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Crop-Faktor
Kamera · Technik

Crop-Faktor

Crop Factor
Murnau AI illustration
daylight 5600k tungsten 3200k 1 2 ctb 1 4 ctb ctb full ctb 1 2 cto full frame

Verhältnis zwischen Sensorgröße und 35mm-Vollformat, beeinflusst Bildwinkel und Schärfentiefe.

Überblick

Der Crop-Faktor (auch Formatfaktor oder Brennweiten-Verlängerungsfaktor) ist eine reine Verhältniszahl aus der Kameratechnik. Er beschreibt, um wie viel kleiner die Diagonale eines Bildsensors gegenüber dem Kleinbild-Referenzformat (Vollformat, 36 x 24 mm) ist. Da ein kleinerer Sensor bei gleicher Brennweite einen engeren Bildausschnitt erfasst, dient der Crop-Faktor dazu, die effektive Bildwirkung eines Objektivs auf die vertraute Kleinbild-Skala umzurechnen.

Wichtig: Der Crop-Faktor ist kein Equipment und kein Beleuchtungs- oder Grip-Werkzeug, sondern eine rechnerische Kennzahl. Die physikalische Brennweite eines Objektivs bleibt unverändert; lediglich der vom kleineren Sensor genutzte Bildkreis-Ausschnitt verändert das wahrgenommene Bildfeld (Field of View).

Berechnung

Der Crop-Faktor ergibt sich aus dem Verhältnis der Diagonale des Vollformat-Sensors (rund 43,3 mm) zur Diagonale des verwendeten Sensors:

  • Crop-Faktor = Diagonale Vollformat / Diagonale Sensor
  • Äquivalente Brennweite = physikalische Brennweite x Crop-Faktor

Beispiel: Ein 50-mm-Objektiv auf einem Sensor mit Crop-Faktor 1,5 liefert denselben Bildausschnitt wie ein 75-mm-Objektiv am Vollformat (50 x 1,5 = 75).

Crop-Faktoren gängiger Sensorformate

FormatCrop-Faktor
Vollformat / Kleinbild (36 x 24 mm)1,0x (Referenz)
APS-Hca. 1,3x
APS-C (Nikon DX, Sony, Fujifilm, Pentax)ca. 1,5x
APS-C (Canon)ca. 1,6x
Micro Four Thirdsca. 2,0x

Das Cine-Format Super 35 liegt je nach Aufnahmemodus zwischen Vollformat und APS-C und hat gegenüber Vollformat einen Crop-Faktor von etwa 1,4 bis 1,5x; die genauen Werte variieren je nach Kamera und genutztem Sensorausschnitt.

Bedeutung am Set

Der Crop-Faktor ist für die Objektivplanung relevant: An einem Sensor mit Crop wird aus einem Weitwinkel ein engerer Bildausschnitt, was Weitwinkelaufnahmen erschwert und längere Brennweiten enger wirken lässt. Bei der Lichtplanung spielt er indirekt eine Rolle, da kleinere Sensoren tendenziell weniger Fläche zur Lichtaufnahme bieten und die Schärfentiefe bei gleichem Bildausschnitt und gleicher Blende größer ausfällt als am Vollformat.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich plane meine Objektivauswahl immer um den Crop-Faktor herum - an meiner C70 mit 1,5× Crop wird aus dem 24-70mm ein 36-105mm, was mir deutlich weniger Weitwinkel gibt. Bei Available-Light-Drehs bevorzuge ich Vollformat, da ich durch die größeren Pixel mehr Lichtausbeute und flachere Schärfentiefe bekomme.

Regisseur

Der Crop-Faktor beeinflusst meine visuelle Sprache erheblich - kleinere Sensoren zwingen mich zu komprimierterer Bildgestaltung und intimeren Einstellungen, während Vollformat mehr epische Weite zulässt. Für Thriller nutze ich bewusst höhere Crop-Faktoren, um die psychologische Enge zu verstärken.

Produzent

Kleinere Sensoren bedeuten günstigere Objektive bei gleicher effektiver Brennweite, aber ich muss bei Low-Light-Szenen mehr Budget für Beleuchtung einplanen. Eine C300 Mark III kostet 11.000€, die Vollformat-Version C500 Mark II aber 16.000€ - der Crop-Faktor wird zum Kostenfaktor bei der Kameraauswahl.

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