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Blackmagic RAW
Kamera · Equipment

Blackmagic RAW

Murnau AI illustration
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Blackmagics Codec mit Raw-Flexibilität bei kleineren Dateigrößen durch teilweises In-Camera-Debayering.

Technische Details

Blackmagic RAW unterstützt Auflösungen von 1920×1080 bis 8192×4320 bei Frameraten bis 120fps, abhängig vom Kameramodell. Das Format arbeitet mit 12-Bit-Farbtiefe und nutzt einen wavelet-basierten Kompressionsalgorithmus. Verfügbare Qualitätsstufen sind 3:1, 5:1, 8:1 und 12:1 (konstante Qualität) sowie Q0 und Q5 (konstante Bitrate). Die Metadaten enthalten Kamera-spezifische Parameter wie ISO, Weißabgleich und Belichtung. Das partial debayering verschiebt rechenintensive Prozesse auf die Post-Production-Hardware und ermöglicht GPU-beschleunigte Dekodierung in DaVinci Resolve.

Geschichte & Entwicklung

Blackmagic Design führte das Format im April 2018 mit der URSA Mini Pro 4.6K G2 ein. Die Entwicklung zielte darauf ab, die Dateigröße von unkomprimierten Cinema DNG-Dateien zu reduzieren, ohne die Farbkorrektur-Flexibilität zu opfern. 2019 erweiterte Blackmagic die Unterstützung auf die Pocket Cinema Camera 4K und 6K. Seit 2020 implementieren alle neuen Blackmagic-Kameras das Format standardmäßig. Version 2.0 des Codecs brachte 2021 verbesserte Kompressionseffizienz und erweiterte Metadaten-Unterstützung.

Praxiseinsatz im Film

Die Netflix-Serie "The Queen's Gambit" (2020) nutzte Blackmagic RAW für einzelne Sequenzen, die mit URSA Mini Pro 12K aufgenommen wurden. Dokumentarfilmer bevorzugen das Format wegen der geringeren Speicheranforderungen bei langen Drehtagen – eine 128GB CFast-Karte fasst etwa 55 Minuten 4K-Material in 5:1-Kompression. In DaVinci Resolve erfolgt die Bearbeitung nativ ohne Transkodierung. Farbkorrekteure schätzen die Möglichkeit, ISO-Werte und Weißabgleich in der Post-Production anzupassen, ohne Qualitätsverlust.

Vergleich & Alternativen

Gegenüber RED RAW bietet Blackmagic RAW geringere Lizenzkosten und direkte Integration in DaVinci Resolve, erreicht jedoch nicht dieselbe Kompressionseffizienz. Apple ProRes RAW erfordert zusätzliche Hardware-Decoder, während Blackmagic RAW softwarebasiert dekodiert wird. Cinema DNG bleibt unkomprimiert, erzeugt aber 3-5x größere Dateien. ARRI RAW funktioniert nur mit ARRI-Kameras, während Blackmagic RAW ausschließlich auf Blackmagic-Hardware beschränkt ist. Für Budget-Produktionen mit Blackmagic-Equipment entstehen keine zusätzlichen Lizenzkosten.

Aktuelles

Sony erweitert mit dem Firmware-Update 6.00 für die FX6 (März 2026) die Unterstützung für Blackmagic RAW durch direkten HDMI-Output. Diese Integration ermöglicht es FX6-Nutzern erstmals, das RAW-Format von Blackmagic direkt über externe Recorder zu nutzen, ohne auf proprietäre Sony-Formate angewiesen zu sein.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Als DoP schätze ich bei Blackmagic RAW besonders die Möglichkeit, den Weißabgleich und die ISO-Einstellungen nachträglich zu korrigieren, wenn sich die Lichtverhältnisse schnell ändern. Die verschiedenen Kompressionsraten geben mir die Flexibilität, je nach verfügbarem Speicherplatz und gewünschter Bildqualität zu entscheiden. Bei kritischen Szenen wähle ich 3:1, für Standardaufnahmen reicht meist 5:1 völlig aus.

Regisseur

Ich nutze die Flexibilität von Blackmagic RAW vor allem in der Post-Production, um die emotionale Wirkung von Szenen durch nachträgliche Farbtemperatur-Anpassungen zu verstärken. Die Möglichkeit, warme oder kühle Looks zu entwickeln, ohne bereits beim Dreh festgelegt zu sein, gibt mir mehr kreative Kontrolle. Besonders bei Indie-Produktionen mit knappem Budget und wenig Zeit für Setup-Änderungen ist das ein enormer Vorteil.

Produzent

Blackmagic RAW reduziert meine Speicherkosten erheblich – statt 2TB für einen Drehtag benötige ich nur etwa 400GB bei 5:1-Kompression. Die kostenlose Integration in DaVinci Resolve spart mir teure Lizenzgebühren für andere RAW-Decoder. Allerdings bin ich an Blackmagic-Kameras gebunden, was die Flexibilität bei der Equipment-Auswahl einschränkt, aber bei kleineren Produktionen mit begrenztem Budget durchaus vertretbar ist.

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