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Micro Four Thirds
Kamera · Technik

Micro Four Thirds

Murnau AI illustration
mft mount third stop three perf

Sensorformat mit 2x Crop-Faktor (17.3x13mm), beliebt für kompakte Kinokameras.

Überblick

Micro Four Thirds (MFT, auch M4/3 oder M43) ist ein offener Standard für das Sensorformat und das Objektivbajonett spiegelloser Wechselobjektivkameras. Er wurde 2008 von Olympus und Panasonic vorgestellt und leitet sich vom älteren Four-Thirds-System für Spiegelreflexkameras ab. Da bei MFT der Spiegelkasten entfällt, fällt das Auflagemaß (Flange Distance) deutlich kürzer aus, was kompaktere Gehäuse und über Adapter eine breite Objektivkompatibilität ermöglicht. Im Film- und Videobereich ist MFT vor allem durch Kameras von Blackmagic Design (Pocket Cinema Camera), Panasonic (Lumix-GH-Serie), JVC und Drohnen-/Gimbal-Systeme von DJI verbreitet.

Technische Daten

MerkmalWert
Nutzbare Sensorflächeca. 17,3 mm × 13,0 mm (Diagonale ca. 21,6 mm)
Natives Seitenverhältnis4:3
Crop-Faktor (zu Vollformat/35 mm)2,0×
Auflagemaß (Flange Focal Distance)19,25 mm
BajonettBajonettverschluss mit elektronischer Kontaktleiste
Einführung2008 (Olympus / Panasonic)

Der 2,0-fache Crop-Faktor bedeutet, dass die Brennweite eines Objektivs gegenüber dem Vollformat verdoppelt erscheint: Ein 25-mm-Objektiv liefert ein Bildfeld, das etwa einem 50-mm-Objektiv am Vollformat entspricht.

Einsatz am Set

Das kurze Auflagemaß macht MFT besonders adaptierfreudig: Über mechanische Adapter lassen sich Objektive mit PL-, EF-, F- oder anderen Mounts ansetzen, was den Einsatz vorhandener Cine-Optiken erlaubt. Das kompakte Format und geringe Gewicht der Gehäuse begünstigen Einsätze an Gimbals, Drohnen, Sliders und in beengten Aufbauten. Zu beachten ist, dass herstellerspezifische Sensorgrößen vom Standardmaß abweichen können: Blackmagic verwendet etwa in der Pocket Cinema Camera 4K einen Sensor mit anderer Fläche und einem Crop-Faktor um 1,9×, sodass das resultierende Bildfeld je nach Modell vom reinen MFT-Nennwert abweicht.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Als DoP schätze ich an MFT die kompakte Bauweise für Handheld-Sequenzen und die natürliche Tiefenschärfe bei Dokumentaraufnahmen. Der 2x-Crop-Faktor gibt mir mehr Brennweite bei Teleobjektiven, macht aber Weitwinkel-Einstellungen teurer. Die In-Body-Stabilisierung der aktuellen Modelle erspart mir oft das Stativ bei Available-Light-Situationen.

Regisseur

Ich nutze MFT-Kameras gerne für intimate Charakterszenen, da die Schauspieler weniger von der kompakten Technik abgelenkt werden. Die längeren Brennweiten durch den Crop-Faktor helfen mir bei Portrait-Aufnahmen, auch mit günstigen Objektiven eine natürliche Perspektive zu erreichen. Für emotionale Close-ups in beengten Räumen ist das System unschlagbar diskret.

Produzent

MFT reduziert meine Equipment-Kosten um 30-40% gegenüber Vollformat-Systemen bei vergleichbarer Bildqualität für Online-Content. Die geringeren Transport- und Versicherungskosten durch das kompakte System amortisieren sich bei längeren Drehs. Netflix-Compliance mit der GH5S macht MFT für meine Streaming-Produktionen budgettauglich ohne Qualitätsverlust.

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