Ersatzperson mit ähnlicher Statur wie der Hauptdarsteller. Steht während Licht- und Kamerasetup am Platz, damit der Star anderweitig verfügbar ist.
Technische Details
Stand-Ins werden nach spezifischen Körpermerkmalen ausgewählt: Körpergröße (auf 2-3 cm genau), Schulterbreite, Haarlänge und -farbe sowie Hautton für korrekte Lichtmessung. Sie tragen häufig neutrale Kleidung in ähnlichen Farbtönen wie das spätere Kostüm. Bei Weitwinkelaufnahmen genügt eine grobe Ähnlichkeit, bei Nahaufnahmen werden Body-Doubles mit exakter physischer Übereinstimmung benötigt. Für komplexe Kamerabewegungen markieren Stand-Ins die exakten Positionen mit Tape-Markierungen am Boden.
Geschichte & Entwicklung
Das Stand-In-System etablierte sich in den 1920er Jahren parallel zur Einführung aufwendigerer Beleuchtungssetups in Hollywood-Studios. Mary Pickford gilt als eine der ersten Stars, die systematisch Stand-Ins einsetzte, um ihre Arbeitszeit zu optimieren. In den 1930er Jahren entwickelten die großen Studios wie MGM und Paramount eigene Stand-In-Pools mit fest angestellten Personen. Digital Motion Capture reduzierte seit den 2000er Jahren den Bedarf für Stand-Ins bei VFX-lastigen Produktionen, da Körperbewegungen präzise digital erfasst werden können.
Praxiseinsatz im Film
Bei "Lawrence von Arabien" (1962) verwendete David Lean bis zu acht verschiedene Stand-Ins für Peter O'Toole während der komplexen Wüstenaufnahmen. Moderne Blockbuster beschäftigen Stand-Ins für 60-80% der Drehzeit der Hauptdarsteller. Während einer typischen 12-Stunden-Drehschicht arbeitet ein Stand-In etwa 4-6 Stunden aktiv, während der Hauptdarsteller Kostüm-, Maske- und Dialogproben absolviert. Stand-Ins ermöglichen Zeitersparnis von 30-45 Minuten pro Setup bei aufwendigen Lichtinstallationen.
Vergleich & Alternativen
Stand-Ins unterscheiden sich von Photo-Doubles (für Publicity-Aufnahmen) und Stunt-Doubles (für Actionsequenzen) durch ihren rein technischen Einsatz. Body-Doubles ersetzen Darsteller in intimen oder Nacktszenen und benötigen exaktere physische Übereinstimmung. Virtual Production mit LED-Walls reduziert Stand-In-Bedarf, da Beleuchtung automatisch angepasst wird. Bei Low-Budget-Produktionen übernehmen Crew-Mitglieder oder Script Supervisors oft Stand-In-Funktionen.