Filmlexikon.
Unterstützen
Dimmer
Licht · Technik

Dimmer

Murnau AI illustration
color temperature flow roll take light emitting diode cri

Elektronisches Gerät zur stufenlosen Helligkeitsregelung von Scheinwerfern durch Spannungsreduzierung.

Am Set brauchst du Dimmung, wenn die vorhandene Lichtmenge nicht passt — und zwar ohne die Farbtemperatur zu verschieben. Das ist die Kernaufgabe eines Dimmers: Spannung reduzieren, Lichtstärke stufenlos anpassen, Farbwert stabil halten. Ein guter Dimmer arbeitet linear über den ganzen Regelbereich, sonst merkst du bei halber Leistung plötzlich einen grünstich bei Halogenlampen oder einen Sprung in der Farbtemperatur bei LED. Das kostet dich Zeit im Schnitt und im Color-Grading.

Bei Halogen- und Glühlampen funktioniert Dimmung durch Phasenabschnitt (Thyristor-Technik): Die Wechselspannung wird abgeschnitten, die Leuchte wird weniger Zeit pro Zyklus bestromt. Das ist zuverlässig, aber es gibt ein Problem — bei sehr niedriger Dimm-Position (unter 20 %) kann die Farbe warm-driften, weil die Glühwendel abkühlt. Deshalb arbeitest du mit analogen Dimmern hier in einem stabilen Fenster zwischen 30 und 100 Prozent. LED-Dimmung dagegen funktioniert über Pulsbreitenmodulation (PWM): Der Strom wird mit hoher Frequenz an- und ausgeschaltet. Die Helligkeit entsteht durch das Verhältnis von Ein- zu Aus-Zeit. Das ist linearer, aber die PWM-Frequenz wird zum Problem, wenn du mit High-Speed-Kameras drehst — bei 2000 fps und einer PWM von nur 200 Hz entsteht ein sichtbares Flimmern. Gute LED-Dimmer arbeiten mit mindestens 5 kHz aufwärts; manche professionellen Sets nutzen 20 kHz oder höher.

Praktisch am Set: Merke dir, dass analoge Dimmer (Phase-Cut) mit Halogen funktionieren, aber LED-Dimmer brauchst du für moderne Kunststoffleuchten. Wenn du alte Halogen-Dimmern an LED probierst, flackert oder zischt es. Neue LED-Panels haben den Dimmer eingebaut, aber bei älteren Chinaballs oder Fresnels brauchst du ein externes Steuergerät. Der Regelbereich ist auch nicht egal: Ein großer Dimmer mit 12 oder 24 Kanälen erlaubt dir Mischung und Feinsteuerung, aber für einzelne Leuchten reicht ein kleiner 1-Kanal-Schieber. Wenn du mit mehreren Leuchten gleichzeitig arbeiten willst und exakte Helligkeitswerte brauchst, greifst du zum DMX-Dimmer mit Speicher-Funktion — damit speicherst du eine Szene ab und fährst sie später exakt wieder an.

Ein häufiger Fehler: Dimmung verwechseln mit ND-Filter. Der Filter reduziert Licht mechanisch und sauber, verliert aber keine elektrische Leistung. Der Dimmer reduziert die Stromzufuhr — das spart Energie und Wärmeerzeugung, ist aber elektronisch und braucht manchmal einen Moment zum Stabilisieren. Für subtile, schnelle Helligkeitsänderungen während einer Einstellung nutzt du den Dimmer live; für konstante Reduktion bei kritischem Weißabgleich ist der ND-Filter die bessere Wahl.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich verwende Dimmer primär für subtile Lichtstimmungen, muss aber bei 24fps und elektronischen Dimmern auf 172.8Hz-Modi achten, um Flimmern zu vermeiden. Variac-Dimmer sind meine erste Wahl für kritische Beauty-Shots, da sie die Farbtemperatur linearer verschieben als Triac-Dimmer. Bei LED-Panels teste ich grundsätzlich verschiedene PWM-Frequenzen gegen meine Kamera-Shutterwerte.

Regisseur

Dimmer ermöglichen mir Live-Adjustments der Lichtstimmung während der Probe, ohne dass der Gaffer ND-Filter wechseln muss. Ich nutze sie besonders für emotionale Übergänge - langsames Abdimmen einer Fensterlicht-Simulation kann eine Szene von hoffnungsvoll zu melancholisch wandeln. Bei Dialog-Szenen lasse ich oft das Backlight während intensiver Momente um 20-30% dimmen.

Produzent

Dimmer sparen mir täglich 2-3 Stunden Setup-Zeit, da mein Gaffer keine ND-Filter oder Diffusion nachjustieren muss. Ein 6-Kanal-Dimmer-Rack für 12kW kostet 8000-15000€, amortisiert sich aber nach 5-6 Drehtagen durch eingesparte Overhours. Bei LED-Setups reduziere ich die Dimmer-Anzahl um 60%, da moderne Panels integrierte Steuerung haben.

Im Lexikon weiter

Verwandte Begriffe

Wissen testen

Quiz

1. Was beschreibt „Dimmer" am besten?

2. Zu welchem Department gehört „Dimmer"?

3. Wie viele verschiedene Fachperspektiven bietet dieser Eintrag?

Fehler melden
Aus dem Filmfarm-Ökosystem

Bildsprache verstehen, Produktionen kalkulieren, Crew vernetzen.

Das Lexikon ist Teil des Filmfarm-Ökosystems — neben Kalkulation (FilmBalance), Branchen-Magazin (FilmCircus) und Crew-Vernetzung (FilmCall, CrewMesh). Eine gemeinsame Begriffswelt für die ganze Produktion.

FilmFarm FilmRadarBald verfügbarFilmPulseBald verfügbarFilmNumbersBald verfügbarFilmCapitalBald verfügbarFilmLabBald verfügbarFilmBalanceBald verfügbarFilmCircusBald verfügbar