Filmlexikon.
Unterstützen
Lunch Box
Licht · Begriffe

Lunch Box

Murnau AI illustration
color temperature flow lunch roll take

Lunch Box: Kompakter mobiler Stromverteiler mit mehreren CEE-Ausgängen für kleinere Lichtsetups am Set.

Technische Details

Moderne Lunch Boxes arbeiten mit Lithium-Ionen-Akkus (150-300 Wh Kapazität) und bieten 2-6 Stunden kontinuierliche Beleuchtung. Die Leuchtenköpfe verwenden austauschbare Leuchtmittel: LED-Module (3200K-5600K, CRI >95) oder Tungsten-Lampen (3200K, 25W/50W/100W). Dimmer-Steuerung erfolgt über analoge Potentiometer oder DMX-Interface. Typische Abstrahlwinkel variieren zwischen 20° (Spot) und 60° (Flood). Professionelle Systeme wie die Dedolight DLED oder Arri Orbiter bieten zusätzlich Funksteuerung und Farbtemperatur-Kontrolle über Apps.

Das Koffersystem verfügt über Schaumstoff-Einlagen, die jeden Leuchtenkopf, Kabel, Diffusoren und Barn Doors sicher fixieren. Externe Anschlüsse ermöglichen den Betrieb über Netzstrom oder V-Mount-Batterien.

Geschichte & Entwicklung

1987 entwickelte Dedo Weigert die erste kommerzielle Lunch Box als Antwort auf die wachsende Nachfrage nach mobiler Beleuchtung bei Dokumentarfilmen und News-Produktionen. Die ursprüngliche "DEDO System" verwendete 12V-Tungsten-Lampen mit 20W-150W Leistung.

2003 führte Litepanels LED-basierte Versionen ein, die Hitzeentwicklung und Stromverbrauch drastisch reduzierten. Seit 2015 dominieren volldigitale Systeme mit App-Steuerung und erweiterten Farbspektren den Markt. Moderne Lunch Boxes integrieren RGBW-LEDs und ermöglichen Effektbeleuchtung direkt aus dem Koffer.

Praxiseinsatz im Film

Lunch Boxes etablierten sich als Standard bei Run-and-Gun-Produktionen, Interviews und Car Rigs. Bei "The Social Network" (2010) nutzte Kameramann Jeff Cronenweth Dedolight-Lunch-Boxes für spontane Dialog-Szenen in beengten Harvard-Räumen. Dokumentarfilmer wie Errol Morris verwenden sie systematisch für schnelle Interview-Setups ohne externe Stromversorgung.

Der typische Workflow umfasst: Auspacken, Leuchtenköpfe positionieren, Batterie anschließen – einsatzbereit in unter drei Minuten. Nachteile: begrenzte Lichtleistung, kurze Betriebsdauer bei maximaler Helligkeit, eingeschränkte Modifikationsmöglichkeiten gegenüber Studio-Leuchten.

Vergleich & Alternativen

Lunch Boxes unterscheiden sich von klassischen Location-Kits durch die integrierte Stromversorgung und kompakte Bauweise. Panel-Lights (Litepanels, Astra) bieten mehr Lichtleistung, benötigen aber externe Batterien. LED-Matten sind flexibler, jedoch weniger robust für den Transport.

Moderne Alternativen umfassen modulare Systems wie Astera Tubes oder Quasar Science Q-LED, die drahtlose Steuerung und erweiterte Farboptionen bieten. Für größere Productions werden Lunch Boxes zunehmend durch Battery-powered HMI-Systeme (ARRI M-Series) ersetzt, die deutlich mehr Lichtleistung bei ähnlicher Mobilität liefern.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich schätze Lunch Boxes für spontane Aufhellungen in schwierigen Locations – drei kleine Köpfe ergeben weiches Dreieck-Licht ohne Kabelsalat. Die begrenzte Power zwingt mich zu kreativen Lösungen: nah ran, Bouncing über weiße Wände, gezieltes Akzentlicht statt Flächenausleuchtung. Bei Available-Light-Situationen sind sie perfekt für subtile Gesichtsaufhellung ohne das natürliche Lichtgefühl zu zerstören.

Regisseur

Lunch Boxes geben mir die Freiheit, auch an unmöglichen Orten zu drehen – im Auto, in winzigen Apartments, auf Dächern ohne Stromanschluss. Das kompakte Setup macht Schauspieler weniger nervös als große Lichtbatterie und ermöglicht intimere Performances. Für Thriller nutze ich die gezielte Lichtsetzung, um Gesichter selektiv zu modellieren und Schatten dramatisch zu platzieren.

Produzent

Eine professionelle Lunch Box kostet 2.000-8.000 Euro, amortisiert sich aber durch gesparte Generatormiete und reduzierte Crew-Größe. Setup-Zeit sinkt von 45 auf 5 Minuten – das bedeutet mehr Drehtag-Effizienz und weniger Location-Miete. Für Dokumentationen und Corporate-Produktionen sind sie unverzichtbar, bei Spielfilmen nur als Backup oder für spezielle Sequenzen wirtschaftlich sinnvoll.

Im Lexikon weiter

Verwandte Begriffe

Wissen testen

Quiz

1. Was beschreibt „Lunch Box" am besten?

2. Zu welchem Department gehört „Lunch Box"?

3. Wie viele verschiedene Fachperspektiven bietet dieser Eintrag?

Fehler melden
Aus dem Filmfarm-Ökosystem

Bildsprache verstehen, Produktionen kalkulieren, Crew vernetzen.

Das Lexikon ist Teil des Filmfarm-Ökosystems — neben Kalkulation (FilmBalance), Branchen-Magazin (FilmCircus) und Crew-Vernetzung (FilmCall, CrewMesh). Eine gemeinsame Begriffswelt für die ganze Produktion.

FilmFarm FilmRadarBald verfügbarFilmPulseBald verfügbarFilmNumbersBald verfügbarFilmCapitalBald verfügbarFilmLabBald verfügbarFilmBalanceBald verfügbarFilmCircusBald verfügbar