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Hasselblad
Kamera · Begriffe

Hasselblad

Murnau AI illustration
flow para roll take

Schwedischer Mittelformatkamera-Hersteller — bekannt für quadratische 6x6cm Aufnahmen und modulares Kamerasystem.

Technische Details

Das klassische Hasselblad-System basiert auf 120er-Rollfilm mit 6×6 cm Negativformat (56×56 mm nutzbare Fläche). Die V-System-Kameras (500C, 500CM, 503CW) arbeiten mit Zentralverschlüssen in den Objektiven bei Verschlusszeiten von 1 bis 1/500 Sekunde. Die Standardbrennweite liegt bei 80mm (entspricht 50mm Kleinbild), das Objektivsortiment umfasst 30mm Fisheye bis 500mm Teleobjektiv. Das Filmmagazin fasst 12 Aufnahmen und lässt sich während der Aufnahme wechseln. Moderne H-System-Kameras bieten Autofokus und digitale Rückteile mit bis zu 100 Megapixel Auflösung.

Geschichte & Entwicklung

Victor Hasselblad entwickelte 1941 die erste HK-7-Kamera für die schwedische Luftwaffe. 1948 erschien die 1600F als erste zivile Spiegelreflexkamera der Marke. Den Durchbruch brachte 1957 die 500C mit austauschbaren Filmmagazinen. NASA wählte 1962 modifizierte Hasselblad-Kameras für das Mercury-Programm; die berühmten Apollo-Mondaufnahmen entstanden mit speziellen 500EL-Modellen. 2017 übernahm DJI die Mehrheit an Hasselblad, seither fokussiert sich die Marke verstärkt auf digitale Mittelformatkameras.

Praxiseinsatz im Film

Hasselblad-Kameras kommen hauptsächlich für Standfotos (Still Photography) am Filmset zum Einsatz, nicht für die eigentliche Filmaufzeichnung. Stanley Kubrick verwendete Hasselblad-Objektive an modifizierten Kameras für die Kerzenlichtszenen in "Barry Lyndon" (1975). Die hohe Bildqualität und das quadratische Format eignen sich besonders für Porträts der Hauptdarsteller und atmosphärische Setbilder. Einige Regisseure nutzen Hasselblad-Kameras für Storyboard-Entwicklung und Motivsuche, da das 6×6-Format einen anderen Bildausschnitt als das filmübliche 16:9-Format erzwingt.

Vergleich & Alternativen

Hauptkonkurrenten im professionellen Mittelformatbereich sind Mamiya, Pentax 67 und Fujifilm GFX. Hasselblad unterscheidet sich durch das modulare V-System und die NASA-Reputation. Für Filmproduktionen konkurriert Hasselblad mit digitalen Vollformatkameras wie Canon EOS R5 oder Sony α7R IV, die bei geringeren Kosten ähnliche Bildqualität für Standfotos liefern. Das Hasselblad-System bietet jedoch größere Sensoren (44×33mm bei H-System) und traditionell bessere Farbwiedergabe, rechtfertigt aber nur bei High-End-Produktionen den Mehraufwand gegenüber kleineren Formaten.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich schätze die Hasselblad hauptsächlich für hochwertige Setfotos, da die Farbwiedergabe und Schärfe des Mittelformats unübertroffen sind. Das 6×6-Format zwingt mich zu anderen Kompositionen als beim Film, was oft zu interessanteren Standbildern führt. Der Wechsel zwischen verschiedenen Filmmagazinen während der Aufnahme spart Zeit bei unterschiedlichen ISO-Anforderungen.

Regisseur

Ich nutze die Hasselblad in der Vorproduktion für Locationscouts, weil das quadratische Format mich von gewohnten Sehweisen befreit und neue Blickwinkel eröffnet. Die langsame, bedächtige Arbeitsweise mit nur 12 Aufnahmen pro Magazin zwingt zur Konzentration auf das Wesentliche. Für die Charakterentwicklung lasse ich manchmal Schauspieler mit der Hasselblad fotografieren - das analoge Medium schafft eine andere Intimität als Digital.

Produzent

Eine Hasselblad-Ausrüstung kostet 15.000-25.000 Euro und rechtfertigt sich nur bei Produktionen ab mittlerem Budget für Premium-Publicity-Material. Die Filmkosten und Entwicklung addieren sich zu etwa 8-12 Euro pro Aufnahme, was bei 200-300 Setfotos schnell ins Geld geht. Ich kalkuliere einen zusätzlichen Still-Fotografen ein, da die Bedienung Expertenwissen erfordert und der Kameramann sich aufs Filmen konzentrieren sollte.

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