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Mamiya Sekor
Kamera · Begriffe

Mamiya Sekor

Murnau AI illustration
flow para roll take

Objektivserie für Mamiya-Mittelformatkameras mit hoher Schärfeleistung — bevorzugt für Porträt- und Produktfotografie am Set.

Technische Details

Die Sekor-Objektive basieren auf verschiedenen optischen Konstruktionen: Die Standard-50mm-Objektive verwenden meist 6-7 Linsen in 4-5 Gruppen, während Weitwinkelobjektive wie das 37mm retrofokale Designs mit bis zu 11 Linsen einsetzen. Typische Lichtstärken reichen von f/1.4 bei den 80mm-Porträtobjektiven bis f/8 bei den Super-Teleobjektiven. Das Filtergewinde variiert zwischen 52mm und 95mm je nach Brennweite. Die Objektive für das RB67-System verwenden Zentralverschlüsse mit Zeiten von 1/400s bis 1s, während die RZ67-Varianten elektronisch gesteuerte Verschlüsse mit bis zu 1/700s bieten.

Geschichte & Entwicklung

1961 führte Mamiya die ersten Sekor-Objektive für die Mamiya Prismat ein. 1970 markierte die Einführung der RB67 einen Wendepunkt mit speziell entwickelten Sekor-C-Objektiven für das 6x7cm-Format. 1982 folgte die RZ67 mit verbesserten Sekor-Z-Objektiven, die Mehrschichtvergütung und präzisere mechanische Toleranzen boten. Die letzte Generation Sekor-NB entstand 1990 für das RB67 Pro-S System. Die Produktion endete 1999 mit der Einstellung der analogen Mamiya-Systeme.

Praxiseinsatz im Film

Mamiya Sekor-Objektive fanden Verwendung in der Standbildfotografie für Filmproduktionen, insbesondere bei Publicity-Aufnahmen und Set-Fotografien. Das 6x7cm-Format lieferte ausreichend Auflösung für großformatige Drucke in Magazinen und Plakaten. Kameraleute wie Douglas Slocombe nutzten Mamiya-Systeme parallel zur Filmarbeit für Locationscouts und Testaufnahmen. Die hohe Schärfeleistung der 127mm f/3.8-Objektive machte sie zu bevorzugten Werkzeugen für Porträtarbeiten von Schauspielern.

Vergleich & Alternativen

Mamiya Sekor konkurrierte direkt mit Hasselblad Zeiss-Objektiven und Pentax 67-Optiken im professionellen Mittelformat-Segment. Während Hasselblad modularer konstruiert war, bot Mamiya integrierte Verschlüsse und größere Bildformate. Moderne Alternativen sind Fujifilm GFX-Objektive oder adaptierte Vintage-Optiken an digitalen Mittelformatkameras. Phase One XF-Systeme haben heute die Position von Mamiya im Studio-Bereich übernommen, erreichen aber durch Sensortechnologie höhere Auflösungen als die ursprünglichen Filmformate.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich schätze die Sekor-Objektive für ihre neutrale Farbwiedergabe und geringe Verzeichnung, besonders das 90mm f/3.8 für Porträts ohne die typische Hasselblad-Wärme. Die großen Bildkreise erlauben minimale Objektivbewegungen für Perspektivkorrekturen, was bei Architekturaufnahmen am Set nützlich ist.

Regisseur

Für mich sind Mamiya-Aufnahmen Referenzmaterial – die Schärfe und der natürliche Look helfen beim Briefing meines DoPs über die gewünschte Bildsprache. Das quadratische 6x7-Format zwingt zu bewussteren Bildkompositionen als 35mm-Testaufnahmen.

Produzent

Mamiya-Systeme waren kostengünstiger als Hasselblad-Equipment bei vergleichbarer Qualität, wichtig für Set-Fotografen mit begrenzten Budgets. Heute sind gut erhaltene Sekor-Objektive Sammlerobjekte geworden, die sich als Investition für Produktionsfirmen rechnen können.

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