Flackerndes bläuliches Licht zur Simulation von Fernsehgeräten — meist mit programmierbaren LED-Panels erzeugt.
Überblick
Der TV Effect (auch "TV-Flicker", "Screen Light" oder "Fake TV") bezeichnet eine Lichttechnik, die das charakteristische Licht eines laufenden Fernsehers oder Bildschirms auf den Gesichtern und im Raum der Darsteller simuliert, ohne dass ein echtes Gerät im Bild oder eingeschaltet sein muss. Typisch sind unregelmäßige Helligkeitssprünge (Szenenwechsel im fiktiven TV-Programm), schnelle Farbumschläge zwischen kühlen und warmen Tönen sowie eine kühle, bläuliche Grundfärbung, die das Mischlicht aus einer Bildröhre oder einem LCD/LED-Panel imitiert.
Der Begriff wird in zwei Bedeutungen verwendet: als manuelle Gaffer-/Lichttechnik am Set und als fest programmierter Effekt-Modus ("TV") in modernen LED-Scheinwerfern, der das Flackern automatisch erzeugt.
Technik am Set
Klassische und weiterhin gebräuchliche Methoden zur Erzeugung des Effekts:
- Bounce-/Pizza-Box-Methode: Eine Lichtquelle wird in eine reflektierende Fläche (häufig ein ca. 2'×2' großes Bounce-Board) gespielt, die vor den Darstellern steht. Die Helligkeit wird über einen Dimmer unregelmäßig variiert, um Szenenwechsel im "TV" vorzutäuschen.
- Bewegte Farbfolie (CTO): Eine Tungsten-Quelle wird auf Tageslicht balanciert, sodass eine bläuliche Grundfarbe entsteht. Ein Lichttechniker schiebt eine CTO-Folie (Color Temperature Orange) wiederholt zwischen Lichtquelle und Reflektor hin und her, um Farbflackern zu erzeugen.
- LED-Panel mit Dimmer-Fernbedienung: Ein dimmbares LED-Panel mit Diffusion wird einige Fuß vor den Darstellern positioniert; Intensität (und bei RGB-Panels die Farbe) wird in unregelmäßigen Intervallen verändert.
- Flicker Box / Flackergerät: Ein spezieller Lichtregler, der das Flackern automatisiert – derselbe Gerätetyp, der auch für Feuer-, Kerzen- oder Blitzeffekte eingesetzt wird.
Zur Vermeidung von direktem Glanz und harten Kanten wird das Licht in der Regel diffundiert (Diffusionsfolie, Frost) und mit Flags abgekascht, sodass nur ein weiches, vom "Bildschirm" kommendes Streulicht auf die Darsteller fällt.
TV-Modus in LED-Scheinwerfern
Viele moderne LED-Scheinwerfer enthalten "TV" als einen von mehreren vorprogrammierten Lichteffekten (Built-in FX). Bei der Aputure-LS-Serie (z. B. LS 300x, LS 60d/60x, LS 600d) ist "TV" Teil eines Effektpakets, das zusätzlich u. a. Paparazzi, Fireworks, Lightning, Faulty Bulb, Pulsing, Strobe, Explosion und Fire umfasst. Der Modus erzeugt das TV-typische Flackern automatisch. Die Farbtemperatur lässt sich dabei nur je nach Effekt frei einstellen: Während mehrere Effekte eine frei wählbare Basis-Farbtemperatur (laut Aputure 2700–6500 K) erlauben, ist dies beim TV-Effekt (ebenso wie bei Fireworks und Fire) nicht möglich – hier stehen nur vorgegebene CCT-Presets zur Verfügung. Gesteuert wird der Effekt direkt am Gerät, per Funk-Fernbedienung oder App.
Einsatz am Set
- Wohnzimmer-, Schlafzimmer- oder Bar-Szenen, in denen ein (oft nicht im Bild sichtbarer) Fernseher als Lichtmotivation dient.
- Nachtszenen, in denen die bläuliche, flackernde TV-Färbung Stimmung und Tageszeit etabliert.
- Als Motivation für ein Off-Screen-Licht, dessen Quelle der Zuschauer durch das Flackern automatisch als Bildschirm interpretiert.