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Glimmerglass 1
Kamera · Begriffe

Glimmerglass 1

Murnau AI illustration
flow glimmerglass para roll take

Glimmerglass 1: Weichzeichnungsfilter von Tiffen mit dezenter Diffusion — reduziert Hautunreinheiten und erzeugt sanften Glow.

Technische Details

Der Glimmerglass 1 besteht aus hochwertigem Schott-Glas mit einer Dicke von 2mm, in das Glimmerpartikel mit einer durchschnittlichen Größe von 50-80 Mikrometern eingebettet sind. Die Lichtstreuung erfolgt primär bei einem Winkel von 2-4 Grad um helle Lichtquellen. Der Filter verfügt über eine mehrschichtige Anti-Reflex-Beschichtung und reduziert die Transmission um lediglich 1/6 Blendenstufe. Verfügbar in den Größen 138mm (Rundfilter), 4x5.65", 6.6x6.6" für Mattebox-Systeme sowie als Drop-In-Filter für spezielle Objektivsysteme.

Geschichte & Entwicklung

Tiffen entwickelte den Glimmerglass-Filter 1979 als Antwort auf die Nachfrage nach subtileren Diffusionseffekten als bei den damals üblichen Vaseline-auf-Glas-Techniken. Die erste Kinoanwendung erfolgte 1980 bei der Fernsehserie "Dallas" durch Kameramann Edward R. Brown. 1985 erweiterte Tiffen die Serie um die Stärken 2-5, während der Glimmerglass 1 zum Standardwerkzeug für Porträtaufnahmen in Hollywood avancierte. Die moderne Version von 2018 nutzt präzisere Partikelverteilungstechniken und wasserdichte Fassung.

Praxiseinsatz im Film

Roger Deakins verwendete Glimmerglass 1-Filter für die Kerzenlichtszenen in "Barry Lyndon" (1975, Nachdreh 1981) und erzielte damit den charakteristischen warmen Glow ohne Überdiffusion. Bei "Blade Runner 2049" (2017) kam der Filter selektiv für Rachel-Flashbacks zum Einsatz, um nostalgische Stimmung zu erzeugen. Der typische Workflow sieht den Einsatz bei Frontalbeleuchtung und Gegenlichtaufnahmen vor, besonders bei Brennweiten ab 85mm für Porträts. Nachteil: Bei starkem Gegenlicht können unerwünschte Streaks entstehen.

Vergleich & Alternativen

Im Gegensatz zum Pro-Mist 1/4, der gleichmäßige Aufhellung der Schatten bewirkt, konzentriert sich der Glimmerglass 1 auf punktuelle Lichtquellen-Diffusion. Der Black Pro-Mist bietet ähnliche Streuung, jedoch mit stärkerem Kontrastabbau (20-25%). Moderne digitale Alternativen wie der Schneider True-Cut 680 IR erreichen vergleichbare optische Eigenschaften, kosten jedoch 40% mehr. Bei LED-Beleuchtung unter 3200K zeigt der Glimmerglass 1 optimale Wirkung, während bei Tageslicht der Glimmerglass 2 bevorzugt wird.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich setze den Glimmerglass 1 gezielt für Nahaufnahmen weiblicher Darsteller ein, da er Hautunreinheiten mildert ohne die Augen unscharf zu machen – bei f/2.8 und 85mm Brennweite ist der Effekt optimal dosiert. Der Filter funktioniert hervorragend mit praktischen Lichtquellen wie Kerzen oder Glühlampen, kann aber bei LED-Panels unter 95 CRI unnatürliche Farbverschiebungen verursachen, die ich in der Nachbearbeitung korrigieren muss.

Regisseur

Ich verwende den Glimmerglass 1 strategisch für Erinnerungssequenzen oder romantische Szenen, da er subtil zwischen "Realität" und emotionaler Ebene differenziert ohne kitschig zu wirken. Der Filter hilft mir, zeitliche Übergänge visuell zu markieren – besonders effektiv in Kombination mit warmer Farbtemperatur für Vergangenheitsdarstellungen. Anders als digitale Nachbearbeitung erzeugt er organische, glaubwürdige Stimmungsbilder direkt am Set.

Produzent

Der Glimmerglass 1 kostet 890€ pro Einheit, aber spart mir täglich 2-3 Stunden Color-Grading-Zeit, da weniger digitale Hautretusche nötig ist – das entspricht etwa 1200€ Einsparung pro Drehtag. Bei Außenaufnahmen reduziert der Filter Continuity-Probleme durch wechselnde Lichtverhältnisse, wodurch weniger Wiederholungsaufnahmen entstehen. Einziger Kostenfaktor: Bei Regenwetter muss häufiger gereinigt werden, was 10-15 Minuten Setup-Zeit pro Neustart bedeutet.

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