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Tageslicht 5600K
Licht · Technik

Tageslicht 5600K

Daylight 5600K
Murnau AI illustration
tungsten 3200k 1 2 ctb 1 4 ctb ctb full ctb 1 2 cto 1 4 cto

Tageslicht 5600K: Standard-Farbtemperatur für Tageslicht. Entspricht der mittäglichen Sonneneinstrahlung und dient als Referenz für daylight-balanced Leuchten.

Technische Details

Die 5600K-Farbtemperatur weist einen CRI-Wert (Color Rendering Index) von mindestens 95 auf, wobei professionelle Filmleuchten oft CRI-Werte über 98 erreichen. LED-Panels mit 5600K erreichen typischerweise eine Lichtausbeute von 100-150 Lumen pro Watt bei einer spektralen Verteilung, die dem CIE-Standard-Tageslicht D65 entspricht. HMI-Scheinwerfer (Hydrargyrum Medium-arc Iodide) erzeugen natürlicherweise etwa 5600K und benötigen elektronische Vorschaltgeräte mit Frequenzen zwischen 25 kHz und 1000 Hz zur flimmerfreien Aufzeichnung. Moderne Bi-Color-LEDs ermöglichen stufenlose Anpassungen zwischen 3200K und 6500K mit einer Abweichung von ±150K.

Geschichte & Entwicklung

Die Standardisierung auf 5600K erfolgte 1931 durch die Commission Internationale de l'Éclairage (CIE), basierend auf Messungen des mittäglichen Tageslichts. Kodak etablierte 1935 den 5500K-Standard für Tageslichtfilme, der später auf 5600K präzisiert wurde. HMI-Scheinwerfer, 1969 von Osram entwickelt, revolutionierten die Filmbeleuchtung durch ihre natürliche 5600K-Abstrahlung ohne Farbkorrekturfilter. Mit der Einführung digitaler Kameras ab 2000 wurde der 5600K-Weißabgleich zum universellen Standard, da Sensoren diese Farbtemperatur als neutrale Referenz verwenden.

Praxiseinsatz im Film

Kameramann Roger Deakins nutzte in "Blade Runner 2049" (2017) 5600K-LED-Arrays für Außenaufnahmen, um konsistente Farbwiedergabe zwischen natürlichem und künstlichem Licht zu gewährleisten. Bei Mischlichtsituationen wird 5600K-Beleuchtung durch CTB-Filter (Color Temperature Blue) aus 3200K-Tungsten-Licht erzeugt, wobei etwa 40% der Lichtleistung verloren gehen. DoPs verwenden 5600K-Referenzleuchten beim "Color Matching" verschiedener Lichtquellen, um Farbabweichungen in der Postproduktion zu minimieren. Netflix-Produktionen fordern seit 2018 eine Kalibrierung aller Aufnahmegeräte auf 5600K für ihre HDR-Pipeline.

Vergleich & Alternativen

Gegenüber 3200K-Tungstenlicht bietet 5600K-Beleuchtung höhere Lichtausbeute bei geringerem Stromverbrauch und Wärmeentwicklung. 6500K-Monitore übertreffen 5600K in der Blaukomponente und eignen sich für HDR-Grading, sind jedoch für Aufnahmen zu kalt. ARRI-Skypanels ermöglichen präzise Farbtemperaturanpassungen in 100K-Schritten um den 5600K-Grundwert. Für Available-Light-Drehs bei bewölktem Himmel (6000-7000K) korrigieren DoPs mittels 1/4 CTO-Filtern auf 5600K zurück, um Konsistenz zu wahren.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich kalibriere alle meine Kameras grundsätzlich auf 5600K, weil das die sauberste Ausgangsbasis für sowohl Available Light als auch HMI-Beleuchtung schafft. Bei LED-Panels achte ich darauf, dass sie echte 5600K mit hohem CRI liefern – billige LEDs haben oft Magenta-Shifts, die in der Post teuer werden.

Regisseur

5600K gibt mir die neutralste Basis für alle emotionalen Farbgestaltungen – ich kann sowohl in warme als auch kalte Töne graden, ohne dass die Hauttöne leiden. Für Tageslichtszenen nutze ich 5600K-Grundbeleuchtung und setze dann gezielt wärmere oder kältere Akzente für die gewünschte Stimmung.

Produzent

LED-Panels mit 5600K sparen mir täglich 60% Stromkosten gegenüber HMI und brauchen keine Generator-Trucks für kleinere Setups. Die höheren Anschaffungskosten amortisieren sich bereits nach drei Drehtagen durch eingesparte Technik- und Transportkosten, plus keine Wartezeiten beim Aufheizen der Leuchten.

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