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Edison-Stecker
Licht · Begriffe

Edison-Stecker

Edison
Murnau AI illustration
color temperature flow roll take

US-amerikanischer 120V-Haushaltsstecker — in Europa seltener verwendeter Anschluss für kleinere Lichtgeräte.

Technische Details

Das E27-Gewinde weist einen Außendurchmesser von 27 mm, eine Steigung von 3,5 mm und eine Gesamthöhe von 9,5 mm auf. Die elektrischen Kontakte bestehen aus dem zentralen Fußkontakt für den Pluspol und dem Gewindekörper als Minuspol. Neben E27 existieren die Varianten E14 (14 mm, "Kerze"), E40 (40 mm, Industrielampen) sowie die amerikanischen Medium Screw Base (26 mm) und Mogul Base (39,3 mm). Die maximale Belastbarkeit liegt bei 230V und typischerweise 60-100 Watt, wobei moderne LED-Leuchtmittel diese Grenzen durch geringere Stromaufnahme erweitern.

Geschichte & Entwicklung

Edison entwickelte 1879 das Schraubgewindeprinzip für seine Kohlefadenlampe und standardisierte es 1881 als "Edison Screw". Die internationale Normierung erfolgte 1909 durch die IEC als E27-Standard. Während in den USA das leicht abweichende Medium Base System dominiert, etablierte sich E27 in Europa und weiten Teilen der Welt. Die Einführung von Halogen- (1960er), Energiespar- (1980er) und LED-Leuchtmitteln (2000er) erweiterte die Anwendungsmöglichkeiten bei gleichbleibender Sockeltechnik.

Praxiseinsatz im Film

Edison-Anschlüsse kommen vorrangig bei Set-Dekoration zum Einsatz: Tischlampen, Stehleuchten und Hängelampen als praktische Lichtquellen im Bild. Gaffers nutzen handelsübliche Halogenstrahler mit E27-Sockel für schnelle Aufhellungen oder als Eye-Light. Bei "Blade Runner 2049" (2017) verwendete Roger Deakins modifizierte Haushaltslampen mit gedimmten Edison-Leuchtmitteln für warme Prakticals in den Apartment-Szenen. Der Vorteil liegt in der universellen Verfügbarkeit und einfachen Handhabung, der Nachteil in der begrenzten Lichtleistung und eingeschränkten Farbtemperatur-Kontrolle.

Vergleich & Alternativen

Im Gegensatz zu professionellen Lampensockeln wie G22 (2000W-5000W HMI) oder GY16 (Halogen-Studioleuchten) bietet E27 nur begrenzte Leistung. CEE-Anschlüsse (Camping/Industrie) ermöglichen höhere Ströme, erfordern jedoch Spezialverkabelung. Moderne LED-Panels mit V-Mount-Akkus ersetzen zunehmend Edison-basierte Lösungen bei mobilen Produktionen. Während bayonet-Anschlüsse (B22) in Großbritannien dominieren, bleibt E27 der europäische Standard für Set-Practicals und kleinere Beleuchtungsaufgaben.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich verwende Edison-Sockel hauptsächlich für praktische Lichter im Bild – Tischlampen in Dialogszenen oder warme Akzentlichter in Wohnräumen. Die 60-Watt-Begrenzung zwingt mich zu höheren ISO-Werten oder zusätzlicher Aufhellung, aber die natürliche Lichtcharakteristik rechtfertigt den Aufwand. Bei verfügbarem Licht dimme ich handelsübliche Edison-Halogenlampen über Haushalts-Dimmer für stufenlose Helligkeitskontrolle.

Regisseur

Edison-Practicals schaffen sofort vertraute, häusliche Atmosphäre – eine brennende Nachttischlampe erzählt Intimität, während kahle Industrielampen Tristesse vermitteln. Ich lasse Schauspieler bewusst Lampen ein- und ausschalten, um emotionale Wendepunkte zu markieren. Das warme 2700K-Licht von Edison-Glühlampen kontrastiert perfekt mit kühlem Tageslicht und verstärkt den Tag-Nacht-Rhythmus meiner Erzählung.

Produzent

Edison-Leuchtmittel kosten 2-15 Euro pro Stück versus 200-800 Euro für professionelle Filmlampen – bei 50 Practicals am Set eine erhebliche Kostenersparnis. Die Beschaffung läuft über jeden Baumarkt statt Spezialverleiher, was Vorlaufzeiten reduziert. Allerdings führt die geringe Lichtausbeute zu längeren Drehzeiten bei Available-Light-Szenen, was die Kosteneinsparung teilweise kompensiert.

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