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Korrekturfolie
Licht · Equipment

Korrekturfolie

Correction Gel
Murnau AI illustration
color temperature flow roll take

Farbkorrekturfolie gleicht unterschiedliche Lichttemperaturen an — wird vor Scheinwerfer oder Fenster gehängt.

Technische Details

Korrekturfolien werden in zwei Hauptkategorien unterteilt: CTO (Color Temperature Orange) und CTB (Color Temperature Blue). CTO-Folien senken die Farbtemperatur um 2900K (Full CTO), 1800K (3/4 CTO), 1300K (1/2 CTO) oder 600K (1/4 CTO). CTB-Folien erhöhen die Farbtemperatur entsprechend von 3200K auf 5600K. Die Folien reduzieren die Lichtleistung um 0,3 bis 0,6 Blendenstufen je nach Dichte. Plusgreen- und Minusgreen-Folien korrigieren zusätzlich Magenta-Grün-Verschiebungen, die bei Leuchtstofflampen auftreten.

Geschichte & Entwicklung

Lee Filters entwickelte 1967 die ersten standardisierten Korrekturfolien für die Filmindustrie. Zuvor mischten Kameraleute verschiedene Kunstlichtquellen ohne Farbkorrektur, was zu inkonsistenten Hauttönen führte. 1974 führte Rosco konkurrierende Produkte ein. Die Digitaltechnik ab den 1990ern ermöglichte präzise Farbkorrekturen in der Postproduktion, dennoch bleiben physische Korrekturfolien Standard für kontrollierte Lichtverhältnisse am Set.

Praxiseinsatz im Film

Cinematographer Roger Deakins verwendete bei "Blade Runner 2049" (2017) extensive CTO-Korrekturen an LED-Panels, um warme 2700K-Innenräume zu schaffen. Bei Außenaufnahmen korrigieren 1/4 CTO-Folien HMI-Scheinwerfer von 5600K auf 4300K für natürlichere Hauttöne während der Golden Hour. Gaffer montieren Folien direkt auf Scheinwerfer oder spannen sie in separate Rahmen. Nachteil: Folien können bei hohen Temperaturen schmelzen, weshalb sie mindestens 30 cm Abstand zu Halogen- oder Fresnel-Leuchten benötigen.

Vergleich & Alternativen

Korrekturfolien unterscheiden sich von Effektfolien durch ihre neutrale Farbverschiebung ohne kreative Färbung. LED-Panels mit variabler Farbtemperatur ersetzen zunehmend Folien, bieten jedoch weniger präzise Spektralverteilung. Dichroitische Filter in modernen Scheinwerfern ermöglichen stufenlose Farbtemperatur-Anpassung ohne Lichtverlust. Korrekturfolien bleiben unverzichtbar bei gemischten Lichtquellen oder wenn präzise Kelvin-Werte ohne elektronische Komponenten erforderlich sind.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich verwende täglich CTO-Folien, um LED-Panels an Tageslicht anzupassen – ohne sie würde jede Szene mit gemischten Lichtquellen in der Farbkorrektur zum Albtraum. Die 1/2-Blende Lichtverlust kalkuliere ich fest ein, dafür spare ich Stunden in der Post und erhalte natürliche Hauttöne direkt aus der Kamera.

Regisseur

Korrekturfolien ermöglichen mir, warme Innenräume gegen kühle Außenwelten zu kontrastieren, ohne dass es technisch bedingt wirkt. Wenn ich eine Szene emotional von 5600K Tageslicht zu 3200K Kerzenschein führe, schaffen CTO-Folien nahtlose Übergänge, die das Publikum unterbewusst in die gewünschte Stimmung versetzen.

Produzent

Ein Folien-Set für 200 Euro erspart mir teure Scheinwerfer-Mieten und reduziert Setup-Zeiten um 30%, da keine aufwendige Farbkorrektur nötig ist. Bei LED-Umrüstungen amortisiert sich die Anschaffung binnen drei Drehtagen, zudem vermeide ich Nacharbeiten in der Post, die schnell 500 Euro pro Drehtag kosten.

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