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CTO-Folie
Licht · Equipment

CTO-Folie

CTO Gel
Murnau AI illustration
daylight 5600k tungsten 3200k 1 2 ctb 1 4 ctb ctb full ctb 1 2 cto

Orange Korrekturfolie wandelt kaltes Tageslicht in warmes Kunstlicht um — erhöht Farbtemperatur von 5600K auf 3200K.

Technische Details

CTO-Folien werden in verschiedenen Dichteabstufungen hergestellt: Voll-CTO reduziert 2400K, 3/4-CTO etwa 1800K, 1/2-CTO reduziert 1200K und 1/4-CTO etwa 600K. Die Folien bestehen aus hitzebeständigem Polyester mit einer Dicke von 0,125mm und halten Temperaturen bis 150°C stand. Hersteller wie Lee Filters (Orange 204), Rosco (3407) oder GAM bieten unterschiedliche Transmissionswerte: Voll-CTO transmittiert etwa 60% des ursprünglichen Lichts, wodurch sich die Lichtleistung entsprechend reduziert. Die spektrale Durchlässigkeit filtert primär blaue Wellenlängen zwischen 400-500nm heraus.

Geschichte & Entwicklung

Lee Filters entwickelte 1971 die ersten standardisierten CTO-Folien für die Fernseh- und Filmproduktion. Zuvor verwendeten Kameramänner improvisierte Lösungen wie Bernsteinglas oder gefärbte Gelatinefilter. Rosco folgte 1975 mit dem konkurrierenden System. Die Einführung von HMI-Scheinwerfern in den 1970ern verstärkte die Nachfrage nach präzisen Farbtemperatur-Korrekturen. Moderne LED-Panels mit variabler Farbtemperatur reduzierten seit 2010 den Einsatz von CTO-Folien, diese bleiben jedoch Standard bei der Fensterabdeckung und bei Tungsten-Scheinwerfern.

Praxiseinsatz im Film

Bei Innenaufnahmen mit gemischtem Licht klebt die Beleuchtungsabteilung CTO-Folie auf Fenster, um einfallendes Tageslicht an die 3200K-Kunstlichtbeleuchtung anzupassen. Kameramann Roger Deakins nutzte in "Blade Runner 2049" (2017) großflächige CTO-Fensterabdeckungen für die warmen Innenszenen. Alternativ werden HMI-Scheinwerfer mit CTO bestückt, um sie als Kunstlichtquellen einzusetzen. Der Lichtverlust durch die Folie erfordert entsprechend stärkere Scheinwerfer oder längere Belichtungszeiten. Bei Nachtaufnahmen erzeugen mit CTO-Folie bestückte Tageslichtscheinwerfer warme Akzentlichter ohne zusätzliche Tungsten-Leuchten.

Vergleich & Alternativen

CTB-Folie (Color Temperature Blue) funktioniert gegenteilig und konvertiert 3200K zu 5600K. Plus Green und Minus Green korrigieren Magenta-Grün-Verschiebungen zusätzlich zur Farbtemperatur. Variable LED-Panels ersetzen CTO-Folien bei der Scheinwerferkorrektur, nicht jedoch bei Fensterabdeckungen. Farbtemperatur-Mischmodi moderner Kameras reduzieren den Korrekturaufwand, erfordern aber präzise Weißabgleich-Workflows. ND-CTO-Kombinationsfolien vereinen Neutraldichte mit Farbtemperaturkorrektur für Außenaufnahmen bei geöffneter Blende.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich setze CTO-Folie hauptsächlich auf große Fenster, um das harte 5600K-Tageslicht auf warme 3200K zu bringen und es mit meiner Tungsten-Beleuchtung zu matchen. Der Lichtverlust von etwa 1,3 Blendenstufen zwingt mich, die ISO entsprechend anzuheben oder die Verschlusszeit zu verlängern. Bei HMIs verwende ich 1/2-CTO, um sie als warme Akzentlichter zu nutzen, ohne zusätzliche Tungsten-Scheinwerfer schleppen zu müssen.

Regisseur

CTO-Folien ermöglichen mir, die warme, intime Atmosphäre von Kunstlicht beizubehalten, auch wenn natürliches Licht durch Fenster fällt. Ich nutze sie gezielt für emotionale Szenen, wo die 3200K-Farbtemperatur Geborgenheit oder Nostalgie vermittelt. In Dialogszenen kann ich so die Charaktere in warmes Licht tauchen, während der Außenbereich durch die Fenster neutral oder kühl wirkt.

Produzent

CTO-Folien kosten etwa 8-15 Euro pro Quadratmeter, sind aber deutlich günstiger als variable LED-Panels für dieselbe Lichtfläche. Bei großen Fensterfronten rechne ich 200-500 Euro Material plus eine Stunde Arbeitszeit für die Montage. Die Folien sind wiederverwendbar bei sorgfältiger Behandlung, was die Kosten über mehrere Drehtage amortisiert.

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