Chronologische Aneinanderreihung aller Clips einer Szene ohne Schnitte — erste Rohfassung der Montage.
Technische Details
Eine typische Zusammenstellung enthält Takes von 8-15 Sekunden Länge bei Dialogszenen, wobei jeder Take vollständig vom ersten bis zum letzten verwertbaren Frame eingefügt wird. In Avid Media Composer werden String Outs standardmäßig mit 1-Frame-Überblendungen zwischen den Takes erstellt, um harte Schnitte zu vermeiden. Die Gesamtlaufzeit liegt meist 300-500% über der geplanten Endlänge der Szene. Moderne NLE-Systeme erstellen automatische String Outs durch Batch-Import mit Timecode-Synchronisation der Script Notes.
Geschichte & Entwicklung
Der String Out entwickelte sich in den 1920er Jahren in den Hollywood-Studios als standardisierter Arbeitsschritt zwischen Dailies-Sichtung und erstem Schnitt. Pionier-Editor Hal Ashby verfeinerte 1965 das Verfahren bei "The Cincinnati Kid" durch systematische Take-Bewertung während der Zusammenstellung. Mit Einführung der Steenbeck-Schneidetische 1968 wurde das Verfahren durch Mehrspurdarstellung optimiert. Digital erfolgte 1989 bei "Let It Ride" erstmals eine vollständig computergestützte String Out-Erstellung via EditDroid-System.
Praxiseinsatz im Film
Bei "Mad Max: Fury Road" (2015) erstellte Editor Margaret Sixel separate String Outs für jede der 480 Actionsequenz-Setups, um die komplexe Fahrzeugchoreografie zu strukturieren. Komödien wie "The Grand Budapest Hotel" nutzen erweiterte String Outs mit alternativen Improvisations-Takes in separaten Spuren. Der Workflow umfasst: Material-Import, Script Notes-Abgleich, chronologische Anordnung, Sync-Überprüfung und Export für den Regisseur. Vorteil: vollständige Materialübersicht; Nachteil: keine dramaturgische Bewertung.
Vergleich & Alternativen
Die Zusammenstellung unterscheidet sich vom Assembly Cut durch fehlende Take-Selektion und vom Rough Cut durch unbearbeiteten Schnittrhythmus. Selects Reels zeigen nur die besten Takes, während String Outs das komplette Material chronologisch präsentieren. Moderne KI-basierte Tools wie Adobe's SenseiCut erstellen seit 2019 automatische "Smart String Outs" mit vorselektierten Takes basierend auf Schärfe, Belichtung und Audioqualität. Bei Low-Budget-Produktionen wird oft direkt vom String Out zum Assembly Cut übergewechselt, um Zeit zu sparen.