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LiteCloth
Licht · Begriffe

LiteCloth

Murnau AI illustration
color temperature flow roll take

LiteCloth: Flexibles LED-Leuchtgewebe von LiteGear, das sich biegen und an unebene Oberflächen anpassen lässt.

Definition

LiteCloth bezeichnet flexible LED-Flächenleuchten mit textilartiger Beschaffenheit, die aus einer dünnen, biegbaren Folie mit integrierten LEDs bestehen. Die Leuchten sind typischerweise 3-8 mm dünn und wiegen bei einer 1x1m-Fläche nur 800-1200g. Der Begriff etablierte sich ab 2012 als Gattungsbezeichnung für diese neue Generation ultraleichter, faltbarer Studioleuchten.

Technische Details

Standard-LiteCloths arbeiten mit 3200K-5600K bi-color LEDs bei einem CRI-Wert von 95+ und TLCI von 97+. Typische Leistungsaufnahme liegt bei 72-144 Watt pro Quadratmeter bei einer Lichtausbeute von 1200-2400 Lux in einem Meter Entfernung. Die Konstruktion basiert auf einer flexiblen Leiterplatte mit SMD-LEDs, eingebettet in eine diffuse Silikonschicht. Erhältlich sind Größen von 1x1 Fuß bis 4x4 Fuß, wobei größere Einheiten modular zusammensetzbar sind. Die Betriebsspannung beträgt 48V DC mit DMX512-Steuerung für professionelle Anwendungen.

Geschichte & Entwicklung

Die ersten flexiblen LED-Panels entwickelte die kalifornische Firma Litegear 2011, wobei der erste kommerzielle LiteMat im Jahr 2012 auf der NAB vorgestellt wurde. Aladdin Lights folgte 2014 mit dem Bi-Flex, während Arri 2016 mit der SkyPanel-Soft-Serie in den Markt einstieg. Die Technologie basiert auf Entwicklungen aus der Automobilindustrie, wo flexible OLEDs für Innenraumbeleuchtung erforscht wurden. Seit 2018 ermöglichen RGB-Versionen vollständige Farbspektrum-Kontrolle.

Praxiseinsatz im Film

Bei "Blade Runner 2049" (2017) nutzte DoP Roger Deakins LiteCloths für die subtile Beleuchtung enger Cockpit-Szenen, wo herkömmliche Leuchten keinen Platz fanden. Die Flexibilität ermöglicht das Formen um Ecken und Kanten sowie die Integration in Setbauten. Typischer Workflow: LiteCloth wird mit Klettband oder Magneten positioniert, per App oder DMX-Controller gesteuert und durch zusätzliche Diffusion oder Farbfolien modifiziert. Nachteile umfassen begrenzte Lichtleistung im Vergleich zu harten Quellen und höhere Anschaffungskosten pro Lumen.

Vergleich & Alternativen

LiteCloth unterscheidet sich von starren LED-Panels durch die Biegsamkeit und von Kino Flo-Röhren durch die flächige Lichtverteilung ohne Streaking. RGB-LED-Strips bieten zwar ähnliche Flexibilität, jedoch ungleichmäßige Lichtverteilung und schlechtere Farbwiedergabe. Moderne Alternativen wie die Astera Titan Tubes kombinieren Flexibilität mit höherer Lichtausbeute, während OLED-Panels dünnere Profile bei noch geringerer Hitzeentwicklung versprechen. Für große Flächen bleibt SkyPanel oder ähnliche modulare Systeme kosteneffizienter.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich schätze LiteCloths für extreme Close-ups und beengte Drehorte, wo ich sanftes Fülllicht brauche ohne Schatten von Rigging. Die gleichmäßige Lichtverteilung eliminiert Hotspots, aber für Gegenlicht oder harte Schatten reicht die Leistung nicht aus. Bei RGB-Versionen kann ich Hautton-Korrekturen direkt am Set machen, ohne Folien zu wechseln.

Regisseur

Diese flexiblen Leuchten erlauben mir, Licht organisch in die Szene zu integrieren – ich kann sie hinter Requisiten verstecken oder als praktische Lichtquelle tarnen. Für intime Gesprächsszenen schaffe ich damit ein natürliches Wrapped-Around-Light, das Schauspieler entspannter wirken lässt. Die stufenlose Dimmung hilft mir, die emotionale Intensität einer Szene subtil zu modulieren.

Produzent

LiteCloths reduzieren meine Grip-Kosten erheblich, da sie ohne schweres Rigging auskommen und schneller aufgebaut sind als konventionelle Setups. Ein 2x2-Kit kostet 4000-6000€, rechnet sich aber durch gesparte Arbeitszeit. Transport wird günstiger, da fünf LiteCloths in eine Tasche passen, die früher ein ganzer Truck voller Tungsten-Leuchten füllte.

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