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Nikkor 105mm f/2.5
Kamera · Begriffe

Nikkor 105mm f/2.5

Murnau AI illustration
flow para roll take

Klassisches Nikon-Teleobjektiv mit 105mm Brennweite und f/2.5 Lichtstärke — bewährt für Porträts mit natürlicher Perspektive.

Technische Details

Das Objektiv basiert auf der klassischen Sonnar-Konstruktion mit 5-6 Linsenelementen in 4-5 Gruppen, je nach Version. Die Naheinstellgrenze liegt bei 1 Meter, der Filtergewinde-Durchmesser beträgt 52mm. Das ursprüngliche Non-AI-Modell wiegt 420 Gramm bei einer Länge von 63,5mm. Die Blendenlamellen-Konstruktion mit 6-9 Lamellen (modellabhängig) erzeugt das charakteristische Bokeh-Verhalten. Spätere AI- und AI-S-Versionen erhielten verbesserte Vergütungen und modifizierte Fassungen für automatische Belichtungsmessung.

Geschichte & Entwicklung

Nikon stellte das 105mm f/2.5 erstmals 1959 vor, basierend auf dem Zeiss Sonnar-Design der 1930er Jahre. Die ursprüngliche Non-AI-Version (1959-1977) etablierte das Objektiv als Standard für Porträtfotografie. 1977 folgte die AI-Version mit verbesserter Belichtungskupplung, 1981 die AI-S-Variante mit optimierter Vergütung. Die Produktion endete 2005 nach 46 Jahren, wobei über eine Million Exemplare hergestellt wurden.

Praxiseinsatz im Film

Stanley Kubrick verwendete das 105mm f/2.5 extensively für Porträtsequenzen in "Barry Lyndon" (1975) wegen seiner natürlichen Gesichtswiedergabe ohne Weitwinkel-Verzerrung. Die Brennweite eignet sich für Medium Shots und Close-ups ohne störende Nähe zum Darsteller. Bei Vollformat entspricht die Brennweite etwa dem 1,5-fachen der natürlichen Sichtweise, was besonders für Dialogszenen vorteilhaft ist. Das weiche Bokeh isoliert Gesichter effektiv vom Hintergrund, während die moderate Lichtstärke auch bei Available Light noch verwertbare Verschlusszeiten ermöglicht.

Vergleich & Alternativen

Im Gegensatz zu modernen 85mm f/1.4-Objektiven bietet das 105mm f/2.5 einen größeren Arbeitsabstand und weniger extreme Freistellung. Das Canon 100mm f/2.8 oder Zeiss Planar 100mm f/2 sind technische Alternativen mit ähnlicher Brennweite. Moderne Nachfolger wie das Nikkor 105mm f/1.4E oder Sigma 105mm f/1.4 Art bieten höhere Lichtstärke, erreichen aber nicht die charakteristische "Vintage"-Bildwirkung des Originals. Für Filmproduktionen mit Retro-Ästhetik bleibt das klassische 105mm f/2.5 durch seine spezielle Zeichnung unersetzlich.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich nutze das 105mm f/2.5 hauptsächlich für natürliche Porträts, weil es Gesichter ohne Verzerrung abbildet und dabei einen angenehmen Arbeitsabstand ermöglicht. Die moderate Blende f/2.5 gibt mir genug Tiefenschärfe-Kontrolle für präzise Schärfeverlagerungen, ohne dass ich bei schwachem Licht komplett im Dunkeln stehe. Das weiche Bokeh trennt Darsteller sanft vom Hintergrund, ohne dass es künstlich wirkt.

Regisseur

Ich setze das 105mm f/2.5 ein, wenn ich intime Charaktermomente einfangen will, ohne physisch zu nah an die Schauspieler heranzugehen. Die Brennweite komprimiert den Raum subtil und konzentriert die Aufmerksamkeit auf Gesichtsausdrücke, während das sanfte Bokeh ablenkende Hintergrundelemente eliminiert. Für emotionale Schlüsselszenen bevorzuge ich es gegenüber härteren modernen Objektiven wegen seiner organischen Bildwirkung.

Produzent

Das klassische 105mm f/2.5 kostet auf dem Gebrauchtmarkt 200-400 Euro und amortisiert sich durch seine Vielseitigkeit schnell. Es benötigt keine speziellen Halterungen oder Filter-Systeme, was die Ausrüstungskosten niedrig hält. Für Produktionen mit kleinem Budget bietet es professionelle Porträt-Qualität ohne die Investition in teure moderne Festbrennweiten, allerdings muss man beim Licht etwas mehr planen.

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