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Easyrig Vario
Kamera · Begriffe

Easyrig Vario

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Easyrig Vario: Verstellbares Easyrig-Modell mit stufenloser Federeinstellung für verschiedene Kameragewichte von 5-17kg.

Technische Details

Das Easyrig Vario 5 Strong unterstützt Kameragewichte zwischen 5 und 17 kg bei einer maximalen Betriebshöhe von 120 cm bis 200 cm. Das Kernelement bildet ein Hochleistungs-Gummiseil mit 13 mm Durchmester, das über ein Umlenkradsystem geführt wird. Die Gewichtseinstellung erfolgt über ein stufenloses Spannungssystem mit Markierungen für reproduzierbare Settings. Das Aluminiumgestell wiegt 3,2 kg, die Carbon-Variante 2,8 kg. Zusätzliche Dämpfungselemente reduzieren vertikale Bewegungen um bis zu 80%.

Geschichte & Entwicklung

Johan Hellsten entwickelte das erste Easyrig 1996 in Schweden als Antwort auf Rückenprobleme von Kameraoperatoren bei Dokumentarfilmproduktionen. 2003 führte Easyrig die Cinema-Serie ein, 2008 folgte das erste Vario-Modell mit variabler Gewichtsanpassung. Die 2015 eingeführte Vario 5-Generation integrierte erstmals ein Dämpfungssystem und reduzierte das Eigengewicht um 15%. Seit 2019 bietet Easyrig spezielle Konfigurationen für Gimbal-Systeme und Virtual-Reality-Kameras.

Praxiseinsatz im Film

Bei "The Revenant" (2015) nutzte Kameramann Emmanuel Lubezki das Easyrig für die berühmten Naturdreharbeiten, um trotz schwerer ALEXA-Konfigurationen natürliche Handheld-Bewegungen zu erzielen. Dokumentarfilme wie "Free Solo" (2018) profitieren vom schnellen Wechsel zwischen statischen und mobilen Aufnahmen ohne Umrüstzeit. Das System ermöglicht 8-12 Stunden Drehzeit ohne körperliche Ermüdung, während traditionelle Handheld-Aufnahmen nach 2-3 Stunden Pausen erfordern. Nachteilig wirkt sich die eingeschränkte Vertikalbewegung aus - extreme Schwenks nach unten sind nur begrenzt möglich.

Vergleich & Alternativen

Im Gegensatz zu mechanischen Steadicam-Systemen bietet das Easyrig keine aktive Bildstabilisierung, sondern ausschließlich Gewichtsentlastung. Moderne Gimbal-Systeme wie DJI Ronin 4D erfordern bei längerem Einsatz ebenfalls Easyrig-Unterstützung wegen des Gesamtgewichts von bis zu 4,5 kg. Die Ready Rig GS aus den USA konkurriert mit ähnlichen Spezifikationen, jedoch 20% höherem Gewicht. Für ultraleichte Kameras unter 3 kg verwenden Operatoren meist das Easyrig Minimax, für Broadcast-Kameras über 20 kg das Cinema 3.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich setze das Easyrig Vario hauptsächlich bei langen Handheld-Sequenzen ein, wo ich trotz schwerer ALEXA-Konfigurationen natürliche Bewegungen erzielen muss. Die variable Spannung ermöglicht mir perfekte Gewichtsbalance zwischen verschiedenen Objektiven und Zubehör ohne Systemwechsel. Besonders schätze ich die Möglichkeit, schnell zwischen statischen Aufnahmen und mobilen Shots zu wechseln, ohne das komplette Rig abzulegen.

Regisseur

Das Easyrig erweitert meine kreativen Möglichkeiten erheblich, da ich längere, intensive Verfolgungssequenzen oder intime Handheld-Szenen planen kann, ohne auf die körperliche Belastung meines Kameraoperators Rücksicht nehmen zu müssen. Ich kann spontaner agieren und auch in schwierigen Locations wie Treppenhäusern oder engen Räumen dynamische Kameraführung einsetzen. Die Kombination aus Mobilität und Ausdauer öffnet narrative Gestaltungsmöglichkeiten, die ohne Gewichtsentlastung nicht realisierbar wären.

Produzent

Ein Easyrig Vario kostet 2.800 Euro in der Grundausstattung, amortisiert sich aber durch reduzierte Ausfallzeiten und weniger benötigte Kamera-Assistenten bei Handheld-intensiven Produktionen. Die Mietkosten von 80 Euro täglich sind deutlich günstiger als zusätzliche Steadicam-Operatoren für 800 Euro pro Drehtag. Logistisch vereinfacht das System den Transport, da es in einer Standard-Pelicase transportiert wird und keine speziellen Fahrzeuge oder Aufbau-Crews erfordert.

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