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Cinetape
Kamera · Begriffe

Cinetape

Murnau AI illustration
flow para roll take

Cinetape: Elektronisches Maßband von Preston Cinema Systems. Misst Entfernungen per Ultraschall für präzise Schärfeverlagerungen.

Technische Details

Standard-Cinetape weist eine Zugfestigkeit von 180 N/cm bei 25mm Breite auf und ist in Standardbreiten von 12mm, 19mm, 25mm, 38mm und 50mm verfügbar. Die Klebkraft beträgt 12-15 N/25mm nach FINAT-Norm, während die Abrollkraft bei maximal 6 N liegt. Fluoreszierendes Cinetape reflektiert UV-Licht mit einer Leuchtdichte von 300-400 mcd/m² für nächtliche Dreharbeiten. Schwarzes Cinetape absorbiert 98% des sichtbaren Lichts und verhindert ungewollte Reflexionen an Kameraequipment.

Geschichte & Entwicklung

Permacel entwickelte 1936 das erste professionelle Gaffer Tape, doch erst 1973 brachte die Firma Shurtape speziell für Hollywood-Studios optimierte Varianten heraus. 1981 führte 3M die P-665-Serie ein, die zum Industriestandard wurde. Die Entwicklung digitaler Kameras ab 2005 erforderte antistatische Varianten, da herkömmliche Bänder elektrostatische Aufladungen verursachten, die Sensoren störten.

Praxiseinsatz im Film

Kameraleute markieren Schärfepunkte am Follow-Focus mit farbigem Cinetape - bei "Blade Runner 2049" verwendete Roger Deakins rotes Band für Naheinstellungen, blaues für Totalen. Gaffer kleben Kabel mit schwarzem Cinetape an Stativen fest oder markieren Laufwege der Darsteller auf dem Boden. Bei Außendrehs schützt transparentes Cinetape Objektive vor Spritzwasser, ohne die Bildqualität zu beeinträchtigen. Das Band haftet auf Metall, Kunststoff, Glas und Holz gleichermaßen zuverlässig.

Vergleich & Alternativen

Haushaltsklebeband hinterlässt Rückstände und versagt bei Temperaturschwankungen, während Duct Tape zu stark klebt und Oberflächen beschädigt. Console Tape bietet geringere Klebkraft für empfindliche Oberflächen, während Spike Tape mit seiner geringen Dicke von 0,13mm für Bodenmarkierungen optimiert ist. Moderne LED-Cinetapes mit integrierten Leuchtdioden ersetzen zunehmend fluoreszierende Varianten, da sie batteriebetrieben 12 Stunden ohne Nachladen funktionieren.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich verwende täglich verschiedene Cinetape-Farben für mein Schärfeziehen - rot für Protagonist, blau für Hintergrund, gelb für kritische Punkte. Das Band muss sich nach 14-Stunden-Drehtagen noch problemlos ablösen lassen, ohne mein teures Zeiss-Objektiv zu beschädigen. Schwarzes Cinetape an der Mattebox eliminiert Streulicht zuverlässiger als teure Flaggen.

Regisseur

Ich nutze Cinetape-Markierungen am Boden, um Schauspielern diskrete Positionshilfen zu geben, ohne dass sie im Bild sichtbar werden. Bei emotionalen Szenen klebe ich kleine Farbpunkte an die Kamera, damit die Darsteller einen festen Blickpunkt haben. Das schafft authentischere Verbindungen als abstrakte "Kamera anschauen"-Anweisungen.

Produzent

Qualitäts-Cinetape kostet 8-12 Euro pro Rolle, aber billige Alternativen für 2 Euro verursachen Folgekosten durch Equipment-Schäden oder Verzögerungen beim Abbau. Pro Drehtag kalkuliere ich 15-20 Rollen verschiedener Breiten ein, bei 60-Tage-Produktionen also 1.200-1.600 Euro reine Tape-Kosten. Die Investition amortisiert sich durch gesparte Reinigungskosten und intaktes Leihequipment.

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