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Fusion
VFX · Technik

Fusion

Murnau AI illustration
integration edge blend fluid simulation compositing particle effects photogrammetry

Blackmagics node-basierte Compositing-Software, integriert in DaVinci Resolve.

Überblick

Fusion (vollständig: Blackmagic Fusion) ist eine professionelle, knotenbasierte (node-based) Software für Compositing und visuelle Effekte von Blackmagic Design. Sie richtet sich an VFX-Artists, Motion-Designer und 3D-Animatoren und wird in der Postproduktion eingesetzt, um Bildebenen zu kombinieren, Greenscreen-Keying durchzuführen, Tracking und Rotoscoping anzulegen sowie 2D- und 3D-Elemente zu integrieren.

Statt des aus Programmen wie After Effects bekannten Ebenen-Stapels (Layer-System) arbeitet Fusion mit einem Knoten-Graphen: Jeder Verarbeitungsschritt – etwa ein Filter, ein Merge oder ein Keyer – ist ein Knoten, der per Verbindungslinien mit anderen Knoten verknüpft wird. Dadurch bleiben auch komplexe Effekt-Aufbauten nachvollziehbar und einzelne Schritte lassen sich gezielt umverdrahten.

Herkunft und Versionen

Die Software hat eine lange Historie: Sie wurde ursprünglich Ende der 1980er-Jahre entwickelt und später von der kanadischen Firma eyeon Software kommerzialisiert. Im September 2014 übernahm Blackmagic Design eyeon und führte Fusion seither unter eigenem Namen weiter. Über die Jahre wurde Fusion in zahlreichen Kino- und TV-Produktionen für Compositing- und Motion-Graphics-Aufgaben eingesetzt.

Fusion existiert in zwei Ausprägungen:

  • Fusion-Seite in DaVinci Resolve – integriert in das Schnitt-, Color- und Audio-Programm DaVinci Resolve und dort kostenlos nutzbar.
  • Fusion Studio – eigenständige Anwendung mit erweitertem Funktionsumfang, u. a. für Netzwerk-Rendering, als kostenpflichtige Variante.

Funktionsumfang

Zentrale Werkzeuge laut Hersteller umfassen:

  • Knotenbasiertes Compositing mit Keying und Merge-Operationen
  • Motion-Tracking, Kamera-Stabilisierung und Point-Tracking
  • Vektor-basiertes Paint und Rotoscoping für Masken und Matten
  • Echter 3D-Arbeitsraum inklusive Import von Modellen aus Maya, 3ds Max und Cinema 4D
  • 3D-Partikelsysteme
  • Werkzeuge für 360°-/VR-Material
  • GPU-Beschleunigung über Metal, CUDA und OpenCL

Einordnung am Set / in der Postproduktion

Fusion ist reine Software und kein Set-Equipment im Sinne von Licht- oder Grip-Gerät. Es greift jedoch direkt in die Bildkette: Plates, die am Set vor Greenscreen, mit Tracking-Markern oder für VFX-Erweiterungen gedreht werden, werden in Fusion weiterverarbeitet. Durch die Integration in DaVinci Resolve lässt sich Compositing in derselben Umgebung wie Schnitt und Color-Grading durchführen.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich muss bereits beim Dreh die späteren Fusion-Anforderungen mitdenken – saubere Greenscreen-Ausleuchtung mit mindestens 2 Blendenstufen Abstand zum Foreground und präzise Tracking-Marker für die 3D-Integration. Die Kamera-Metadaten für Brennweite, Sensor-Size und Distortion-Maps gehen direkt in die Fusion-Pipeline, damit meine Bildsprache auch im Compositing erhalten bleibt.

Regisseur

Fusion ermöglicht mir, impossible Shots zu realisieren, die am Set nicht umsetzbar wären – wie die nahtlose Integration von Miniatur-Sets mit Live-Action in verschiedenen Maßstäben. Ich kann in der Postproduktion noch Bildkompositionen anpassen, Fokus-Pulls nachträglich verändern und durch Z-Depth-Manipulation die narrative Gewichtung einzelner Bildebenen steuern, ohne dass der Zuschauer die Manipulation bemerkt.

Produzent

Eine Fusion-Workstation kostet 15.000-25.000 Euro, dazu kommen 2.000 Euro jährliche Wartungskosten und spezialisierte Compositing-Artists mit Tagessätzen von 600-800 Euro. Komplexe Shots benötigen 3-5 Arbeitstage pro Sekunde Footage, aber Fusion spart gegenüber Set-Extensions oft 60-70% der Location-Kosten und eliminiert wetterbedingte Drehtage-Ausfälle bei Exterior-Shots.

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