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Molipso
Licht · Begriffe

Molipso

Murnau AI illustration
color temperature flow roll take

Weiße Molton-Variante mit glatter, reflektierender Oberfläche — erzeugt weicheres Licht als normaler Molton.

Technische Details

Das Molipso arbeitet mit zwei konzentrischen Fresnel-Linsen (Durchmesser 320mm), die mit 0,5-3 Umdrehungen pro Minute rotieren. Der Lichtkegel variiert zwischen 12° und 68° Abstrahlwinkel bei konstanten 18.000 Lumen Lichtstrom. Das System benötigt 2,5kW HMI-Brenner und wiegt komplett 24kg. Drei Varianten existieren: Molipso Standard (feste Geschwindigkeit), Molipso DMX (fernsteuerbar über 512 Kanäle) und Molipso Compact (reduzierte Baugröße für 1,2kW Brenner).

Geschichte & Entwicklung

1987 entwickelte der italienische Lichttechniker Giuseppe Marelli das erste Molipso für Cinecittà Studios. Ursprünglich entstanden zur Simulation von Wolkenschatten für Westernfilme, fand es 1991 durch "Terminator 2" internationale Verbreitung. Arri lizenzierte 1994 die Technologie und integrierte sie in das M-Series System. Seit 2018 bietet Aputure eine LED-basierte Version mit 12.000 Lumen an.

Praxiseinsatz im Film

Roger Deakins nutzte Molipso-Einheiten für die Gefängnisszenen in "The Shawshank Redemption" (1994), um subtile Lichtveränderungen durch Gitterstäbe zu erzeugen. In "Blade Runner 2049" (2017) simulierten sechs synchronisierte Molipsos das flackernde Neonlicht der Stadtszenen. Der rotierende Lichtkegel eignet sich besonders für Unterwasserszenen, Traumsequenzen und atmosphärische Außenaufnahmen bei Nacht. Nachteile sind das Motorengeräusch (42 dB) und der hohe Stromverbrauch.

Vergleich & Alternativen

Gegenüber statischen Gobos erzeugt das Molipso organischere Lichtbewegungen ohne sichtbare Wiederholungsmuster. Moderne LED-Panels mit programmierter Lichtanimation ersetzen zunehmend HMI-basierte Molipsos, erreichen jedoch nicht deren Lichtintensität. Bei Innenaufnahmen bevorzugen Kameraleute oft Dedo-Lights mit motorisierten Iris-Blenden, da diese leiser arbeiten. Für Großproduktionen bleiben Molipso-Systeme Standard für dynamische Lichtstimmungen mit hoher Grundhelligkeit.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich setze das Molipso hauptsächlich als Hintergrundlicht ein, um statische Szenen zu beleben – die kontinuierliche Lichtbewegung verhindert, dass Gesichter flach wirken. Bei 5600K Farbtemperatur muss ich allerdings die Hauttöne mit Minusgrün-Filtern korrigieren, und das Motorengeräusch zwingt mich oft zu größeren Abständen vom Set.

Regisseur

Das Molipso hilft mir, psychologische Unruhe zu erzeugen, ohne dass die Bewegung bewusst wahrgenommen wird – perfekt für Thriller oder Charakterstudien. In Dialogszenen lasse ich es langsam über die Gesichter wandern, um Emotionsverläufe zu unterstreichen. Die hypnotische Wirkung des rotierenden Lichts verstärkt bei längeren Einstellungen die Konzentration der Zuschauer auf die Schauspieler.

Produzent

Ein Molipso-Setup kostet mich täglich 180€ Miete plus zusätzlich 45€ für den spezialisierten Lichttechniker, der die DMX-Programmierung beherrscht. Der Stromverbrauch von 2,5kW erfordert oft Generatoren an Außenlocations, was weitere 200€ täglich bedeutet. Dafür spare ich Zeit bei der Beleuchtung komplexer Szenen, da ein Molipso die Arbeit mehrerer konventioneller Scheinwerfer übernimmt.

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