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Lightstar
Licht · Begriffe

Lightstar

Murnau AI illustration
color temperature flow roll take

Lightstar: Herstellermarke für professionelle LED-Panels und Studioleuchten mit variabler Farbtemperatur.

Technische Details

Die Lightstar-Serie basierte auf dem Fresnel-Prinzip mit stufenloser Fokussierung von 12° Spot bis 60° Flood. Das Modell Lightstar 575W erreichte bei 3200K Farbtemperatur eine Lichtstärke von 18.000 Candela im Spot-Modus. Die Gehäuse bestanden aus Aluminiumdruckguss mit Zwangsbelüftung durch Axiallüfter bei Modellen ab 1kW. Charakteristisch war das patentierte Quick-Change-System für Torblenden und Filter sowie die asymmetrische Gehäuseform zur besseren Wärmeableitung. Die größeren Modelle (5kW, 10kW, 20kW) verfügten über separate Vorschaltgeräte und DMX-512-Steuerung für Dimmerfunktionen.

Geschichte & Entwicklung

LTM führte die erste Lightstar 1985 als Antwort auf die wachsende Nachfrage nach kompakteren Studioleuchten ein. 1988 folgte die Integration von HMI-Varianten, 1994 die Einführung der fernsteuerbaren Lightstar-Remote-Serie. Ein Meilenstein war 1997 die Lightstar Crystal mit verbesserter Optik und 15% höherer Lichtausbeute. Die Produktion endete 2010, als LED-Technologie den Markt zu dominieren begann. Insgesamt verkaufte LTM über 200.000 Lightstar-Einheiten weltweit.

Praxiseinsatz im Film

Lightstar-Scheinwerfer prägten die Filmproduktion der 1990er und 2000er Jahre. "Titanic" (1997) verwendete über 150 Lightstar-Einheiten für die Innenaufnahmen des Schiffes. Die kompakte Bauweise ermöglichte den Einsatz in beengten Sets, während die gleichmäßige Lichtverteilung natürlich wirkende Portraits erzeugte. Typischer Workflow: Lightstar als Key-Light in 575W oder 1kW, kombiniert mit Softboxen oder Diffusionsmaterial. Nachteile waren die begrenzte Dimmbarkeit ohne Flackern unter 20% und die Hitzeentwicklung bei längeren Drehzeiten.

Vergleich & Alternativen

Hauptkonkurrenten waren Arri's Arrilite-Serie und Mole-Richardson's Mighty Mole, wobei Lightstar durch bessere Farbkonsistenz punktete. Moderne LED-Panels wie Arri SkyPanel oder Litepanels Gemini bieten heute ähnliche Lichtqualität bei geringerem Stromverbrauch und Hitzeentwicklung. Während Lightstar ausschließlich Tungsten-Licht lieferte, ermöglichen LED-Alternativen variable Farbtemperatur von 2700K bis 6500K. In Vintage-orientierten Produktionen werden original Lightstar-Scheinwerfer weiterhin eingesetzt, da ihre Lichtcharakteristik authentische Filmoptik der späten Analogzeit erzeugt.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich schätzte die Lightstar für ihre weiche, gleichmäßige Lichtverteilung ohne Hot-Spots, die besonders bei Hautpartien natürlich wirkte. Die stufenlose Fokussierung von 12° bis 60° gab mir präzise Kontrolle über Lichtformung, auch wenn das Gewicht von 8kg bei der 1kW-Version Grip-Unterstützung erforderte. Das warme 3200K-Licht harmonierte perfekt mit Kodak Vision3-Filmstock.

Regisseur

Mit Lightstar konnte ich subtile Stimmungsübergänge durch sanfte Fokusveränderungen erzeugen - von hartem Film-Noir-Look im Spot bis zu weicher Romantik im Flood-Modus. Die konstante Farbtemperatur über die gesamte Dimmkurve unterstützte emotionale Kontinuität in längeren Dialogszenen. Allerdings limitierte die Hitzeentwicklung die Drehzeit mit Schauspielern auf maximal 20 Minuten.

Produzent

Eine Lightstar 1kW kostete 1995 etwa 3.500 DM, war aber durch Robustheit und niedrige Wartungskosten wirtschaftlich. Der Stromverbrauch von 1,2kW pro Einheit erforderte ausreichend Generatorkapazität, dafür entfielen teure HMI-Vorschaltgeräte. Heute kaufe ich gebrauchte Lightstar-Sets für period-piece-Produktionen zu 200-300 Euro pro Einheit als kostengünstige Vintage-Alternative.

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