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Großformat
Kamera · Technik

Großformat

Large Format
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Sensor- oder Filmformat größer als Super 35, einschließlich Vista Vision und Vollformat.

Überblick

Large Format (LF, dt. „Großformat") bezeichnet in der Kamera- und Aufnahmetechnik alle Bildformate, deren Sensor- bzw. Filmfläche größer ist als das klassische Super-35-Format. Der Begriff fasst mehrere Stufen zusammen: das Full-Frame-Format (auch „Vollformat", abgeleitet vom Kleinbild- bzw. VistaVision-Maß) sowie das deutlich größere 65mm-Großformat. In der digitalen Cinematografie wird „Large Format" häufig synonym mit Full Frame verwendet, im engeren Sinn meint es jedoch Sensoren, die über das 36x24mm-Vollformat hinausgehen.

Der größere Aufnahmebereich verändert die optische Bildwirkung gegenüber Super 35: Bei gleicher Bildausschnitts-Komposition ergibt sich eine geringere Schärfentiefe, und für denselben Bildwinkel werden längere Brennweiten benötigt. Dadurch entsteht der charakteristische „Large-Format-Look" mit weicher Hintergrund-Trennung und sanftem Schärfeverlauf.

Format-Stufen und typische Kameras

  • Super 35 – langjähriges Referenzformat, Sensorfläche deutlich kleiner als Vollformat (Größenordnung knapp 25mm Bildbreite).
  • Full Frame / Large Format – Sensor in Kleinbildgröße. Beispiele: ARRI Alexa LF / Alexa Mini LF, Sony VENICE, RED Monstro/V-Raptor (VV/8K), Canon C700 FF.
  • 65mm-Großformat – größtes gebräuchliches Digitalformat, deutlich über Vollformat. Beispiel: ARRI Alexa 65.

Technische Daten (Sensor-Aktivfläche)

Format / KameraAktive SensorflächeQuelle
Sony VENICE (Full Frame)36 x 24 mmSony Cinematography
ARRI Alexa Mini LF / LF36,70 x 25,54 mmARRI Technical Data
ARRI Alexa 65 (65mm)54,12 x 25,58 mmARRI Rental

Zum Vergleich: Eine Super-35-Sensorfläche liegt in der Größenordnung von rund 25mm Bildbreite und damit deutlich unter dem Vollformat. Maße einzelner Sensoren variieren je nach Hersteller und gewähltem Recording-Format.

Einsatz am Set

Large-Format-Produktionen stellen besondere Anforderungen an Objektive und Fokus: Optiken müssen einen ausreichend großen Bildkreis ausleuchten („LF-Coverage"), sonst kommt es zu Vignettierung. Die geringere Schärfentiefe erhöht den Druck auf die Fokus-Assistenz (1st AC), da der Schärfebereich enger ausfällt. Für Beleuchtung und Grip bedeutet das größere Format in der Regel keine grundlegend andere Vorgehensweise als bei Super 35, jedoch wirken sich Lichtsetzung und Hintergrund-Separation durch den Look-Unterschied auf gestalterische Entscheidungen aus.

Neben den etablierten Systemen kündigte Sony 2026 mit dem RIALTO 65 einen 65mm-Sensorblock für die VENICE-2-Plattform an (angekündigte Sensorfläche ca. 53,75 x 35,83 mm, Diagonale ca. 64,6 mm; Markteinführung laut Hersteller in der ersten Jahreshälfte 2027). Dies zeigt den anhaltenden Trend hin zu immer größeren Aufnahmeformaten in der High-End-Cinematografie.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Als DoP schätze ich die geringere Schärfentiefe bei f/2.8, die mir Gesichter plastischer vom Hintergrund trennt als jedes 35mm-Format. Die längeren Brennweiten komprimieren Räume weniger stark, wodurch ich natürlichere Perspektiven für Personenführung erreiche. Allerdings muss mein 1st AC deutlich präziser fokussieren, da schon 2cm Abweichung bei Nahaufnahmen sichtbare Unschärfe bedeuten.

Regisseur

Großformat gibt mir die Möglichkeit, Zuschauer physisch in die Szene hineinzuziehen – besonders bei IMAX spürt das Publikum jeden Kameraschwenk körperlich mit. Die natürlicheren Proportionen lassen Schauspieler authentischer wirken, während die extreme Auflösung jede Emotion in Großaufnahmen intensiviert. Für Actionsequenzen ist die Immersion unübertroffen, erfordert aber durchdachtere Bildkomposition.

Produzent

Eine 65mm-Produktion kostet durch Rohfilm, Equipment und Postproduktion etwa 30% mehr als Super 35mm, rechtfertigt aber Premium-Ticketpreise und längere Kinolaufzeiten. IMAX-Versionen generieren 20-40% Mehrerlös bei Blockbustern, während die limitierte Verfügbarkeit von 65mm-Equipment Drehpläne um 2-3 Wochen verlängern kann. Digitales Großformat reduziert diese Mehrkosten auf etwa 10-15%.

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