Untertitel oben im Bild (meist Theater) — bei Filme nur für Sprachen, die der Zuschauer nicht versteht. Digital: separate Datei, nicht ins DCP gebrannt.
Im Kino funktioniert das anders als in der Oper — dort oben an der Brüstung hängt die Leinwand mit den Übertiteln, hier oben im Bildausschnitt. Der entscheidende Unterschied: Während Theater-Surtitles fest mit der Projektion verbunden sind, arbeiten wir im Film mit separaten Dateiströmen. Das heißt konkret — die Übertitel sitzen nicht im DCP, sondern laufen als eigenständige Subfile parallel zur Bildfolge. Das gibt uns maximale Flexibilität bei der Nachbearbeitung und beim Verleih.
Praktisch am Set oder im Schnitt bedeutet das: Übertitel sind nicht unsere Sorge als technische Crew. Das fällt unter Localization und wird meist von spezialisierten Unternehmen oder dem Distributor gelöst. Was wir wissen müssen — sie sitzen oben, das heißt, wir dürfen den oberen Bildbereich nicht überlasten. Keine Lichter, die dort flackern, keine Bewegungen, die zu sehr ablenken. Bei der DCP-Erstellung geben wir einfach an, dass Surtitle-Support aktiv ist, der Rest läuft über Playout-Server im Kino selbst.
Ein Detail, das unterschätzt wird: Übertitel erfordern größere Schrift als klassische Untertitel unten. Der Zuschauer sitzt weiter weg von der oberen Ecke, die Augenbewegung ist größer. Die Lesbarkeit muss trotzdem garantiert sein, sonst wird's zum nervigen Ping-Pong zwischen Bild und Text. Deshalb auch bei unserer Bildkomposition bedenken — zu viel Übertext oben, zu viel Action unten = kognitiver Overload für den Viewer.
Im Verleih-Prozess hat sich bewährt, die Surtitle-Datei nicht im Master zu archivieren, sondern getrennt zu lagern und bei Bedarf neu zu generieren. Das spart Speicher, ermöglicht schnelle Korrektionen und verhindert, dass wir eines Tages vor dem Problem stehen, dass die eingebrandete Fassung fehlerhaft ist. Beim Ansprechen mit Kunden für internationale Festivals oder Limited Releases immer klarmachen — Surtitles als optionales Feature, kein Versprechen auf alle Versionen.