Ultra-lichtstark mit f/0,95 Blende, treibt manuelle Cine-Optik an ihre Grenzen mit außergewöhnlicher Lichtsammelkraft und extremer Schärfentiefe-Effekte für künstlerische Kinematografie.
Überblick
Das TTArtisan 50mm f/0,95 ist ein lichtstarkes manuelles Festbrennweiten-Objektiv des chinesischen Optikherstellers TTArtisan. Es handelt sich nicht um Beleuchtungs- oder Grip-Equipment, sondern um ein Kamera-Objektiv. Die extrem große Anfangsblende von f/0,95 erlaubt Aufnahmen bei sehr wenig Licht und erzeugt eine ausgeprägt geringe Schärfentiefe mit weichem Bokeh – ein günstiges Pendant zu klassischen Hochlicht-Optiken wie dem Leica Noctilux.
Unter der Bezeichnung „50mm f/0,95“ existieren bei TTArtisan zwei unterschiedliche Produkte, die nicht verwechselt werden sollten:
- Vollformat-Variante (M 50mm F0.95 ASPH): Messsucher-Objektiv mit Leica-M-Bajonett, deckt das Vollformat (Kleinbild) ab.
- APS-C-Variante: Deutlich günstigeres Objektiv für spiegellose Systemkameras (u. a. Fujifilm X, Sony E, Nikon Z, Canon RF, L-Mount, MFT); rechnet am 1,5×-Crop auf ein kleinbildäquivalentes Bildfeld von rund 75 mm um.
Beide sind rein mechanisch aufgebaut: manueller Fokus und manuell gestellte Blende, ohne elektronische Kontakte zur Kamera.
Technische Daten
Werte für die Vollformat-Variante M 50mm F0.95 ASPH (Leica-M) laut Herstellerangaben und unabhängigem Test:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Brennweite | 50 mm |
| Anfangsblende | f/0,95 |
| Kleinste Blende | f/16 |
| Optischer Aufbau | 11 Elemente in 8 Gruppen |
| Blendenlamellen | 14 |
| Naheinstellgrenze | 0,7 m |
| Bajonett | Leica-M |
| Bildkreis | Vollformat / Kleinbild |
| Gewicht | ca. 687 g |
| Fokus | nur manuell |
Die APS-C-Variante ist kleiner und leichter (rund 411 g), nutzt einen einfacheren optischen Aufbau und arbeitet mit weniger Blendenlamellen. Sie wird für diverse spiegellose Bajonette angeboten.
Einsatz am Set
Am Filmset wird das TTArtisan 50mm f/0,95 als preiswerte lichtstarke Optik für Available-Light- und Low-Light-Situationen sowie für stilisierte Aufnahmen mit sehr flacher Schärfeebene eingesetzt. Da es vollständig manuell ist, eignet es sich für klassische Handfokus-Workflows mit Follow-Focus; eine elektronische Blendensteuerung oder Objektivdaten-Übertragung an die Kamera gibt es nicht. Bei Offenblende sind ein weiches, kontrastärmeres Rendering und sichtbare Abbildungsfehler typisch – ein Charakter, der gestalterisch genutzt, bei technisch sauberen Aufnahmen aber durch Abblenden (etwa auf f/5,6–f/8) reduziert wird.