Filmlexikon.
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Friseur
Art Department · Rollen

Friseur

Hair Stylist
Murnau AI illustration
hair design hair piece lace front wig

Gestaltet und pflegt die Frisuren der Darsteller — arbeitet eng mit Maske und Kostüm zusammen.

Technische Details

Professionelle Filmfriseure verwenden Spezialwerkzeuge wie Babyliss-Lockenstäbe mit präziser Temperaturregelung (80-210°C), Dyson Supersonic-Föhne mit 1600 Watt Leistung und ionischer Technologie sowie Clip-in-Extensions aus Echthaar (Remy-Qualität). Perücken werden auf Lace-Front-Basis gefertigt, die einzeln geknüpfte Haarlinien mit 150-200 Haaren pro Quadratzentimeter aufweisen. Haarteile werden mit medizinischem Kleber (Pros-Aide) oder doppelseitigem Tape (3M-1522) befestigt, das Zugkräften bis 15 Newton standhält.

Geschichte & Entwicklung

1915 führte Max Factor erstmals speziell für Filmzwecke entwickelte Haarprodukte ein, die unter den heißen Studioscheinwerfern nicht verliefen. 1930 revolutionierte die Permanent-Welle das Filmgeschäft, da komplexere Frisuren über mehrere Drehtage haltbar blieben. 1960 etablierten sich synthetische Perücken aus Kanekalon-Fasern, 1980 kamen Heat-Friendly-Fasern hinzu, die Styling-Temperaturen bis 180°C vertragen. Seit 2010 ermöglichen 3D-gedruckte Haarteile und digitale Farbanpassung millimetergenaue Rekonstruktionen historischer Frisuren.

Praxiseinsatz im Film

Für "Marie Antoinette" (2006) fertigte Friseurin Didier Lavergne 150 handgeknüpfte Perücken aus mongolischem Pferdehaar an. Bei "Mad Max: Fury Road" (2015) entwickelte Lesley Vanderwalt waschmaschinenfeste Frisuren für 120 Drehtage in der Wüste. Der Workflow umfasst Script-Breakdown (Identifikation von Haar-Kontinuitäten), Kameratest bei verschiedenen Lichttemperaturen (3200K/5600K) und Touch-up alle 45-60 Minuten während der Dreharbeiten.

Vergleich & Alternativen

Der Friseur unterscheidet sich vom Make-up Artist durch Spezialisierung auf Haargestaltung, während Prosthetic Artists für Haarapplikationen bei Spezialeffekten zuständig sind. Hair-Designer konzipieren Looks bereits in der Preproduction, während der Set-Friseur die tägliche Umsetzung übernimmt. Bei Low-Budget-Produktionen übernimmt oft der Make-up Artist beide Bereiche, bei Großproduktionen arbeiten bis zu acht Friseure parallel an einem Set.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich muss vorab klären, welche Haarfarben und -texturen unter meiner geplanten Beleuchtung funktionieren, da blonde Haare bei 5600K Tageslicht anders reflektieren als unter 3200K Kunstlicht. Bei Nahaufnahmen checke ich die Haarkanten im Monitor, weil unsaubere Extensions oder Perücken-Ränder sofort sichtbar werden.

Regisseur

Ich nutze Frisuren als Erzählmittel - eine sich lockernde Hochsteckfrisur kann emotionale Auflösung visualisieren, während eine akkurate 50er-Jahre-Tolle Charakterdisziplin unterstreicht. Der Friseur hilft mir, den Aging-Prozess einer Figur über verschiedene Zeitebenen glaubwürdig darzustellen.

Produzent

Ein erfahrener Friseur kostet 450-800 Euro pro Drehtag, Perücken schlagen mit 1.200-15.000 Euro zu Buche, müssen aber bei Reshoots verfügbar sein. Ich kalkuliere 15% Zeitpuffer für Frisur-Touch-ups ein und sorge für klimatisierte Transportbehälter, damit teure Haarteile nicht durch Hitze oder Feuchtigkeit beschädigt werden.

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