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Verlängerungsarm
Licht · Begriffe

Verlängerungsarm

Extension Arm
Murnau AI illustration
color temperature flow roll take tension

Teleskoparm für Lichtstative — ermöglicht seitliche Positionierung von Scheinwerfern ohne Umstellen des gesamten Stativs.

Technische Details

Professionelle Verlängerungsarme tragen Lasten zwischen 3 kg (Baby Pin, Ø 16 mm) und 25 kg (Junior Pin, Ø 28 mm). Die Konstruktion erfolgt aus Aluminium- oder Stahlrohr mit Wandstärken von 2-4 mm. Teleskopierbare Varianten verfügen über Schnellverschlüsse oder Drehklemmen zur Arretierung. Der Neigungswinkel lässt sich mittels Kugelgelenk oder mehrachsigen Klemmvorrichtungen um 360° horizontal und ±90° vertikal verstellen. Gewichtsausgleich erfolgt über Sandsäcke oder Gegengewichte am kurzen Hebelarm.

Geschichte & Entwicklung

Verlängerungsarme entstanden in den 1940er Jahren aus der Notwendigkeit, Scheinwerfer in engen Studiosets präzise zu positionieren. Mole-Richardson entwickelte 1947 den ersten standardisierten "Boom Arm" für ihre C-Stands. Matthews Studio Equipment perfektionierte 1965 das teleskopierbare System mit dem "Mafer Clamp Arm". Moderne Carbonfaser-Konstruktionen reduzierten seit 2008 das Eigengewicht um bis zu 40%.

Praxiseinsatz im Film

Roger Deakins nutzte bei "1917" (2019) 2,50-m-Verlängerungsarme zur Positionierung von LED-Panels außerhalb des Kamerawegs während der One-Shot-Sequenzen. In Fahrzeugaufnahmen ermöglichen sie die Beleuchtung durch Fenster ohne sichtbare Stative. Typischer Workflow: Arm am C-Stand montieren, Scheinwerfer am Pin befestigen, mit Sandsäcken ausbalancieren. Vorteil: Präzise Kontrolle ohne Umbau der Set-Architektur. Nachteil: Erhöhte Kippgefahr bei Wind oder schnellen Kamerabewegungen.

Vergleich & Alternativen

Gegenüber Galgen (Boom Stand) bieten Verlängerungsarme flexiblere Höhenpositionierung bei geringerem Platzbedarf. Magic Arms (Friction Arms) erlauben komplexere Winkel, tragen aber nur 2-8 kg Last. Kamerakräne ersetzen Verlängerungsarme bei dynamischen Lichtbewegungen. Menace Arms kombinieren Verlängerung mit 360°-Drehbarkeit für Automotive-Shoots. Bei Außenaufnahmen verdrängen zunehmend Drohnen-Licht-Rigs die statischen Armsysteme.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Verlängerungsarme geben mir die Kontrolle über Lichtrichtung ohne Kompromisse beim Bildausschnitt - ich kann einen 2K-Scheinwerfer exakt 2,5 Meter über die Schauspieler positionieren und dabei trotzdem 180°-Schwenks fahren. Bei Available-Light-Situationen nutze ich sie für subtile Aufhellung durch Fenster, wo normale C-Stands im Bild stehen würden.

Regisseur

Ich setze Verlängerungsarme dramaturgisch ein, um Licht als bewegliches Element zu inszenieren - in Thriller-Szenen kann ein Scheinwerfer am 3-Meter-Arm die Schattenrichtung während des Dialogs ändern, ohne dass Techniker ins Set müssen. Das gibt mir spontane Kontrolle über die emotionale Wirkung der Beleuchtung während des Drehs.

Produzent

Ein 4er-Set Verlängerungsarme kostet 800 Euro und spart täglich 2-3 Stunden Umbauzeit gegenüber Standard-Stativen - das sind bei 120 Drehtagen mindestens 15.000 Euro gesparte Personalkosten. Transportlogistisch nehmen sie kaum Platz weg, aber ich muss 40% mehr Sandsäcke kalkulieren und bei Windstärke 4+ den Außendreh unterbrechen.

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