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Hard Matte
Kamera · Technik

Hard Matte

Murnau AI illustration
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Festes Seitenverhältnis-Maske während der Aufnahme angewendet, beschneidet das Bild permanent.

Überblick

Als Hard Matte (deutsch oft „harte Kaschierung") bezeichnet man im Film ein Verfahren, bei dem das angestrebte Seitenverhältnis bereits während der Aufnahme physisch im Bildfenster (Aperture) der Kamera festgelegt wird. Eine feste Maske blendet die nicht gewünschten Bildbereiche – in der Regel oben und unten – ab, sodass nur der gewünschte Bildausschnitt belichtet wird. Die abgedeckten Ränder erscheinen als feste schwarze Balken und sind untrennbar Teil des Bildes.

Der Gegenbegriff ist das Soft Matte (offene Kaschierung): Dabei wird das volle Negativ belichtet und das endgültige Seitenverhältnis erst später festgelegt – durch eine Maskenplatte (Aperture Plate) im Projektor oder durch Beschneiden in der Postproduktion. Wird ein Soft-Matte-Film ohne diese Maske gezeigt (sogenanntes Open Matte), tauchen oft am oberen oder unteren Bildrand Mikrofone, Scheinwerfer oder Set-Ränder auf, die eigentlich verdeckt sein sollten.

Wann die Kaschierung greift

Die harte Kaschierung kann an verschiedenen Stellen der Produktionskette gesetzt werden – nicht zwingend nur in der Kamera:

  • In der Kamera: Eine Maske im Bildfenster begrenzt die belichtete Negativfläche.
  • Im Kopierwerk: Beim Erstellen der Kopie (Print) werden die Ränder fest abgedeckt.
  • Im Digital Intermediate (DI): Der Beschnitt wird digital fest in das Bild „eingebrannt".

Charakteristisch ist, dass das Ergebnis ein festes, nicht mehr veränderbares Seitenverhältnis hat. In der Praxis werden Hard-Matte-Kopien selten auf das exakte Soll-Seitenverhältnis belichtet, sondern mit etwas Reserve – etwa eine 1,85:1-Kopie geringfügig flacher –, um Spielraum für leicht abweichende Projektor-Maskenplatten zu lassen.

Typische Seitenverhältnisse

Hard Matte orientiert sich meist an den gängigen Kino-Breitbildformaten, die durch Abdecken des 35-mm-Vollbilds entstehen (im Gegensatz zu anamorphem Scope-Format):

FormatSeitenverhältnisVerbreitung
Flat (US-Kino)1,85:1Nordamerika, international
Flat (Europa)1,66:1v. a. europäisches Kino

Einsatz am Set und in der Post

Hard Matte gibt dem Bildgestalter die größte Kontrolle: Was im Sucher kaschiert ist, kann später nicht versehentlich freigelegt werden. Der Kameramann sieht den endgültigen Bildausschnitt unmittelbar und muss nur diesen Bereich von Tonangel, Lichtstativen und Set-Begrenzungen freihalten. Der Nachteil liegt in der fehlenden Flexibilität: Spätere Umformatierungen für andere Auswertungswege (TV, Heimkino) sind ohne Reserve oberhalb und unterhalb des kaschierten Bilds kaum möglich.

Im Vergleich dazu belichtet Soft Matte mehr Negativfläche und lässt Spielraum für alternative Bildausschnitte – erkauft aber das Risiko sichtbarer Set-Elemente, sobald die Maske entfernt wird (klassischer Fehler bei „Full-Screen"-Veröffentlichungen auf VHS und DVD).

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Hard Mattes zwingen mich zu kompromissloser Präzision bei der Bildgestaltung, da ich nicht auf Postproduktion hoffen kann. Ich muss Fokus und Komposition perfekt setzen, weil nachträgliche Korrekturen durch Reframing unmöglich sind. Bei Actionsequenzen bedeutet das höhere Wiederholungsraten, aber dafür eine klarere Bildsprache.

Regisseur

Hard Mattes sind mein Werkzeug für visueller Disziplin – sie zwingen mich und mein Team, bereits am Set die finale Bildwirkung zu durchdenken. Ich nutze sie bewusst bei Stoffen, wo das Format die Erzählung unterstützen soll, wie bei Westerns oder epischen Dramen. Die Einschränkung wird zur kreativen Herausforderung, die oft zu stärkeren Kompositionen führt.

Produzent

Hard Mattes reduzieren Postproduktionskosten, da weniger Reframing und Formatanpassungen nötig sind, erhöhen aber die Drehtage durch präzisere Arbeit am Set. Bei internationalen Koproduktionen können sie problematisch werden, wenn verschiedene Auswertungsformate gefordert sind. Die Entscheidung für Hard Mattes muss früh fallen, da sie die gesamte Produktionsplanung beeinflusst.

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