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LEMO
Kamera · Begriffe

LEMO

Murnau AI illustration
flow para roll take

LEMO: Schweizer Rundsteckverbinder für professionelle Kameratechnik — wasserdicht, robust und selbstsichernd für kritische Verbindungen.

Technische Details

LEMO-Stecker verwenden präzisionsgefertigte Kontaktstifte mit Goldplattierung für optimale Signalübertragung. Standardgrößen reichen von 00 (2,5mm Außendurchmesser) bis 3 (26mm), wobei in der Filmtechnik hauptsächlich Größe 1 (9mm) verwendet wird. Die Steckverbinder erreichen IP68-Schutzart und übertragen Frequenzen bis 3 GHz bei Impedanzen von 50Ω oder 75Ω. LEMO 1B.302 (2-polig) und 1B.303 (3-polig) sind die häufigsten Varianten für HD-SDI und Timecode-Übertragung.

Geschichte & Entwicklung

Léon Mouttet gründete 1946 in der Schweiz LEMO SA und entwickelte die ersten self-latching Rundsteckverbinder für die Uhrenindustrie. 1972 führte LEMO die push-pull-Verriegelung ein, die zum Industriestandard wurde. Ab den 1980ern etablierten sich LEMO-Verbinder in der professionellen Broadcast-Technik, zunächst bei Arri und später bei RED, ALEXA und anderen Kamerasystemen als Standard für Auxiliary-Anschlüsse.

Praxiseinsatz im Film

ALEXA-Kameras nutzen LEMO-Buchsen für Timecode-Synchronisation, während RED-Systeme LEMO-Verbinder für Monitor-Outputs einsetzen. Bei "Blade Runner 2049" (2017) ermöglichten LEMO-Timecode-Verbindungen die präzise Synchronisation zwischen 15 ALEXA-Kameras für die komplexen Hologramm-Sequenzen. Wireless Follow Focus-Systeme wie Preston MDR verwenden LEMO-Anschlüsse für Run/Stop-Signale. Die selbstverriegelnde Mechanik verhindert versehentliches Lösen während des Drehs, was bei Standard-BNC-Verbindern häufig Signalverluste verursacht.

Vergleich & Alternativen

Im Gegensatz zu BNC-Steckern (Bajonett-Verschluss) bieten LEMOs höhere Packungsdichte und bessere EMV-Abschirmung. Fischer-Stecker erreichen ähnliche Robustheit, sind jedoch größer und teurer. USB-C verdrängt zunehmend LEMO bei Consumer-Kameras, kann aber nicht die mechanische Zuverlässigkeit für 16-Stunden-Drehtage bieten. Für kritische Anwendungen bleiben LEMO-Verbinder unersetzt: Timecode-Sync erfordert die absolute Zuverlässigkeit, die nur mechanische Verriegelung gewährleistet.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich verlasse mich auf LEMO-Timecode-Verbindungen für Multi-Cam-Setups, weil sie sich niemals versehentlich lösen – bei "1917" hätte ein verlorener Sync die One-Shot-Illusion zerstört. Die kompakte Bauform ermöglicht es mir, auch bei beengten Steadicam-Rigs saubere Verkabelung zu realisieren, ohne dass Kabel an Türrahmen hängen bleiben.

Regisseur

Ich nutze LEMO-basierte Wireless-Systeme für diskrete Kamera-Fernsteuerung bei Schauspielern-nahen Einstellungen, wo sichtbare Bedienung die Performance stören würde. Die absolute Zuverlässigkeit gibt mir die Freiheit, auch bei emotionalen Szenen spontan Zoom oder Fokus zu justieren, ohne Takes durch technische Ausfälle zu verlieren.

Produzent

LEMO-Verbinder kosten 180€ pro Stück, aber verhindern kostspieligere Re-Shoots durch Signalverluste – ein einziger verlorener Drehtag kostet mehr als die komplette Set-Verkabelung. Die Standardisierung auf LEMO reduziert mein Equipment-Inventory, da ein Kabeltyp für Timecode, Monitor-Feeds und Remote-Steuerung funktioniert.

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