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N-Log
Kamera · Technik

N-Log

Murnau AI illustration
color grading din color correction primary correction secondary correction power window qualifier 1d lut

Nikons logarithmische Gammakurve für Cinema-orientierte Videoaufnahme.

Überblick

N-Log ist die logarithmische Gammakurve (Log-Profil) von Nikon zur Videoaufzeichnung. Der Name setzt sich aus „N“ (Nikon) und „Log“ (logarithmische Funktion) zusammen. Statt ein kontrastreiches, fertig ausgesehenes Bild aufzuzeichnen, verteilt N-Log die Tonwerte logarithmisch und bewahrt so Zeichnung in Lichtern und Schatten – das Material ist flach und entsättigt und wird erst im Color Grading (Post) auf den Zielfarbraum gebracht.

N-Log ist kein Beleuchtungs- oder Grip-Equipment, sondern eine kamerainterne Aufzeichnungs-Technik. Sie ist Nikons Gegenstück zu Log-Profilen anderer Hersteller wie S-Log (Sony), Log-C (ARRI) oder V-Log (Panasonic) und wurde mit den spiegellosen Z-Kameras eingeführt.

Technische Daten

Laut Nikons offiziellem „N-Log Specification Document“ (Version 1.0.0, 1. September 2018) gilt:

  • Optimierung: Die Kurve ist auf 10-Bit-Aufzeichnung ausgelegt.
  • Referenzpunkt: 18 % Reflexionsgrad (mittleres Grau) entspricht „Stop 0“.
  • Farbraum (Gamut): identisch mit dem Weitwinkel-Farbraum ITU-R BT.2020.
  • Weißpunkt: D65 (CIE xy = 0,3127 / 0,3290).
  • Dynamikumfang: Nikon nennt für N-Log-Material einen erfassbaren Dynamikumfang von bis zu 12 Blendenstufen (stops).
Primärfarbe / WeißpunktCIE xCIE y
Weißpunkt (D65)0,31270,3290
Rot0,7080,292
Grün0,1700,797
Blau0,1310,046

Die Transferfunktion von N-Log zum Reflexionsgrad ist im Spec-Dokument definiert (x = 10-Bit-Codewert, y = Reflexionsgrad): für x < 452 gilt y = (x/650)³ − 0,0075, andernfalls y = exp[(x − 619)/150].

Einsatz am Set

N-Log wird in der Kamera als Tonmodus gewählt und ist je nach Modell intern (z. B. in H.265 10-Bit, ProRes 422 HQ 10-Bit oder als N-RAW/ProRes RAW) oder bei älteren Z-Kameras (Z 6, Z 7) ausschließlich über den HDMI-Ausgang auf einen externen 10-Bit-Rekorder wie den Atomos Ninja aufzeichenbar. Da N-Log ein flaches, entsättigtes Bild liefert, blenden die Kameras eine View-Assist-Funktion ein, die das Monitorbild kontrastreicher darstellt, ohne die Aufzeichnung zu verändern.

Für die Post stellt Nikon eine 3D-LUT bereit, die N-Log in den Rec.-709-Farbraum überführt; sie dient als Ausgangspunkt fürs Grading. Praktischer Bezug zur Beleuchtung: Wegen der nach unten verschobenen Basis-Empfindlichkeit und des großen Dynamikumfangs wird N-Log am Set meist leicht überbelichtet („nach rechts“ belichtet) und sauber ausgeleuchtet, um Rauschen in den Schatten zu vermeiden.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich nutze N-Log hauptsächlich bei schwierigen Lichtsituationen, wo ich später in der Farbkorrektur noch 2-3 Stops rausholen muss. Das flache Bild aus der Kamera sieht beschissen aus, aber ich kann damit Fensterdetails und Gesichter gleichzeitig retten. Bei Standard-Beleuchtung spare ich mir den Aufwand und bleibe bei Nikon Flat.

Regisseur

N-Log gibt mir die Sicherheit, dass schwierige Locations wie Fabrikhallen oder Bars mit Neonlicht später noch rettbar sind, ohne dass ich stundenlang ausleuchten muss. Der erweiterte Dynamikumfang hilft mir, natürliche Lichtstimmungen zu erhalten, die zur Geschichte passen. Allerdings brauche ich immer einen versierten Coloristen, weil das rohe Material völlig leblos wirkt.

Produzent

N-Log bedeutet 30-40% größere Speicheranforderungen und mindestens einen zusätzlichen Tag für Farbkorrektur im Budget. Dafür spare ich oft Beleuchtungszeit am Set, besonders bei Documentary-Style-Produktionen oder tight gedrehten Szenen. Die Nikon-Kameras sind günstiger als RED oder ARRI, aber die Post-Kosten gleichen das teilweise wieder aus.

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