch eingesparte Render-Farm-Zeit und reduzierte Revision-Zyklen. Die Software standardisiert VFX-Pipelines zwischen verschiedenen Dienstleistern, da 80% der professionellen Studios Nuke verwenden. Bei komplexen Projekten reduziert die Node-Effizienz die Compositing-Zeit um durchschnittlich 30% gegenüber Layer-basierten Systemen.

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