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DIN

Murnau AI illustration
color grading color correction primary correction secondary correction power window qualifier 1d lut 3d lut

Deutsche Filmempfindlichkeitsskala — DIN 21° entspricht ISO 100, Umrechnung: ISO = 2^((DIN-1)/3).

Technische Details

Die DIN-Skala basiert auf logarithmischen Werten: 15° DIN = ISO 25, 18° DIN = ISO 50, 21° DIN = ISO 100, 24° DIN = ISO 200, 27° DIN = ISO 400. Die Messung erfolgte bei einer Schwärzung von 0,1 über Schleier plus Grundschwärzung. Professionelle Filmemulsionen wie Kodak Vision3 50D entsprechen 18° DIN, während hochempfindliche Materialien wie Kodak Vision3 500T bei 27° DIN liegen. Die Temperaturabhängigkeit beträgt ±1/3° DIN pro 10°C Abweichung von 20°C Entwicklungstemperatur.

Geschichte & Entwicklung

Das Deutsche Institut für Normung etablierte 1934 die DIN-Norm als Alternative zum amerikanischen ASA-System. Ferdinand Hurter und Vero Charles Driffield hatten bereits 1890 die sensitometrischen Grundlagen geschaffen. 1974 entstand aus DIN und ASA die internationale ISO-Norm, die beide Systeme vereinte. Eastman Kodak und AGFA-Gevaert verwendeten bis in die 1980er Jahre parallel DIN- und ASA-Angaben auf ihren Filmdosen, bevor ISO vollständig übernahm.

Praxiseinsatz im Film

Cinematographer Gordon Willis arbeitete bei "Der Pate" (1972) bewusst mit unterbelichteten 18° DIN-Emulsionen, um die charakteristische Dunkelheit zu erzeugen. Deutsche Produktionen der 1960er und 1970er kalkulierten Belichtung primär nach DIN-Werten. ARRI-Belichtungsmesser wie der Ultra Spot zeigten beide Skalen parallel an. Die präzise logarithmische Skalierung erleichterte Belichtungskorrekturen: +3° DIN bedeutete stets eine Blendenstufe weniger bei gleicher Belichtung.

Vergleich & Alternativen

Während ASA/ISO linear ansteigen (100, 200, 400), folgt DIN der logarithmischen Wahrnehmung (21°, 24°, 27°). Die Umrechnung: ISO = 2^((DIN-1)/10) × 0,8. Moderne digitale Sensoren verwenden ausschließlich ISO-Werte, wobei Cameras wie die ARRI Alexa Mini ihre nativen ISO 800 als historisches 27° DIN einordnen würden. Belichtungsmesser von Gossen oder Sekonic bieten heute noch DIN-Umrechnung für Vintage-Equipment und historische Filmrestaurationen.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich schätze die DIN-Skala für ihre intuitive logarithmische Logik – wenn ich von 21° auf 24° DIN wechsle, weiß ich sofort, dass ich eine Blende zugewonnen habe. Bei Dreharbeiten mit historischem Equipment oder Filmemulsionen rechne ich oft noch in DIN um, da die 3°-Schritte der natürlichen Belichtungskorrektur entsprechen.

Regisseur

Die DIN-Systematik hilft mir beim Verständnis cinematographischer Referenzen – wenn mein DoP von "21° DIN-Look" spricht, verstehe ich die gewünschte Bildästhetik präziser als bei ISO-Angaben. Besonders bei Periodenfilmen oder wenn wir historische Filmtechniken nachempfinden wollen, orientiere ich mich an den klassischen DIN-Werten der entsprechenden Epoche.

Produzent

DIN-Kenntnisse spare ich Geld bei internationalen Koproduktionen mit deutschen Partnern und beim Einkauf von Vintage-Equipment – viele europäische Händler kalkulieren noch nach DIN-Standards. Die präzise Umrechnung verhindert Materialverschwendung durch Fehlbelichtungen, besonders bei teuren 35mm-Negativbeständen aus europäischer Produktion.

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