Technische Details
Craft Services umfassen kontinuierlich verfügbare Snacks, Kaffee, Softdrinks und leichte Speisen in einem Radius von maximal 150 Metern zum Set. Meal Services liefern warme Mahlzeiten in definierten 6-Stunden-Intervallen, wobei Breakfast Call um 6:00 Uhr standardmäßig 90 Minuten vor First Shot erfolgt. Mobile Küchen (Catering Trucks) verfügen über 2-4 Kochstellen, Kühlkapazitäten von 800-1.200 Litern und Warmhaltesysteme für bis zu 500 Portionen. Location Catering erfordert Stromversorgung von mindestens 32 Ampere und Wasseranschlüsse mit 200-400 Litern Tagesverbrauch.
Geschichte & Entwicklung
Hollywood-Studios führten 1934 systematisches Catering ein, nachdem Gewerkschaften regelmäßige Verpflegungspausen durchsetzten. MGM etablierte 1938 den ersten Studio-eigenen Commissary mit 24-Stunden-Betrieb für Nachtdrehs. In den 1960ern entstanden spezialisierte Location-Caterer wie "Craft Service Unlimited", die mobile Lösungen entwickelten. Seit den 1990ern dominieren diätetische Anforderungen: glutenfreie, vegane und keto-konforme Optionen gehören zum Standard, wobei 40% der Produktionen mindestens drei Ernährungsformen parallel anbieten.
Praxiseinsatz im Film
"Apocalypse Now" (1979) beschäftigte sechs Vollzeit-Köche für die 238-tägige Drehzeit auf den Philippinen. "Mad Max: Fury Road" nutzte solar betriebene Kühlcontainer in der Namib-Wüste mit 15.000 Litern Wassertransport täglich. Nachtdrehs erfordern erweiterte Services bis 4:00 Uhr morgens, wobei der Kalorienverbrauch um 25% steigt. Underwater-Productions wie "Aquaman" benötigen spezielle salzwasserresistente Verpackungen und erwärmte Getränke zwischen den Tauchgängen.
Vergleich & Alternativen
Craft Services unterscheiden sich vom regulären Event-Catering durch permanente Verfügbarkeit und angepasste Portionsgrößen (150-200g statt 300-400g). Studio-Commissaries bieten À-la-carte-Service, während Location-Catering auf Buffet-Systeme setzt. Per Diem-Zahlungen (20-60 Euro täglich) ersetzen bei Low-Budget-Produktionen das organisierte Catering, reduzieren jedoch die Effizienz um durchschnittlich 15% durch verlängerte Pausen.