Zwischenformat für digitale Farbkorrektur und VFX-Arbeiten — linearer Log-Farbraum, der Highlights und Schatten optimal erhält. Standard in DaVinci und NUKE.
Wer in der Color-Suite oder im VFX-Compositing arbeitet und feststellt, dass das Material plötzlich in einem anderen Farbraum liegt als dem, in dem gedreht wurde — das ist IDT. Das Intermediate Digital Time Format ist kein neuer Codec, sondern eine mathematische Transformation, die Raw-Material oder Kamera-Log in einen standardisierten, linearen Arbeitsfarbraum konvertiert. DaVinci und NUKE arbeiten intern damit, um reproduzierbare, stabile Ergebnisse zu liefern, egal ob mit Alexa-Log-C, RED IPP2 oder anderen proprietären Gamma-Kurven gearbeitet wird.
Konkret ist die IDT die erste mathematische Operation, die auf das Bildmaterial trifft. Sie dekodiert die logarithmische Aufzeichnung der Kamera und wandelt sie in einen linearen Farbraum um — einen Raum, in dem die Physik stimmt. Highlights und Schatten bleiben dabei erhalten, weil die Transformation die nicht-linearen Kurven der Kamera respektiert. Am Set oder in der Post ist das nicht direkt sichtbar, aber ohne IDT funktioniert die Farbkorrektur mathematisch falsch. Wenn in DaVinci das Kameramodell ausgewählt wird, lädt das System automatisch die passende IDT.
Ein häufiger Fehler: IDT mit LUT zu verwechseln. Eine LUT ist eine visuelle Transformation, ein künstlerisches Werkzeug. Die IDT ist eine physikalisch korrekte Dekodierung — ohne künstlerische Absicht. Sie soll so unsichtbar wie möglich und so präzise wie nötig sein. Bei 16-Bit-Arbeiten oder hochkomplexen VFX-Pipelines zeigt sich, wie kritisch das ist: Liegt die IDT falsch, verschiebt sich die gesamte Compositing-Arbeit, weil die mathematischen Grundlagen nicht stimmen.
IDT-Standards werden von Kameraherstellern und Farbmanagement-Organisationen (wie der Academy) gepflegt. Red, Arri, Sony — jeder Hersteller liefert seine eigene IDT-Implementierung mit. Die Herstellerdatei ist die zuverlässigste Grundlage, keine nachgebaute Version. Im Tagesgeschäft ist das meist automatisch gelöst — sobald aber mehrere Kameras gemischt werden oder älteres Material neu prozessiert wird, ist die Wahl der richtigen IDT entscheidend.
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