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Doppelohr
Licht · Equipment

Doppelohr

Double Ear
Murnau AI illustration
color temperature flow roll take

Doppelohr: Befestigungsclip mit zwei seitlichen Ösen zur stabilen Montage von Lichtmodifikatoren an C-Stands.

Technische Details

Standard-Doppelohrfassungen tragen Lasten bis 25kg bei 16mm-Bolzen und bis 50kg bei 28mm-Ausführung. Der Abstand zwischen den beiden Aufhängepunkten beträgt standardmäßig 120mm, was eine gleichmäßige Gewichtsverteilung gewährleistet. Die Fassung erlaubt Schwenkbewegungen von ±90° horizontal und -45° bis +30° vertikal. Hochwertige Ausführungen verfügen über Reibungsbremsen mit einstellbarem Widerstand zwischen 5-15 Nm Drehmoment. Materialien sind meist eloxiertes Aluminium oder bei Hochleistungsversionen Stahl mit schwarzer Pulverbeschichtung.

Geschichte & Entwicklung

Die Doppelohr-Konstruktion entwickelte sich in den 1950er Jahren aus der Notwendigkeit, schwere Studioscheinwerfer sicher zu positionieren. Mole-Richardson führte 1953 das erste standardisierte System ein, nachdem mehrere Unfälle mit einfachen Aufhängungen aufgetreten waren. 1967 etablierte sich der 28mm-Standard für Scheinwerfer über 10kg Gewicht. Moderne CNC-gefräste Versionen seit den 1990er Jahren bieten präzisere Toleranzen und reduziertes Spiel in den Lagerpunkten.

Praxiseinsatz im Film

Doppelohr-Fassungen kommen hauptsächlich bei schweren Tungsten-Scheinwerfern wie 5kW- oder 10kW-Fresnel-Spots zum Einsatz. Bei "Blade Runner 2049" (2017) verwendete DoP Roger Deakins über 200 Doppelohr-montierte Arri T12 und T24 für die Innenraumbeleuchtung. Die starre Befestigung verhindert ungewollte Bewegungen bei Erschütterungen, führt aber zu längeren Umrüstzeiten gegenüber schnell verstellbaren Systemen. Beim Rigging müssen zwei Personen koordiniert arbeiten, da beide Aufhängepunkte gleichzeitig eingehängt werden.

Vergleich & Alternativen

Im Gegensatz zur einfachen Gabelkopf-Aufhängung (Single Ear) bietet das Doppelohr deutlich höhere Tragkraft und Stabilität. Junior Pins (16mm) und Senior Pins (28mm) als direkte Verbindung sind schneller zu handhaben, jedoch weniger flexibel in der Ausrichtung. Moderne Schnellverschluss-Systeme wie das Manfrotto Super Clamp kombinieren die Stabilität des Doppelohrs mit werkzeugloser Montage, kosten jedoch das Dreifache. LED-Panels mit geringerem Gewicht machen Doppelohr-Fassungen zunehmend überflüssig.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich setze Doppelohr-Fassungen ein, wenn ich schwere Tungsten-Scheinwerfer für harte Schatten oder starke Backlight-Effekte benötige, da nur sie die nötige Stabilität für präzise Lichtführung bieten. Die starre Montage gibt mir die Sicherheit, dass sich während langer Takes nichts verschiebt, auch wenn am Set Bewegung herrscht. Bei schnellen Lichtwechseln zwischen Setups vermeide ich sie jedoch wegen der umständlichen Montage.

Regisseur

Für mich bedeuten Doppelohr-montierte Scheinwerfer die Möglichkeit, sehr starke, gerichtete Lichtakzente zu setzen, die dramatische Stimmungen verstärken – etwa harte Seitenlicht-Effekte oder markante Schatten an Wänden. Die schweren Lampen erzeugen die klassische Hollywood-Anmutung, die moderne LED-Technik oft nicht erreicht. Allerdings muss ich bei der Tagesplanung berücksichtigen, dass Lichtumbauten mit diesen Systemen deutlich mehr Zeit benötigen.

Produzent

Doppelohr-Systeme bedeuten höhere Personalkosten, da immer zwei Beleuchter für das Rigging benötigt werden und die Umrüstzeiten länger dauern als bei modernen Schnellverschlüssen. Die Anschaffungskosten sind mit 150-300€ pro Fassung moderat, aber die schweren Tungsten-Scheinwerfer treiben die Stromkosten hoch und erfordern stärkere Generatoren. Bei Budgets unter 500.000€ empfehle ich meist den Umstieg auf leichtere LED-Alternativen mit einfacheren Befestigungssystemen.

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