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Cam-Lok
Licht · Begriffe

Cam-Lok

Murnau AI illustration
color temperature flow roll take

Industrieller Starkstrom-Steckverbinder mit Bajonettverschluss — Standard für 63A/125A Dreiphasen-Anschlüsse am Set.

Technische Details

Standard-Cam-Lok-Systeme sind für 400 Ampere bei 120/208V oder 240/415V ausgelegt, wobei die Kontaktstifte einen Durchmesser von 16mm aufweisen. Die Gehäuse bestehen aus glasfaserverstärktem Nylon mit IP44-Schutzart gegen Spritzwasser. Dreiphasige Ausführungen verwenden vier Kontakte (L1, L2, L3, N), einphasige Hochstromvarianten drei Kontakte (L, N, PE). Die Kabelanschlüsse erfolgen über Schraubklemmen für Querschnitte bis 120mm². Spezialausführungen wie Socapex-kompatible Systeme reduzieren 19-polige Multicore-Leitungen auf einzelne Cam-Lok-Ausgänge.

Geschichte & Entwicklung

Das Cam-Lok-System entwickelte sich in den 1960er Jahren aus der Bühnentechnik heraus, als Theaterproduktionen zunehmend mobile Hochstrom-Verbindungen benötigten. Die Firma Hubbell etablierte 1967 den Standard mit dem Twist-Lok-System, das schnell von der Filmindustrie adaptiert wurde. In Europa setzte sich parallel das CEE-System durch, während in Nordamerika Cam-Lok zum De-facto-Standard für mobile Filmbeleuchtung wurde. Moderne Entwicklungen integrieren LED-Statusanzeigen und berührungslose Spannungserkennung.

Praxiseinsatz im Film

Bei Außendrehs verbinden Cam-Lok-Kabel Generatorenwagen mit Hauptverteilern, von wo aus die Stromverteilung zu einzelnen Scheinwerfern erfolgt. Typische Setups verwenden 100-Meter-Cam-Lok-Kabel zwischen Generator und Dimmer-Racks. In "Blade Runner 2049" ermöglichten Cam-Lok-Installationen die schnelle Umverteilung von 18kW HMI-Leuchten zwischen verschiedenen Setbereichen. Der werkzeuglose Anschluss reduziert Setup-Zeiten erheblich gegenüber geschraubten Industriesteckern, allerdings können sich die Verbindungen bei starker mechanischer Belastung lösen.

Vergleich & Alternativen

Cam-Lok unterscheidet sich von CEE-Steckern durch den Schnellverschluss statt Schraubverriegelung und von Socapex-Systemen durch die Einzelader-Führung statt Multicore-Bündelung. PowerCON-Verbinder ersetzen Cam-Lok zunehmend bei kleineren LED-Panels unter 10 Ampere, während True1-Stecker als moderne Weiterentwicklung bessere Kontaktsicherheit bieten. Bei permanenten Installationen bevorzugen Elektriker CEE-Stecker wegen der höheren mechanischen Stabilität, mobile Teams wählen Cam-Lok für die Geschwindigkeit beim Riggen.

Aus den Gewerken

Perspektiven

Kameramann

Ich plane meine Lichtsetups immer um die verfügbaren Cam-Lok-Ausgänge des Generators herum, da jeder Anschluss maximal 63A liefert – das entspricht etwa einem 18kW HMI oder drei 6kW Tungsten-Fresnels. Bei komplexen Setups mit vielen Umbauten schätze ich die schnelle Umsteckbarkeit, muss aber darauf achten, dass niemand versehentlich über die Kabel stolpert und die Verbindungen löst.

Regisseur

Cam-Lok-Systeme geben mir die Flexibilität, spontan große Lichtquellen zu repositionieren, ohne auf Elektriker warten zu müssen – besonders wertvoll bei Tageslicht-Exteriors, wo ich schnell auf wechselnde Sonnenstände reagieren muss. Die hohe Stromkapazität ermöglicht mir den Einsatz von 12kW+ HMIs für dramatische Backlight-Effekte, die kleinere Systeme nicht liefern könnten.

Produzent

Cam-Lok-Equipment kostet etwa 40% mehr als Standard-CEE-Technik, spart aber täglich 2-3 Stunden Rigger-Zeit durch den werkzeuglosen Anschluss – das amortisiert sich bereits ab der zweiten Drehtag. Bei internationalen Produktionen muss ich verschiedene Adapter vorhalten, da amerikanische und europäische Cam-Lok-Standards nicht kompatibel sind, was zusätzliche Logistikkosten von etwa 500€ pro Dreh bedeutet.

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