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DTS:X
Ton · Begriffe

DTS:X

Murnau AI illustration
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Objektbasiertes Surround-Format von DTS — konkurriert mit Dolby Atmos durch flexible Tonpositionierung im 3D-Raum.

Technische Details

DTS:X arbeitet mit Sampling-Raten von 48 kHz und 96 kHz bei Bit-Tiefen von 16 und 24 Bit. Die Datenrate variiert zwischen 768 kbit/s und 24,5 Mbit/s, abhängig von der Konfiguration. Das System nutzt MDA (Multi-Dimensional Audio) zur Objektpositionierung und ist abwärtskompatibel zu DTS-HD Master Audio. DTS:X unterstützt statische und dynamische Audioobjekte, wobei letztere ihre Position während der Wiedergabe ändern können. Die Dekodierung erfolgt renderer-basiert, wodurch das System flexibel an verschiedene Lautsprecherkonfigurationen angepasst wird.

Geschichte & Entwicklung

DTS Inc. kündigte DTS:X im April 2014 auf der NAB Show an, die erste kommerzielle Implementierung erfolgte 2015. Der erste Kinofilm mit DTS:X-Tonspur war "Crimson Peak" (2015) von Guillermo del Toro. 2016 folgte die Einführung für den Heimkinobereich mit entsprechenden AV-Receivern. DTS entwickelte das System als direkte Antwort auf Dolby Atmos und übernahm dabei das Objektaudio-Konzept. 2018 erweiterte DTS das System um DTS:X Pro für professionelle Anwendungen mit bis zu 64 Objekten gleichzeitig.

Praxiseinsatz im Film

DTS:X ermöglicht präzise Positionierung von Soundeffekten wie Hubschraubern, die über das Publikum hinwegfliegen, oder Regentropfen, die von oben fallen. "Mad Max: Fury Road" (2015) nutzte DTS:X für die Positionierung der Fahrzeuggeräusche im Raum. Die Produktion erfolgt in spezialisierten Mischstudios mit DTS:X-fähigen Monitoring-Systemen. Toningenieure können Objekte in Echtzeit im 3D-Raum bewegen und deren Bewegungspfade programmieren. Die Mastering-Software DTS Suite ermöglicht die Erstellung der finalen DTS:X-Master für Kino und Heimkino.

Vergleich & Alternativen

DTS:X konkurriert direkt mit Dolby Atmos, bietet jedoch eine offenere Lizenzstruktur und ermöglicht nachträgliche Benutzeranpassungen der Objektpositionen über eine App. Während Dolby Atmos marktführend in Kinos ist, positioniert sich DTS:X stärker im Heimkinobereich. Gegenüber klassischen 5.1- oder 7.1-Systemen bietet DTS:X deutlich präzisere Raumpositionierung. IMAX Enhanced integriert DTS:X als Audiokomponente. Auro-3D von Auro Technologies verfolgt einen anderen, kanalbasierten Ansatz mit vertikalen Ebenen.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Obwohl DTS:X primär ein Audiosystem ist, beeinflusst es meine Bildgestaltung bei der Planung von Sequenzen mit spezifischen Raumbewegungen. Wenn ich weiß, dass ein Objekt akkurat im 3D-Audioraum positioniert wird, kann ich Kamerabewegungen entsprechend choreografieren, um die auditive Immersion visuell zu unterstützen. Die Kombination aus präziser Bildkomposition und objektbasiertem Audio verstärkt die räumliche Wirkung erheblich.

Regisseur

DTS:X eröffnet mir neue narrative Möglichkeiten durch die präzise Positionierung von Geräuschen und Atmosphären im dreidimensionalen Raum. Ich kann Spannungsmomente verstärken, indem ich bedrohliche Sounds gezielt hinter dem Zuschauer platziere, oder emotionale Szenen durch subtile Raumbewegungen von Musik unterstützen. Die Technologie wird zum dramaturgischen Werkzeug, das die Immersion und emotionale Wirkung meiner Geschichte verstärkt.

Produzent

DTS:X-Produktion erfordert spezialisierte Mischstudios und verlängert die Postproduktion um etwa 10-15 Prozent, was zusätzliche Budgetplanung von 50.000 bis 150.000 Euro je nach Projektgröße bedeutet. Die Lizenzkosten sind niedriger als bei Dolby Atmos, dafür ist die Marktdurchdringung geringer. Ich muss abwägen, ob die Zielgruppe und Verwertungskette die Mehrinvestition rechtfertigen, besonders bei internationalen Koproduktionen mit verschiedenen Audiostandards.

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